
Silberpreis auf Rekordhoch: Was Einsteiger über Edelmetalle wissen müssen
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Der Silberpreis hat im Jahr 2025 ein exponentielles Wachstum erlebt und diese Woche ein neues Rekordhoch überschritten. Mit einem Anstieg von über 121 % seit Jahresbeginn übertrifft Silber die Wertentwicklung von Gold deutlich und zieht die Aufmerksamkeit vieler Anleger auf sich. Doch gerade für Einsteiger in den Edelmetallmarkt ist ein informierter Ansatz entscheidend.
Silber erreicht neues Rekordhoch
Der Preis für Silber stieg am Donnerstag dieser Woche auf über $64 pro Troy-Unze und markierte damit ein neues Allzeithoch. Bereits im Oktober lag der Preis bei rund $50 pro Troy-Unze, während er im Dezember 2024 noch bei $29.04 notierte. Am 1. Januar 2025 startete Silber bei $28.92 und erreichte bis zum 11. Dezember $64, was einem Anstieg von mehr als 121 % in diesem Jahr entspricht. Auch am Dienstag erreichte der Preis über $60 pro Troy-Unze an der New Yorker Rohstoffbörse und am Montag überschritt er $59 pro Troy-Unze. Im Vergleich dazu stieg Gold im selben Zeitraum um etwa 59 % bis 60 %.
Treiber des Preisanstiegs
Eine Kombination verschiedener Faktoren befeuert den bemerkenswerten Anstieg des Silberpreises:
- Geschwächter US-Dollar: Der Greenback hat seit Jahresbeginn um etwa 8,5 % an Wert verloren, was Edelmetalle für Nicht-US-Investoren attraktiver macht. Diese Schwäche wird teilweise durch die Handelspolitik und die steigende US-Verschuldung beeinflusst.
- **Erwartete Zinssenkungen der Federal Reserve:** Die Erwartung einer weiteren Zinssenkung durch die Federal Reserve, möglicherweise um 25 Basispunkte, übt Druck auf den Dollar aus und erhöht die Attraktivität von nicht-verzinslichen Anlagen wie Edelmetallen. Niedrigere Zinsen senken die Opportunitätskosten des Haltens von Edelmetallen.
- Angebotsengpässe: Die Versorgung mit Silber ist derzeit sehr knapp. Die Kosten für das Leasen von Silber, eine bevorzugte Methode für industrielle Anwendungen, erreichten in diesem Jahr den höchsten Stand seit 2002. Inventare in Lagerhäusern der Shanghai Futures Exchange fielen auf den niedrigsten Stand seit 2015.
- Steigende Industrienachfrage: Rund 58 % der globalen Silbernachfrage stammen aus industriellen Anwendungen. Insbesondere die Nachfrage aus Sektoren wie Solarenergie (PV), Elektrofahrzeugen (EVs) und deren Infrastruktur sowie Rechenzentren und künstlicher Intelligenz (KI) wird voraussichtlich bis 2030 weiter steigen. Silber ist aufgrund seiner überlegenen elektrischen und thermischen Leitfähigkeit in diesen Technologien unerlässlich.
- "Debasement Trade": Investoren suchen nach Alternativen zum Dollar, da dieser nicht mehr als so ultrasicher wie früher angesehen wird. Diese Sorge um die Entwertung von Währungen treibt die Nachfrage nach Edelmetallen.
Michael Farr von Farr, Miller and Washington kommentierte im Vorfeld der Fed-Sitzung, dass die Edelmetallpreise als Absicherung steigen. Collamore Crocker von New Century Advisors fügte hinzu, dass die Sorge um Regierungen, die den Wert ihrer eigenen Währungen untergraben, ein großer Teil dieses Handels sei.
Was Einsteiger über Edelmetalle wissen sollten
Trotz des aktuellen Preisanstiegs sollten Anleger, insbesondere Neulinge, einen überlegten und informierten Ansatz wählen. Drei Kernpunkte sind dabei zu beachten:
Keine typischen Schnellgewinn-Investitionen
Edelmetalle wie Gold und Silber sind in der Regel keine Anlagen, mit denen sich schnelle Gewinne erzielen lassen. Stattdessen dienen sie besser als Instrument zur Portfoliodiversifikation, um die Volatilität von Aktien, Anleihen und anderen Anlagen auszugleichen. Sie können auch als Absicherung gegen die schädlichen Auswirkungen der Inflation dienen, da sie in solchen Perioden oft ihren Wert erhalten oder sogar steigern.
Obwohl die aktuelle Marktsituation ungewöhnlich ist und strategische, gut getimte Käufe und Verkäufe kurzfristig profitabel sein könnten, ist dies nicht der traditionelle Weg, von Edelmetallen zu profitieren.
Kreative Ansätze können erforderlich sein
Angesichts des Goldpreises von über $4.000 pro Unze und des über 100-prozentigen Anstiegs von Silber in diesem Jahr könnten die Zeiten des einfachen und erschwinglichen Einstiegs in Edelmetalle vorbei sein. Kreative Ansätze sind gefragt:
- Dollar-Cost Averaging: Investieren Sie regelmäßig den gleichen Geldbetrag in Edelmetalle. Dies verhindert, dass Sie sich übermäßig verschulden oder zu viel ausgeben.
- Bruchteile kaufen: Erwerben Sie Mengen, die kleiner als die konventionelle Troy-Unze sind, und bauen Sie Ihre Investition so schrittweise auf.
Einzigartige Ansätze können dazu beitragen, komfortabel zu investieren, ohne andere Anlagen zu gefährden.
Begrenzter Anteil im Portfolio
Trotz ihrer Rolle als Portfolioschutz und Inflationsabsicherung sollten Gold und Silber einen begrenzten Anteil Ihres Gesamtportfolios ausmachen. Experten empfehlen, Edelmetalle auf 10 % des Portfolios zu beschränken. Wenn Sie sowohl in Gold als auch in Silber investieren, bedeutet dies 5 % für jedes Metall, nicht 10 % für jedes.
Diese Begrenzung ermöglicht es Ihnen, andere Investitionen besser zu nutzen, während Sie gleichzeitig eine grundlegende Sicherheit durch Edelmetalle aufrechterhalten.
Ausblick und Prognosen
Die Deutsche Bank erwartet, dass die Silberbestände in Exchange Traded Funds (ETFs) im nächsten Jahr ein Rekordhoch erreichen werden, da Zinssenkungen die Nachfrage an der Wall Street ankurbeln. Die Analysten prognostizieren, dass die ETF-Bestände bis Ende 2026 etwa 1,1 Milliarden Troy-Unzen Silber erreichen könnten, was den Rekord von 2021 übertreffen würde.
Für das nächste Jahr prognostiziert die Deutsche Bank einen durchschnittlichen Silberpreis von etwa $55 pro Unze, gegenüber rund $38 in diesem Jahr. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Preise enttäuschen könnten, falls die Fed die Zinsen weniger stark senkt als erwartet, aus Sorge, dass die Inflation über ihr 2 %-Ziel hinaus beschleunigt.
Die EBC Financial Group weist darauf hin, dass die Informationen auf ihrer Website keine Anlageberatung darstellen und CFDs komplexe Instrumente sind, bei denen Verluste die Einlagen übersteigen können. Anleger sollten die Risiken verstehen und gegebenenfalls unabhängigen Rat einholen.