Sony AI: Roboter "Ace" schlägt Tischtennis-Profis – Ein Meilenstein für KI und Industrie

Sony AI: Roboter "Ace" schlägt Tischtennis-Profis – Ein Meilenstein für KI und Industrie

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Der japanische Elektronikriese Sony hat mit seinem Tischtennis-Roboter "Ace" einen bemerkenswerten Erfolg erzielt. Eine neue Studie im Wissenschaftsjournal Nature zeigt, wie der Roboter nicht nur eine ernsthafte Herausforderung für menschliche Elite-Spieler darstellt, sondern diese teilweise sogar besiegt. Diese Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz (KI) machen Roboter zunehmend agiler und eröffnen neue Perspektiven für verschiedene Industrien.

Ein Meilenstein für KI und Robotik

Der von Sony entwickelte Roboterarm namens Ace wurde gegen professionelle Athleten eingesetzt und erwies sich als ebenbürtiger Gegner. Ace verfügt über neun Kameraaugen, die um das Spielfeld positioniert sind, und eine einzigartige Fähigkeit, das Logo des Balls zu verfolgen, um dessen Spin zu messen. Sony bezeichnet dies als das „erste Mal, dass ein Roboter in einem gängigen Wettkampfsport in der physischen Welt ein menschliches Expertenniveau erreicht hat – ein langjähriger Meilenstein für die KI- und Robotikforschung.“

Der maßgeschneiderte Roboter besitzt acht Gelenke, die seine Bewegungen steuern, was ihm ermöglicht, den Schläger präzise zu positionieren, Schläge auszuführen und schnell auf die Ballwechsel des Gegners zu reagieren. Für die Experimente baute Sony in seiner Tokioter Zentrale ein olympisches Tischtennisspielfeld, um den Athleten gleiche Bedingungen zu bieten. Einige der Athleten zeigten sich überrascht von Aces Können.

Die Technologie hinter Ace

Ace erlernte das Tischtennisspiel mithilfe der KI-Methode des Verstärkungslernens. Peter Dürr, KI-Forscher bei Sony AI und Mitautor der Studie, erklärte dazu: „Es gibt keine Möglichkeit, einen Roboter von Hand so zu programmieren, dass er Tischtennis spielt. Man muss lernen, wie man aus Erfahrung spielt.“

Michael Spranger, Präsident von Sony AI, betonte die Bedeutung der Geschwindigkeit in der modernen Robotik: „Geschwindigkeit ist heute wirklich eines der grundlegenden Probleme in der Robotik, insbesondere in Szenarien oder Umgebungen, die nicht festgelegt sind.“ Im Gegensatz zu Fabrikrobotern, die sehr schnell immer wieder dieselben Bewegungen ausführen, zeigt diese Technologie, dass Roboter trainiert werden können, um in unsicheren, sich ständig ändernden Umgebungen sehr anpassungsfähig, wettbewerbsfähig und schnell zu sein.

Potenzielle Anwendungen jenseits des Sports

Die von Ace demonstrierte Technologie könnte weitreichende Auswirkungen auf verschiedene Sektoren haben. Spranger sieht eine Rolle in der Fertigungsindustrie und anderen Branchen. Er merkte auch an, dass solche hochleistungsfähige und wahrnehmungsstarke Hardware potenziell im militärischen Bereich eingesetzt werden könnte.

Die Forscher legten Wert darauf, dem Roboter keinen unfairen Vorteil zu verschaffen. Seine Geschwindigkeit, Reichweite und Leistung wurden mit denen eines erfahrenen Athleten verglichen, der mindestens 20 Stunden pro Woche trainiert. Ace spielt nach den offiziellen Tischtennisregeln auf einem standardmäßigen Spielfeld. Spranger erklärte, dass das Ziel nicht sei, einen übermenschlichen Roboter zu bauen, der den Ball schneller als jeder Mensch zurückschlagen kann, sondern dass der Roboter durch KI, Entscheidungsfindung, Taktik und Geschick gewinnt.

Herausforderungen und Expertenmeinungen

Die Verlagerung der KI von simulierten Umgebungen in die physische Welt gilt als Goldstandard für Roboterhersteller. Spranger bezeichnete das vergangene Jahr als eine Art „ChatGPT-Moment für die Robotik“, da neue, KI-gesteuerte Ansätze Roboter lehren, ihre reale Umgebung zu verstehen und physisch anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen.

Obwohl Sony nicht der erste ist, der sich mit Tischtennis-Robotern beschäftigt – John Billingsley leistete bereits 1983 Pionierarbeit, und Googles KI-Forschungsabteilung DeepMind hat sich ebenfalls mit dem Sport befasst – sind Aces Fähigkeiten beeindruckend. Billingsley, ein emeritierter Mechatronik-Professor, merkte an, dass Aces allsehende Computer-Vision und Bewegungserkennung es einem Menschen mit zwei Augen schwer machen, eine Chance zu haben. Er fügte jedoch hinzu, dass dies die Lehre bestärkt, dass „wahrer Fortschritt aus Wettbewerben entsteht, egal ob es darum geht, einen Ball zu schlagen oder den Mars zu betreten.“

Unter den professionellen Spielern, die gegen Ace antraten, waren die japanischen Profis Minami Ando und Kakeru Sone. Zwei Schiedsrichter des japanischen Tischtennisverbandes bewerteten die Spiele. Nach weiteren Experimenten im Dezember 2025 beschleunigte Ace seine Schlaggeschwindigkeiten und Ballwechsel und spielte noch aggressiver. Dabei besiegte er alle bis auf einen von vier hochqualifizierten Spielern. Kinjiro Nakamura, ein Olympia-Teilnehmer von 1992, kommentierte nach der Beobachtung eines Schlags von Ace: „Niemand sonst hätte das tun können. Ich hätte nicht gedacht, dass es möglich ist.“ Er fügte hinzu, dass die Tatsache, dass der Roboter es nun getan hat, „bedeutet, dass auch ein Mensch es tun könnte.“

Erwähnte Persönlichkeiten