
Scott Galloways "Resist and Unsubscribe": Boykott gegen Big Tech und Trump
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Der Unternehmer, Professor und Medienexperte Scott Galloway führt eine Bewegung gegen Big Tech an, die sich auf zwei Hauptbereiche konzentriert. Zum einen kritisiert er die schädlichen Auswirkungen der Technologie auf junge Männer, zum anderen protestiert er gegen die Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump. Seine Kampagne "Resist and Unsubscribe" ruft dazu auf, Produkte und Dienstleistungen großer Technologieunternehmen zu kündigen. Galloway selbst bezeichnet sich dabei nicht als Aktivist, da er sich als "zu faul, egoistisch und sozial eingestellt" beschreibt.
Scott Galloways "Resist and Unsubscribe"-Kampagne
Scott Galloway, Professor an der NYU Stern School of Business, startete seine "Resist and Unsubscribe"-Kampagne im Februar 2026. Ziel ist es, Druck auf die Trump-Administration auszuüben, um umstrittene politische Entscheidungen rückgängig zu machen. Er fordert Konsumenten auf, Abonnements bei Unternehmen wie Amazon, Apple und Meta zu kündigen. Diese Unternehmen hätten einen "übermäßigen Einfluss auf die nationale Wirtschaft und unseren Präsidenten".
Die Strategie hinter dem Boykott
Galloways Strategie basiert auf der Annahme, dass Tech-Giganten "sehr empfindlich auf Abonnementwachstum oder dessen Ausbleiben" reagieren. Er argumentiert, dass ein kollektives Handeln der Konsumenten zu einem Rückgang der Aktienkurse führen könnte. Dies würde die Unternehmen zwingen, sich von der Trump-Administration zu distanzieren. Galloway beschreibt Präsident Trump als einen "münzgesteuerten Präsidenten", der ausschließlich auf den "Shareholder Value" fokussiert sei. Er erklärte: "Die einzige Zeit, in der die Trump-Administration ihre Handlungen zurücknimmt, ist, wenn die Märkte fallen."
Zielscheibe: Big Tech und "Blast Zone"-Unternehmen
Die "Resist and Unsubscribe"-Kampagne zielt auf mehrere große Technologieunternehmen ab. Dazu gehören Amazon, Apple, Meta, OpenAI und X. Galloway identifiziert auch sogenannte "Blast Zone"-Unternehmen wie AT&T, FedEx und Comcast. Diese Dienstleister haben Verträge mit der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) und ermöglichen deren Aktivitäten direkt. Die Kampagne wurde im Zuge von Einwanderungsoperationen der ICE in Minneapolis gestartet, die zum Tod zweier US-Bürger führten.
Galloways Motivation und die Kontroverse
Es ist eine Ironie, dass Galloway eine Branche ins Visier nimmt, die ihn zum Multimillionär gemacht hat. Er schrieb ein Buch über Big Tech, verkaufte ein Business-Intelligence-Unternehmen für Hunderte Millionen Dollar und profitierte von massiven Renditen aus Investitionen in Apple, Amazon und Netflix nach der Finanzkrise. Seine Fähigkeit, jährlich 34.000 US-Dollar für Uber auszugeben, lässt einen Boykott für ihn eher wie eine Unannehmlichkeit erscheinen.
Andererseits macht Galloways privilegierte Position innerhalb der Tech-Community seinen Widerstand gegen Big Tech umso bemerkenswerter. Es wäre für ihn einfacher, zu schweigen. Seine Kommentare können gleichermaßen aufschlussreich und augenrollend, interessant und ärgerlich sein. Unabhängig davon, wie man zu Galloways Aussagen steht, ist seine Bereitschaft, sie zu äußern, unbestreitbar.
Ein Präzedenzfall für Konsumentenmacht?
Sollte Galloways Strategie erfolgreich sein, könnte sie einen Präzedenzfall für die Nutzung von Konsumenten- und Unternehmensmacht zur Beeinflussung der Regierungspolitik schaffen. Die Kampagne konzentriert sich auf die Abhängigkeit des Präsidenten von der Tech-Industrie und den Märkten, anstatt auf traditionellen politischen Protest. Dies könnte zukünftig neue Wege eröffnen, um durch kollektives Handeln politische Veränderungen herbeizuführen.