Solo-Ager: Finanzielle und soziale Herausforderungen im Alter

Solo-Ager: Finanzielle und soziale Herausforderungen im Alter

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Die Zahl der älteren Erwachsenen, die allein leben, unverheiratet sind und keine erwachsenen Kinder haben, auf die sie sich verlassen können – sogenannte "Solo-Ager" – wächst rasant. Diese demografische Entwicklung stellt viele vor erhebliche finanzielle, soziale und gesundheitliche Herausforderungen, da sie oft ohne ein starkes Unterstützungsnetzwerk auskommen müssen. Steigende Lebenshaltungskosten und ein Mangel an altersgerechtem Wohnraum verschärfen die Situation zusätzlich.

Die wachsende Gruppe der "Solo-Ager"

Im Jahr 2022 lebten laut US Census Daten etwa 28 % der Menschen ab 65 Jahren – das sind 22,1 Millionen Menschen – allein und kinderlos. Dieser Anteil ist seit 1950, als er noch bei etwa 10 % lag, deutlich gestiegen. Während der Anteil älterer Frauen, die allein leben, in den letzten 30 Jahren leicht gesunken ist, stellen Frauen immer noch die überwiegende Mehrheit der Solo-Ager dar.

Dieser Trend zu kleineren und geografisch verstreuteren Familien begann mit den Babyboomern und hat sich seitdem beschleunigt, wie Vickie Bajtelsmit, emeritierte Finanzprofessorin an der Colorado State University, feststellt. Viele Menschen verbringen ihren Lebensabend ohne nahe Verwandte. Valerie Miller, 68, aus San Bernardino, Kalifornien, ist ein Beispiel dafür: Sie lebt allein, ihre Freunde sind weggezogen oder verstorben, und der Kontakt zu ihrer Familie ist spärlich. Sie arbeitet Vollzeit remote, macht sich aber Sorgen, aus ihrem Mobilheimpark verdrängt zu werden, sollte sie nicht mehr arbeiten können. "Es fühlt sich an, als würde ich ohne Netz fliegen", sagte sie. "Es gibt niemanden, der mich auffängt."

Finanzielle und gesundheitliche Herausforderungen

Ältere Amerikaner, die allein leben, kämpfen tendenziell stärker mit finanziellen Problemen sowie mit ihrer emotionalen und körperlichen Gesundheit. Eine Pew-Analyse von US Census Daten aus dem Jahr 2023 ergab, dass etwa 20 % der allein lebenden älteren Menschen in Armut lebten, verglichen mit 6 % derer, die mit anderen zusammenlebten. Zudem berichten sie von einer geringeren Lebensqualität, und mehr als die Hälfte der über 50-Jährigen fühlt sich laut einer aktuellen AARP-Umfrage nicht sicher, allein alt zu werden.

Die steigenden Lebenshaltungskosten, insbesondere für Gesundheits- und Langzeitpflege, sind für die meisten unerschwinglich. Dienstleistungen wie häusliche Pflegehilfen oder betreutes Wohnen liegen außerhalb der finanziellen Reichweite vieler. Valerie Miller leidet unter Arthritis und Schwindel und hat niemanden Zuverlässigen, auf den sie sich stützen kann. Es wird für sie auch immer schwieriger, allein zu leben und körperliche Arbeiten wie Haus- und Gartenpflege zu erledigen. "Ich bekomme eine Mahnung, weil die Bäume zu buschig sind oder das Unkraut wuchert, und es wird langsam so, dass ich meine Gartenarbeit nicht mehr erledigen kann", erklärte sie.

Zusätzlich belasten verschiedene Haushaltskosten das Budget älterer Menschen mit geringem Einkommen erheblich:

  • Unbezahlbare Energiekosten.
  • Stark gestiegene Wasserpreise im Jahr 2025.
  • Herausforderungen bei der Bezahlung von Breitbandkosten, obwohl Breitband ein wesentlicher Bestandteil des Lebens ist.
  • Schwierigkeiten bei der Begleichung der Grundsteuer (Council Tax).
  • Unvorhergesehene Notfallkosten, die die Haushaltsfinanzen ruinieren können.

Der Mangel an altersgerechtem Wohnraum

Bob Kramer, Gründer des National Investment Center for Seniors Housing and Care (NIC), betont, dass das Land nicht auf das "explosive Wachstum der Solo-Ager" vorbereitet ist. Es wird nicht genügend altersgerechter Wohnraum gebaut. Nur 10 % der Häuser verfügen über grundlegende Barrierefreiheitsmerkmale wie einen stufenlosen Eingang sowie Schlafzimmer und Bad im Erdgeschoss.

