Silberpreis explodiert: Über 100 Dollar durch Solarnachfrage und Angebotsengpässe

Silberpreis explodiert: Über 100 Dollar durch Solarnachfrage und Angebotsengpässe

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Der Silberpreis hat am Freitag die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar pro Unze überschritten. Diese beeindruckende Rallye wird maßgeblich durch eine historische Angebotsverknappung und die stark wachsende Nachfrage aus der Solarpanel-Industrie angetrieben. Gleichzeitig verzeichnete Bitcoin (CRYPTO: BTC) einen deutlichen Rückgang von seinem Höchststand.

Silber überwindet die 100-Dollar-Marke

Silber schloss am 31. Oktober 2025 bei 48,68 US-Dollar pro Unze. Bis zum Freitagnachmittag stieg der Preis auf über 100 US-Dollar, was einem Anstieg von 104 % innerhalb von drei Monaten entspricht. Das gesamte oberirdische Silberangebot wird auf etwa 56 Milliarden Unzen geschätzt, einschließlich Barren, Münzen, Schmuck und Industrieprodukten.

Der Marktwert von Silber lag im Oktober bei rund 2,73 Billionen US-Dollar. Bei einem aktuellen Preis von 99 US-Dollar ist diese Bewertung auf etwa 5,56 Billionen US-Dollar explodiert – ein Anstieg von 2,83 Billionen US-Dollar in nur drei Monaten. Dieser Zuwachs entspricht dem 1,5-fachen der gesamten Marktkapitalisierung von Bitcoin, die bei 1,84 Billionen US-Dollar liegt.

Während Silber einen bemerkenswerten Aufschwung erlebte, fiel Bitcoin von über 126.000 US-Dollar im Oktober auf rund 89.000 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung der Kryptowährung sank von über 2,4 Billionen US-Dollar auf 1,84 Billionen US-Dollar, was einem Verlust von mehr als 600 Milliarden US-Dollar entspricht.

Treibende Kräfte der Silberrallye

Die Silberrallye wird durch das Zusammentreffen industrieller Notwendigkeit und einer Angebotsverknappung befeuert. Solarpanels machen laut dem "World Silver Survey 2025" des Silver Institute mittlerweile 29 % der industriellen Silbernachfrage aus, gegenüber nur 11 % im Jahr 2014. Jedes Solarpanel benötigt 15-25 Gramm Silber, und die globale Solarkapazität wird für 2026 auf 665 Gigawatt prognostiziert.

Darüber hinaus verwenden Elektrofahrzeuge 25-50 Gramm Silber, verglichen mit 15-28 Gramm in konventionellen Autos. Diese Nachfrage wird nicht abnehmen, sondern beschleunigt sich, da die grüne Energiewende von einem zukünftigen Trend zu einer aktuellen Realität wird.

Strukturelles Angebotsdefizit verschärft Lage

Die Angebotsseite ist noch angespannter. Das Silver Institute berichtet, dass 2024 das vierte Jahr in Folge mit Angebotsdefiziten war:

  • Minenproduktion: 819,7 Millionen Unzen
  • Gesamtnachfrage: 1,16 Milliarden Unzen
  • Industrienachfrage: 680,5 Millionen Unzen (Rekordhoch)

Das Defizit ist strukturell bedingt. Über 70 % des Silbers werden als Nebenprodukt beim Abbau von Blei, Zink und Kupfer gewonnen. Dies bedeutet, dass die Produktion nicht einfach hochgefahren werden kann, wenn die Preise steigen.

Forschungsergebnisse der Universität Gent und Engie Laborelec prognostizieren, dass die globale Silbernachfrage bis 2030 jährlich 48.000-52.000 metrische Tonnen erreichen könnte, während das Angebot nur 34.000 metrische Tonnen betragen wird. Allein die Solarindustrie könnte bis zum Ende des Jahrzehnts 29-41 % des prognostizierten globalen Angebots verbrauchen.

Was kommt als Nächstes für Silber?

Silber nähert sich der psychologischen Schwelle von 100 US-Dollar pro Unze. Die Frage ist nicht mehr, ob es diese durchbrechen kann, sondern ob 100 US-Dollar zu einem neuen Boden statt zu einer Obergrenze werden. Die fundamentalen Argumente bleiben intakt.

Angebotsdefizite zeigen keine Anzeichen einer Abschwächung, die Industrienachfrage beschleunigt sich, und geopolitische Spannungen treiben weiterhin Safe-Haven-Ströme in physische Vermögenswerte. Silber hat seinen Ruf als "langweiliges" Edelmetall offiziell abgelegt und beweist seine Relevanz in einer sich wandelnden Weltwirtschaft.