
Silberpreis knackt $90-Marke: Minenaktien und ETFs profitieren vom Rekordlauf
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Der Silberpreis hat am Dienstag erstmals die Marke von 90 US-Dollar pro Unze überschritten und damit ein neues Rekordhoch erreicht. Dieser historische Anstieg, der sich am Mittwoch fortsetzte, beflügelt die Aktien von Silberminenbetreibern und verwandte Exchange Traded Funds (ETFs) weltweit. Die Rallye wird durch eine Mischung aus industrieller Nachfrage, globaler Marktvolatilität und dem Status als sicherer Hafen angetrieben.
Silberpreis erreicht neue Rekordhöhen
Spot-Silber, das Gold im vergangenen Jahr mit einem jährlichen Gewinn von 150 % übertraf, notierte am Mittwoch um 5:42 Uhr ET bei 90,55 US-Dollar pro Unze, ein Plus von mehr als 4 %. Bereits am Dienstag hatte der Spotpreis ein Allzeithoch von 89,05 US-Dollar pro Unze erreicht. Seit Jahresbeginn ist der Silberpreis um 27 % gestiegen, während die Futures für die März-Lieferung zuletzt bei 90,40 US-Dollar gehandelt wurden.
Im Jahr 2025 verzeichnete das Edelmetall bereits eine der besten Jahresleistungen seiner Geschichte mit einem Gewinn von 140 %. Am 13. Januar 2026 wurden US Silver Eagle Münzen von Händlern für etwa 104 US-Dollar gehandelt. Auch an der Multi Commodity Exchange (MCX) stiegen die Silber-Futures für die Lieferung am 5. März 2026 am Mittwoch auf ein neues Allzeithoch von 2.87.990 Rupien pro Kilogramm.
Silberminenaktien und ETFs im Aufwind
Die positive Entwicklung des Silberpreises führte zu deutlichen Kursgewinnen bei Unternehmen, die im Silberbergbau tätig sind, sowie bei spezialisierten ETFs. Im vorbörslichen Handel am Mittwoch verzeichneten US-gelistete Aktien folgende Zuwächse:
- Hecla Mining (Betreiber der Greens Creek Mine in Alaska, einer der größten Silberminen der Welt): +3,4 %
- Endeavour Silver: +3,3 %
- First Majestic Silver: +3,2 %
- Coeur Mining (Betreiber der Rochester Mine in Nevada): +2,9 %
- Silvercorp Metals: +2,6 %
- Teck Resources: +2,3 %
- Wheaton Precious Metals: +1,5 %
Auch jenseits des Atlantiks profitierten Unternehmen: Die in London gelisteten Aktien von Fresnillo erreichten ein Rekordhoch und notierten zuletzt 0,8 % höher. In Indien stiegen die Aktien von Hindustan Zinc um 6,5 %, während Vedanta um 6 % auf ein Allzeithoch kletterte und der NIFTY METAL Index um 2,8 % zulegte.
Silberbezogene ETFs zeigten ebenfalls starke Performance im vorbörslichen Handel:
- Abrdn Physical Silver Shares ETF: +4 %
- iShares Silver Trust Fund: +4,2 %
- ProShares' Ultra Silver ETF: +8,2 %
Treiber der Silberrallye: Industrielle Nachfrage und Safe-Haven-Status
Die aktuelle Silberrallye wird von mehreren Faktoren angetrieben. Dazu gehören eine sich verschiebende industrielle Nachfrage und globale Marktvolatilität. Geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten verstärken zudem die Attraktivität von Silber als sicheren Hafen. Massive Kapitalzuflüsse in den Edelmetallmarkt und eine Verlagerung der Anlegerstimmung hin zu Sachwerten mit Safe-Haven-Charakter sind ebenfalls entscheidend.
Ein strukturelles Marktdefizit, das seit Jahren besteht, sowie die Aufnahme des Metalls in die US-Liste der kritischen Mineralien tragen ebenfalls zur Preisentwicklung bei. Spekulative Kapitalflüsse und die duale Rolle von Silber als Industrie- und Safe-Haven-Asset verstärken die Dynamik. Die Erwartung von Zinssenkungen, die den US-Dollar schwächen und nicht-verzinsliche Anlagen wie Silber und Gold stärken, befeuert den Markt zusätzlich.
Experten blicken optimistisch in die Zukunft
Analysten erwarten, dass die Dynamik des Silberpreises auch 2026 anhalten wird, wobei viele weitere Rekordniveaus prognostizieren. Evy Hambro, Portfoliomanager und Global Head of Thematics and Sector Investing bei BlackRock, äußerte, dass BlackRock langfristig optimistisch für Silber sei. Er betonte jedoch, dass Silber eher ein Industriemetall als Gold sei. BlackRock begann erst 2024, in die entsprechenden Aktien zu investieren, da die Preise Niveaus erreicht hatten, die den Unternehmen anständige Renditen ermöglichten.
Für 2026 erwartet Hambro, dass die Renditen davon abhängen werden, wie die Unternehmensleitungen die gestiegenen Cashflows allokieren. Eine anhaltende Disziplin, wie massive Dividendenerhöhungen anstelle von übermäßigen Investitionen oder Fusionen und Übernahmen, werde die Minenbetreiber im Jahr 2026 differenzieren.
Soni Kumari, Rohstoffstrategin bei ANZ, kommentierte, dass bei anhaltenden Bedingungen die Preise bald die 90 US-Dollar pro Unze erreichen könnten. Metals Focus hält einen dreistelligen Höchststand für wahrscheinlich, da die geringere Marktgröße von Silber Preisbewegungen verstärkt. Jin Hennig, Global Head of Metals bei CME Group, stellte fest, dass Silber für Privatanleger zunehmend attraktiv sei, die ihr Engagement in einer breiteren Palette von Metallen diversifizieren möchten.
Robert Kiyosaki, Autor von "Rich Dad Poor Dad", bejubelte den Anstieg des Silberpreises über 90 US-Dollar. Er riet Anlegern, Geduld zu bewahren und warnte davor, dass Kleinanleger, die zu diesen Höchstständen verkaufen, den Silbermarkt zum Absturz bringen könnten. Kiyosaki, der 1965 begann, Silber für 1 US-Dollar pro Unze zu kaufen, beabsichtigt, Silber bis 100 US-Dollar weiter zu kaufen und es schließlich gegen Gold einzutauschen.