Entwickler scheuen oft die Kosten und wollen keine Einheiten, die "alt aussehen", weshalb Haltegriffe oder erhöhte Toiletten selten zu finden sind. Die meisten neuen, kleineren Häuser sind für junge Menschen oder kleine Familien konzipiert. Kramer kritisiert: "Wir bauen nicht für die durchschnittliche alleinstehende Frau, die 72 Jahre alt ist und einen Ort der Kameradschaft, des Komforts und der Sicherheit sucht, den sie sich leisten kann." Dies hat zu einem Anstieg der Nachfrage nach altersbeschränkten "Active Adult"-Gemeinschaften oder unabhängigem Wohnen geführt.

Denise Cariello, 59, lebt allein in einer Ein-Zimmer-Mietwohnung in Irvine, Kalifornien, und sorgt sich, ob sie sich die steigenden Mieten in der teuren Gegend noch leisten kann. "Ich weiß nicht wirklich, was die Zukunft bringt. Ich weiß nicht, ob ich es mir leisten könnte, in Kalifornien zu bleiben", sagte sie. Barbara White, 72, eine Witwe, konnte ihr Haus verkaufen und ein barrierefreies Haus in einer 55+-Gemeinschaft in Brevard County, Florida, kaufen. Obwohl sie erwachsene Söhne hat und somit keine Solo-Agerin im engeren Sinne ist, schätzt sie ihre Unabhängigkeit.

Auch international ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für ältere Menschen ein Problem. In Bath, Großbritannien, sind die Hauspreise über 13-mal so hoch wie das Durchschnittsgehalt, was die Stadt zu einem der am wenigsten erschwinglichen Orte im Vereinigten Königreich macht. Hier spielen Almshouses, wie sie von der St John's Foundation angeboten werden, eine wichtige Rolle, indem sie sicheren, bezahlbaren Wohnraum und eine integrierte Gemeinschaft bieten. Die St John's Foundation investiert 5 Millionen Pfund, um neue Almshouses zu schaffen und bestehende zu verbessern, mit dem Ziel, bis zu 110 Einheiten bereitzustellen. Studien zeigen, dass Bewohner solcher unterstützenden Gemeinschaften bis zu zweieinhalb Jahre länger leben können.

Frühzeitige Planung ist entscheidend

Vickie Bajtelsmit betont, dass nicht genügend Solo-Ager vorausschauend planen. Da sie oft ein schwächeres Unterstützungsnetzwerk haben, sollten sie früher damit beginnen, herauszufinden, wobei sie in Zukunft Hilfe benötigen könnten. "Das große Problem ist, niemanden zu haben, der einem hilft, wenn man einige Funktionen verliert, daher muss ein Solo-Ager versuchen, Entscheidungen früher zu treffen", erklärte sie.

Dies könnte bedeuten, Besitztümer zu reduzieren und früher in ein kleineres, barrierefreieres Zuhause umzuziehen. Es könnte auch die Suche nach professioneller Hilfe für Finanzen oder die Beauftragung einer Gesundheitsvollmacht oder von Pflegekräften umfassen. Bajtelsmit hat kürzlich einen Bericht für die Society of Actuaries verfasst, der Empfehlungen für Solo-Ager enthält, die von der Rechnungszahlung bis zu Hausreparaturen reichen. "Man sollte sich fragen: Was würden Familienmitglieder normalerweise für einen tun, wenn man älter wird?", rät sie.

Internationale Perspektiven auf Altersvorsorge

Angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten weltweit reagieren auch andere Länder mit Anpassungen ihrer Sozialleistungen. In Australien wird die maximale einfache Altersrente ab dem 30. November 2025 auf über 1.080 AUD vierzehntäglich erhöht. Diese unerwartet hohe Anpassung, die über den ursprünglichen Prognosen liegt, reagiert auf einen unerwarteten Anstieg der durchschnittlichen Wochenverdienste (AWE). Sie soll sicherstellen, dass Rentner ihre Würde und Kaufkraft angesichts der beschleunigten Kosten für Grundbedürfnisse wie Lebensmittel, Nebenkosten und Gesundheitsversorgung beibehalten können. Diese Maßnahme ist entscheidend, um die Rentner vor den kumulativen Auswirkungen der Inflation der letzten zwei Jahre zu schützen, die insbesondere ältere Menschen in Australien unverhältnismäßig stark betreffen.

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