Seltene Rice's Wale: Trump-Pläne und das "God Squad" im Golf von Mexiko

Seltene Rice's Wale: Trump-Pläne und das "God Squad" im Golf von Mexiko

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Die Trump-Regierung verfolgt Pläne zur Ausweitung der Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko, was eine der seltensten Walarten der Welt, den Rice's Wal, direkt bedroht. Wissenschaftler befürchten, dass diese Expansion das riesige Meeressäugetier an den Rand des Aussterbens drängen könnte. Ein spezielles Komitee, bekannt als "God Squad", wird einberufen, um über mögliche Ausnahmen von Artenschutzgesetzen zu beraten.

Seltene Wale im Fokus der Energiepolitik

Der Rice's Wal, erst 2021 als eigenständige Art anerkannt, ist die einzige Walart, die ganzjährig im Golf von Mexiko lebt. Mit weniger als 100 Individuen, möglicherweise sogar weniger als 50, zählt er zu den seltensten Walen weltweit. Sein Lebensraum ist ein eng begrenztes Gebiet im nordöstlichen Golf, in Tiefen von 100 bis 400 Metern.

Die Trump-Regierung strebt eine Ausweitung der Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko an. Dies steht im Einklang mit den Zielen von Präsident Donald Trump, als belastend empfundene Vorschriften für Unternehmen abzubauen und die heimische Produktion fossiler Brennstoffe zu steigern. Verteidigungsminister Pete Hegseth berief sich auf die nationale Sicherheit, da der Iran-Krieg die Energiepreise stark in die Höhe treibt, um eine Ausnahme von den Artenschutzgesetzen zu beantragen.

Die Bedrohung der Rice's Wale und des Ökosystems

Die Rice's Wale sind in ihrem Lebensraum zahlreichen Gefahren ausgesetzt, darunter Schiffskollisionen, Lärmbelästigung, Ölverschmutzungen und Klimawandel. All diese Risiken könnten sich durch eine verstärkte Öl- und Gasförderung erhöhen, so Wissenschaftler. Die Wale sind wählerische Fresser und tauchen tagsüber auf den Golfboden, um fetthaltige Fische, hauptsächlich Silber-Rag-Driftfische, zu jagen. Nachts ruhen sie nahe der Oberfläche, was sie besonders anfällig für Schiffskollisionen macht.

Jeremy Kiszka, Professor für Biowissenschaften an der Florida International University, beschreibt die Wale als "ziemlich am Limit lebend" und "in vielerlei Hinsicht unglücklich". Lärm könnte ihr Nahrungssuchverhalten stören, während die globale Erwärmung, die mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe verbunden ist, die Lebensräume ihrer Beutefische verändern könnte. Ein erheblicher Teil der ohnehin kleinen Population soll durch die Ölkatastrophe der Deepwater Horizon im Jahr 2010 getötet worden sein.

Nicht nur die Rice's Wale sind gefährdet. Experten warnen, dass auch andere bedrohte und gefährdete Tiere wie Manatis, Meeresschildkröten (einschließlich der Kemp's Ridley und Unechten Karettschildkröten), Schreikraniche, verschiedene Seevögel, Pottwale und gefährdete Korallen durch Ölverschmutzungen oder andere Gefahren betroffen sein könnten. Letise LaFeir vom New England Aquarium betont, dass der Ozean verbunden ist und solche Maßnahmen weitreichende Auswirkungen haben.

Das "God Squad" tritt zusammen

Das US-Innenministerium wird am 31. März eine Sitzung des selten genutzten Endangered Species Committee, auch bekannt als "God Squad" oder "Extinction Committee", abhalten. Dieses 1978 eingerichtete Komitee kann Bundesprojekte genehmigen, selbst wenn diese das Aussterben von Arten verursachen könnten. Es wurde geschaffen, um Projekte von den Schutzbestimmungen des Endangered Species Act auszunehmen, wenn eine Kosten-Nutzen-Analyse ergab, dass dies der einzige Weg war, um einen nationalen oder regionalen wirtschaftlichen Nettonutzen zu erzielen.

Das siebenköpfige Komitee wird vom Innenminister geleitet und besteht aus fünf weiteren Bundesbeamten sowie einer gemeinsamen Stimme der betroffenen Bundesstaaten. Fünf Stimmen sind für eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. In seiner Geschichte hat das Komitee nur zweimal Ausnahmen erteilt: einmal für den Bau eines Damms am Platte River und einmal für Holzeinschlag im Lebensraum des Nördlichen Fleckenkauzes, wobei letzterer Antrag nach Klagen von Umweltgruppen zurückgezogen wurde. Präsident Trump hatte im vergangenen Jahr per Dekret angeordnet, dass das Komitee mindestens vierteljährlich tagen soll.

Kontroverse um Verfahren und Transparenz

Die Einberufung des Komitees durch Innenminister Doug Burgum stößt auf Kritik. Es wurden keine Details zum Umfang des Antrags oder zum Antragsteller veröffentlicht, obwohl dies laut Endangered Species Act vorgeschrieben ist. Zudem plant das Ministerium, die öffentliche Beteiligung einzuschränken, indem die Veranstaltung nur per Livestream übertragen werden soll, obwohl das Gesetz eine offene und transparente öffentliche Anhörung vorschreibt.

Brett Hartl, Direktor für Regierungsangelegenheiten beim Center for Biological Diversity, bezeichnet das Vorgehen als "illegalen Umweg um den Endangered Species Act", der der fossilen Brennstoffindustrie zugutekommen und gefährdete Tiere ins Aussterben treiben könnte. Er kritisiert, dass das Gesetz eine private Sitzung des Komitees ausschließt und die mangelnde Transparenz als "erbärmlich" bezeichnet.

Michael Jasny, Direktor des Meeressäugerschutzprojekts des Natural Resources Defense Council, befürchtet, dass die Trump-Regierung eine strenge Prüfung zukünftiger Ausnahmen eliminieren und das Komitee "jederzeit, fast für jeden Zweck" einberufen könnte. Er warnt: "Wenn man einen Notstand ausrufen kann, um einfach Meeresschildkröten, Manatis und Wale im Golf zu töten, dann ist keine Art sicher." Das Gesetz sieht einen komplexen, mehrstufigen Prozess für die Einberufung des Komitees vor, einschließlich einer formalen Anhörung durch einen unabhängigen Verwaltungsrichter und der Erstellung eines Berichts über Alternativen und das öffentliche Interesse. Die aktuelle Mitteilung des Innenministeriums soll diesen prozeduralen Anforderungen nicht entsprechen.

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