
Shiloh Luckey: FBI ermittelt gegen ComplYant-Gründerin wegen Betrugs
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Die Gründerin und ehemalige CEO des Tax-Compliance-Startups ComplYant, Shiloh Luckey, steht im Fokus einer bundesweiten Kriminaluntersuchung. Ihr wird vorgeworfen, über 13 Millionen US-Dollar an Risikokapitalmitteln für persönliche Zwecke missbraucht und Investoren systematisch getäuscht zu haben. Die SEC hat bereits eine Zivilklage wegen Wertpapierverstößen eingereicht.
Schwere Vorwürfe gegen ComplYant-Gründerin
Shiloh Luckey, die Gründerin und ehemalige CEO des in Los Angeles ansässigen Startups ComplYant, sieht sich einer bundesweiten Kriminaluntersuchung durch das FBI und die US-Staatsanwaltschaft gegenüber. Die Vorwürfe umfassen Wertpapier- und Bankbetrug. ComplYant, ein Startup, das kleinen Unternehmen bei der Navigation durch Steuerregulierungen helfen sollte, hatte über 13 Millionen US-Dollar von führenden Risikokapitalgebern eingesammelt.
Die Securities and Exchange Commission (SEC) hat Luckey in einer Zivilklage bereits wegen Verstößen gegen Wertpapiergesetze angeklagt. Ihr wird vorgeworfen, Millionen von Dollar an Unternehmensgeldern für private Ausgaben wie ihr Haus, Super Bowl-Tickets und eine Hochzeitsreise in der Karibik verwendet zu haben. Luckey selbst äußerte sich telefonisch mit den Worten: "Ich habe Ihnen nichts anzubieten", bevor sie auflegte.
Millionenbetrug und persönliche Bereicherung
Die SEC behauptet, Shiloh Luckey habe ein überaus positives Bild der Geschäftsentwicklung von ComplYant gezeichnet. Investoren soll sie mitgeteilt haben, dass die monatlichen Einnahmen des Unternehmens von rund 2.500 US-Dollar im November 2020 auf über 250.000 US-Dollar im September 2022 gestiegen seien. Zudem sprach sie von Dutzenden, wenn nicht Hunderten neuer zahlender Abonnenten pro Monat.
Tatsächlich, so die SEC, generierte ComplYant im gleichen Zeitraum durchschnittlich nur etwa 250 US-Dollar an monatlichen Einnahmen und gewann im Schnitt weniger als vier neue Abonnenten pro Monat. Insgesamt soll Luckey 2,2 Millionen US-Dollar für Reisen nach Aspen, Miami Beach, Turks und Caicos sowie Lissabon abgezweigt haben. Diese Gelder flossen angeblich auch in ihre Karibikhochzeit, ihr Auto und ihr Haus.
Falsche Zahlen und fehlende Qualifikationen
ComplYant wurde 2019 von Luckey, die früher Shiloh Johnson hieß, gegründet. Im Jahr 2022 schloss das Unternehmen eine Seed-Finanzierungsrunde über 5,5 Millionen US-Dollar ab, angeführt von Craft Ventures, einer Risikokapitalfirma aus San Francisco, die von Investor und White House Berater David Sacks mitbegründet wurde. Eine Sprecherin von Craft lehnte eine Stellungnahme ab, ebenso wie das FBI und die SEC.
Die SEC-Beschwerde legt zudem offen, dass Luckey sich als CPA (Certified Public Accountant) ausgab, obwohl es keine Aufzeichnungen über eine solche Akkreditierung gibt. Als ComplYant letztes Jahr abrupt geschlossen wurde, brach Luckey den Kontakt zu den über 50 Mitarbeitern ab. Es dauerte sieben Wochen, bis alle Mitarbeiter ihre letzten Gehaltsschecks erhielten, und einige stellten fest, dass 401(k)-Beiträge fehlten.
Regulatorische Reaktion und Präzedenzfälle
Startups unterliegen im Vergleich zu börsennotierten Unternehmen einer deutlich geringeren regulatorischen Kontrolle. Gründer präsentieren manchmal übermäßig optimistische Wachstumsgeschichten, während Risikokapitalgeber oft unter begrenzter Sorgfaltspflicht in vielversprechende Unternehmen investieren. Nach aufsehenerregenden Skandalen wie Theranos und FTX haben die Regulierungsbehörden jedoch eine härtere Linie eingeschlagen.
Monique Winkler, Regionaldirektorin der SEC, warnte in einer Erklärung: "Startup-Gründer können nicht vortäuschen, bis sie es schaffen, indem sie Umsatzkennzahlen fälschen." Jüngste Fälle, darunter die siebenjährige Haftstrafe für Charlie Javice und Betrugsvorwürfe gegen den ehemaligen CEO von Mozaic Payments, Marcus Cobb, zeigen, dass Regulierungsbehörden zunehmend bereit sind, straf- und zivilrechtliche Sanktionen gegen solche Gründer zu verhängen.
Nach dem Aus: Neue Unternehmungen und offene Fragen
Shiloh Luckey, die sich vor Gericht selbst vertritt und auf die SEC-Vorwürfe bisher nicht reagiert hat, bleibt öffentlich aktiv. Seit der Schließung von ComplYant im letzten Jahr veröffentlicht sie weiterhin Lehrvideos mit Steuer- und Buchhaltungstipps auf ihrem TikTok-Kanal, der fast 24.000 Abonnenten zählt.
Im Oktober launchte sie laut Aufzeichnungen ein neues Startup namens HabitLoop. Sie beschreibt es als digitalen Finanzassistenten, der Menschen beim Geldmanagement helfen soll. In einem Einführungsvideo zu HabitLoop erklärte Luckey: "Ich bin mit sehr schlechten Finanzgewohnheiten aufgewachsen" und fügte hinzu: "Das ist etwas, das ich aus harten Lektionen gelernt habe."