SoFi trotzt Marktwind: Rekordumsatz, aber verhaltener Ausblick

SoFi trotzt Marktwind: Rekordumsatz, aber verhaltener Ausblick

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SoFi, der Online-Kreditgeber und die Digitalbank, hat im ersten Quartal 2026 beeindruckende Ergebnisse erzielt, darunter Rekordumsätze und eine deutliche Steigerung der Kreditvergabe. Trotz dieser starken Leistung hält das Unternehmen an seinem ursprünglichen Jahresausblick fest, was CEO Anthony Noto mit der Erwartung einer unveränderten Zinspolitik der Federal Reserve und makroökonomischen Unsicherheiten begründet.

Rekordergebnisse im ersten Quartal 2026

SoFi verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Gesamtnettoumsatz von 1,1 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 43 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der bereinigte Nettoumsatz erreichte 1,087 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzungen der Wall Street von 1,049 Milliarden US-Dollar um 3,6 %. Das Nettoergebnis belief sich auf 166 Millionen US-Dollar, oder 12 Cent pro Aktie, und entsprach damit genau den Erwartungen der Analysten.

Das Unternehmen meldete zudem ein bereinigtes EBITDA von 339,9 Millionen US-Dollar, ein Plus von 62 % gegenüber dem Vorjahr, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 31 %. Die gesamten Vermögenswerte von SoFi stiegen um 42 % auf 53,7 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 37,7 Milliarden US-Dollar im Vorjahr.

Starkes Wachstum bei Mitgliedern und Produkten

SoFi konnte im ersten Quartal 2026 ein Rekordwachstum bei seinen Mitgliedern und Produkten verzeichnen. Die Mitgliederzahl stieg um 35 % auf 14,7 Millionen, wobei rund 1,1 Millionen neue Mitglieder hinzukamen. Die Anzahl der Produkte erhöhte sich um 39 % auf 22,2 Millionen, mit etwa 1,8 Millionen neuen Produkten.

Bemerkenswert ist, dass 43 % der neuen Produkte von bestehenden Mitgliedern angenommen wurden, was auf eine erfolgreiche Cross-Selling-Strategie hindeutet.

Rekord bei der Kreditvergabe

Die gesamte Kreditvergabe von SoFi erreichte im Berichtsquartal einen Rekordwert von 12,2 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 68 % gegenüber 7,2 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Dieses Wachstum wurde durch neue Rekorde bei Privat-, Studenten- und Hypothekendarlehen getragen.

Die Aufschlüsselung der Kreditvergabe zeigt:

  • Privatkredite: 8,3 Milliarden US-Dollar (davon 3,0 Milliarden US-Dollar im Auftrag Dritter)
  • Studentenkredite: 2,6 Milliarden US-Dollar
  • Hypothekendarlehen: 1,2 Milliarden US-Dollar

Zusätzlich hat SoFi kürzlich die Einführung von Eigenkapitallinien (Home Equity Lines of Credit) auf seiner Kreditplattform bekannt gegeben. Damit will das Unternehmen einen Teil des 11 Billionen US-Dollar umfassenden Eigenkapitals von US-Hausbesitzern erschließen.

Ausblick bleibt trotz starker Zahlen unverändert

Trotz der überzeugenden Quartalsergebnisse hat SoFi seinen Jahresausblick für 2026 nicht angehoben und die Umsatzprognose von 30 % beibehalten. CEO Anthony Noto erklärte dazu in einem Bloomberg Live-Segment: „Wir gingen mit der Annahme ins Jahr, dass wir mindestens zwei Zinssenkungen haben würden, und das war eine der Schlüsselannahmen für unseren Umsatzausblick.“

Noto führte weiter aus: „Obwohl wir das Quartal übertroffen haben, erhöhen wir den Jahresausblick nicht, weil wir jetzt keine Zinssenkungen erwarten, und das wird ein schwierigeres Umfeld sein, als wenn wir zwei Zinssenkungen gehabt hätten.“ Er nannte auch makroökonomische Unsicherheiten wie „globale Probleme im Nahen Osten und den Druck auf Öl und die Inflation im Allgemeinen“ als Faktoren für diese Entscheidung.

Herausforderungen und Analystenmeinungen

Analysten äußerten Bedenken hinsichtlich eines Rückgangs der Kreditvergabe im Bereich des Loan Platform Business von SoFi, wo im Auftrag Dritter 3 Milliarden US-Dollar an Privatkrediten vergeben wurden, verglichen mit 3,6 Milliarden US-Dollar im Vorquartal. Dies führte zu einer Beeinträchtigung der Gebühreneinnahmen. Andrew Jeffrey, Analyst bei William Blair, kommentierte in einer Research-Notiz: „Unser Eindruck ist, dass die Probleme im Private-Credit-Bereich spürbar werden.“

Noto entgegnete diesen Bedenken in der Telefonkonferenz mit Investoren: „Wir sehen eigentlich keine Probleme“ in der Performance. Er betonte, dass SoFi „eine Nachfrage über unsere vertraglichen Verpflichtungen hinaus“ habe und dass die Partner im Loan Platform Business „unbesicherte Konsumentenkredite von uns kaufen, nicht Unternehmen mit Unternehmensschulden finanzieren.“

Die Aktien von SoFi fielen am Mittwochmittag um 13 %, was den größten Tagesverlust des Papiers im letzten Jahr darstellte. Noto erklärte den Rückgang mit der fehlenden Anhebung der Prognose: „Im Allgemeinen, wenn man die Prognose nicht anhebt, gibt man den Leuten etwas zu befürchten.“

William Blair bestätigte seine „Outperform“-Einstufung für die SoFi-Aktie, räumte jedoch kurzfristige Belastungen ein. Die Analysten erwarten, dass die Aktien „durch das Ausbleiben einer Aufwärtskorrektur der Prognose, den Druck auf die Gebühreneinnahmen und eine verhaltene Entwicklung der Kreditausfälle belastet werden.“ Dennoch bleibe die langfristig optimistische These unverändert, da SoFi „stetig Marktanteile von traditionellen Banken gewinnt und dauerhaft überdurchschnittliche organische Umsätze generiert.“

Strategische Initiativen und Innovationen

SoFi treibt weiterhin strategische Initiativen voran. Noto hob die kürzliche Einführung von Big Business Banking hervor, einer Schnittstelle für Unternehmenskunden zur gemeinsamen Verwaltung von Fiat- und Krypto-Assets. „Als national lizenzierte Bank sahen wir eine enorme Chance, Fiat- und Krypto-Banking für Unternehmen auf einer einzigen, integrierten und vollständig regulierten Plattform anzubieten“, so Noto. Das Produkt richtet sich zunächst an Kunden in Krypto- oder Krypto-nahen Branchen.

Weitere Initiativen umfassen die Prägung des SoFiUSD Stablecoins und die Entwicklung von Abwicklungsfähigkeiten und Interoperabilität mit Partnern wie Mastercard. Zudem wurde SoFi Plus mit erweiterten Mitgliedervorteilen neu aufgelegt. Das Unternehmen konnte auch seine Einlagen- und Finanzierungsmix verbessern, wobei die durchschnittlichen Gesamteinlagen über 90 % der durchschnittlichen Gesamtverbindlichkeiten im ersten Quartal ausmachten, was zu geschätzten jährlichen Zinsaufwandsersparnissen von rund 621,8 Millionen US-Dollar führte.

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