
Silber-Rallye: Peter Brandt warnt vor schneller Korrektur und Marktvolatilität
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Der erfahrene Wall Street Veteran Peter Brandt hat nach einer beeindruckenden Rallye des Silberpreises zur Vorsicht gemahnt, kurz bevor der Markt tatsächlich eine Kehrtwende vollzog. Er gratulierte zwar den Gewinnern, die in den letzten Monaten auf Silber und Platin gesetzt hatten, warnte jedoch eindringlich vor der Schnelligkeit, mit der sich Märkte drehen können.
Peter Brandts Warnung vor schnellen Marktumschwüngen
Peter Brandt, der seit fast 50 Jahren Rohstoffe handelt und über 840.000 Follower auf X hat, äußerte seine Bedenken öffentlich. Er betonte, dass Bewegungen die Erwartungen weit übertreffen können und dass Höchststände schnell erreicht werden, gefolgt von fast immer vollständigen Korrekturen. Seine Worte: "Richtig zu liegen macht Spaß. Aber wissen Sie dies – Bewegungen können alles Erwartete weit übertreffen. Und Höchststände kommen schnell, wenn sie kommen. Und Korrekturen sind fast immer vollständig."
Volatilität am Silbermarkt nach Brandts Mahnung
Tatsächlich zeigte der Markt kurz nach Brandts Warnung eine hohe Volatilität. Am Montag durchbrach Silber kurzzeitig die Marke von 80 US-Dollar pro Unze, bevor es bis zum Handelsschluss auf rund 70 US-Dollar fiel. Am Dienstag erholte sich der Preis wieder um 10 Prozent auf etwa 78 US-Dollar. Die Silber-Futures sind in diesem Jahr um über 150 Prozent gestiegen. Der Einbruch am Montag folgte einer Entscheidung des Börsenbetreibers CME, die Margin-Anforderungen für den Handel mit verschiedenen Metallkontrakten zu erhöhen, was Händler dazu zwang, mehr Kapital für ihre Positionen bereitzustellen.
Brandts Einblicke in Marktzyklen und Anlegerverhalten
Brandt äußerte sich auch nach dem Rückgang des Silberpreises am Montag erneut vorsichtig. Er schrieb, dass in nahezu jedem Marktzyklus selbst "sturköpfige Bullen", die geschworen haben, niemals zu verkaufen, irgendwann einen Punkt erreichen, an dem es ihnen "egal ist, ob der Preis auf Null oder eine Million geht, sie haben genug Schmerz gehabt und wollen raus." Ob der Silbermarkt diesen Punkt bereits erreicht hat, sei er sich "nicht sicher", so Brandt. "Die Zeit wird es zeigen", fügte er hinzu.
Treiber der Edelmetall-Nachfrage
Silber, Gold und andere Edelmetalle haben in diesem Jahr neue Höchststände erreicht. Dies ist teilweise auf sinkende Zinsen zurückzuführen, die ihre Attraktivität im Vergleich zu Bargeld und Anleihen steigern. Ein weiterer Faktor ist die Rolle von Silber als Schlüsselkomponente in der KI-Infrastruktur, wie Mikrochips und Rechenzentren. Aufgrund seiner guten elektrischen Leitfähigkeit wird es auch in Leiterplatten, Schaltern, Elektrofahrzeugen und Batterien verwendet, was die aktuelle Nachfrage antreibt. Zudem suchen Anleger in Edelmetallen eine Absicherung gegen geopolitische und fiskalische Unsicherheiten, die Währungen wie den Dollar schwächen und andere Vermögenswerte wie Aktien belasten könnten.
Skepsis gegenüber der aktuellen Silber-Rallye
Brandt verteidigte seine vorsichtige Haltung gegenüber der Silber-Rallye. Er betonte, dass er Silber seit den 1970er Jahren handelt, als der Preis unter 4 US-Dollar pro Unze lag, und in einer einzigen Order bis zu 200.000 Unzen gehandelt hat. Er wies die Annahme zurück, dass der aktuelle Preisanstieg ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage widerspiegele, das einen Preisrückgang verhindern würde. Nach seiner Einschätzung hat dies "nichts mit Angebotsengpässen zu tun", sondern sei "ein Spiel des Geldes." Er fügte hinzu: "Es war nie anders. Wird es auch nie sein. Also genießen Sie es jetzt."