
Scaramucci lobt Saylors Bitcoin-Strategie: MicroStrategy im Fokus der Kritik und MSCI-Prüfung
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Anthony Scaramucci von SkyBridge Capital hat Michael Saylors Strategie zur Stärkung der Bilanz von MicroStrategy durch Bitcoin-Käufe und Aktienverkäufe gelobt. Diese Vorgehensweise, die auf den Aufbau einer US-Dollar-Reserve und anschließende BTC-Akquisitionen setzt, wird als "sehr smart" bezeichnet. Trotz des Lobs steht MicroStrategy vor regulatorischen Herausforderungen und Kritik.
Scaramucci lobt Saylors Bitcoin-Strategie
Anthony Scaramucci, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von SkyBridge Capital, äußerte sich am Montag lobend über Michael Saylors Ansatz bei MicroStrategy (NASDAQ:MSTR). Er bezeichnete Saylors Strategie, die Bilanz durch "smarte" Bitcoin (CRYPTO: BTC)-Käufe und Aktienverkäufe zu stärken, als "wirklich smart". Scaramucci, selbst ein bekannter Bitcoin-Befürworter, nannte Saylor in einem X-Post "den Mann".
Scaramucci bewunderte Saylors Vorgehen, zunächst eine US-Dollar-Reserve von 1,44 Milliarden US-Dollar aufzubauen und dann erneut Aktien zu verkaufen, um weitere Bitcoin zu erwerben. Er betonte, dass die Aktienverkäufe, wenn auch "kaum" wertsteigernd, "sehr smart für seine Bilanz – und den gesamten BTC-Markt" seien. Diese Kapitalstruktur erhöhe das BTC-Engagement, ohne die Unternehmensbasis zu schwächen.
MicroStrategys jüngster Bitcoin-Kauf
Das Lob Scaramuccis folgt auf MicroStrategys jüngsten Erwerb von 10.624 BTC im Wert von rund 962,7 Millionen US-Dollar. Dies markiert den größten wöchentlichen Kauf des Unternehmens seit Juli 2025. Der durchschnittliche Kaufpreis für diese Akquisition lag bei 90.615 US-Dollar.
Insgesamt hält MicroStrategy nun 660.624 BTC, die für etwa 49,35 Milliarden US-Dollar erworben wurden. Der durchschnittliche Kaufpreis für alle Bestände liegt bei rund 74.696 US-Dollar. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung belief sich der Wert der Bitcoin-Bestände auf 59,62 Milliarden US-Dollar, was einem nicht realisierten Gewinn von etwas über 20 % entspricht.
Die MicroStrategy-Aktie (MSTR) zeigte jedoch einen mehrmonatigen Abwärtstrend. Ihr Marktwert von 55,25 Milliarden US-Dollar liegt derzeit unter dem Wert ihrer Bitcoin-Bestände, was darauf hindeutet, dass die Aktie mit einem Abschlag gehandelt wird. Die Aktie schloss während des regulären Handels 2,63 % höher bei 183,69 US-Dollar, fiel aber im nachbörslichen Handel um 0,59 % auf 182,60 US-Dollar. Bitcoin selbst notierte bei 90.115 US-Dollar, ein Rückgang von 1,05 % in den letzten 24 Stunden.
Herausforderungen und Kritik
Die Strategie von MicroStrategy, die eine hohe Korrelation mit dem Bitcoin-Preis aufweist, ist nicht unumstritten. Der Ökonom Peter Schiff, ein vehementer Bitcoin-Kritiker, warf Saylor letzte Woche vor, ein "nicht nachhaltiges Geschäftsmodell" zu betreiben, das zunehmend wie ein "Betrug" aussehe.
Die Abhängigkeit des Unternehmens vom Bitcoin-Kurs wurde deutlich, als der Kryptowert nach einem Höchststand von 126.000 US-Dollar Anfang Oktober auf rund 82.000 US-Dollar Ende November korrigierte. Dies unterstreicht das hohe Risiko von Saylors Strategie, die Unternehmensliquidität zur Akkumulation von BTC zu nutzen.
MSCI-Prüfung und regulatorische Unsicherheit
Eine weitere wesentliche Herausforderung für MicroStrategy ist die regulatorische Prüfung durch MSCI, einen globalen Indexanbieter. JPMorgan hatte bereits zuvor vor einer möglichen Entfernung des Unternehmens aus wichtigen Aktienindizes gewarnt. Am 2. Dezember 2025 bestätigte MSCI, dass es die Eignung von MSTR für mehrere seiner Schlüsselindizes, einschließlich des einflussreichen MSCI USA Index, überprüft.
MSCI äußert Bedenken, dass MicroStrategys Geschäftsmodell, das sich auf den Kauf und das Halten von Kryptowährungen konzentriert, eher dem eines Investmentfonds als dem eines traditionellen operativen Unternehmens ähnelt. Eine mögliche Regeländerung könnte Unternehmen, "deren Geschäftsmodell der Kauf von Kryptowährungen ist", explizit ausschließen.
Eine solche Ausschließung hätte erhebliche Auswirkungen, da große Investmentfonds, die MSCI-Indizes verfolgen, gezwungen wären, ihre MSTR-Bestände zu verkaufen, was einen starken Abwärtsdruck auf den Aktienkurs ausüben würde.
Saylors Vision im Spannungsfeld
Michael Saylor hat die Situation anerkannt und erklärt, dass das Unternehmen "aktive Gespräche" mit MSCI bezüglich der Überprüfung führt. Der Ausgang dieser Gespräche wird entscheidend dafür sein, ob Saylors Vision, ein Softwareunternehmen in einen "Corporate Bitcoin Whale" zu verwandeln, mit den Anlagestandards traditioneller Aktienmärkte vereinbar ist.
Scaramuccis Unterstützung zeigt jedoch, dass Wall-Street-Profis das Modell zunehmend nicht nur als Experiment, sondern als skalierbares Unternehmensmodell für Bitcoin-Akquisitionen betrachten. Saylors Ansatz, Bitcoin als primäres Reservegut zu behandeln und Käufe präzise zu kommunizieren, bleibt unverändert.