
Sony erhöht PlayStation 5 Preise: KI-Chip-Nachfrage treibt Kosten in die Höhe
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Sony Group erhöht die globalen Preise ihrer PlayStation 5 Konsolen, darunter eine Anhebung um 100 US-Dollar in den USA. Dies ist die zweite Preiserhöhung innerhalb weniger als eines Jahres, da das japanische Unternehmen mit den steigenden Kosten für Schlüsselkomponenten wie Speicherchips zu kämpfen hat.
Preisanpassungen bei PlayStation 5
Die aktualisierten US-Preise treten am 2. April in Kraft. Die Standard-PS5 wird dann 649,99 US-Dollar kosten, ein Anstieg von 549,99 US-Dollar. Die Digital Edition wird für 599,99 US-Dollar erhältlich sein, während die High-End-PS5 Pro 899,99 US-Dollar kosten wird. Auch der Preis des Remote-Players PlayStation Portal steigt von 199,99 US-Dollar auf 249,99 US-Dollar.
Ähnliche Erhöhungen werden in Europa, Japan und Großbritannien wirksam, wo jedes PS5-Modell um 90 Pfund (etwa 120 US-Dollar) teurer wird. Sony begründete diesen Schritt als "sorgfältige Evaluierung" der steigenden Kostendrucks in den globalen Lieferketten und als "notwendigen Schritt, um weiterhin innovative, hochwertige Spielerlebnisse zu liefern".
Ursachen der Kostenexplosion
Der Wettlauf der Technologiebranche um den Ausbau der Künstlichen Intelligenz (KI)-Infrastruktur hat Chiphersteller dazu veranlasst, margenstärkere Rechenzentrums-Chips zu bevorzugen. Dies führt zu einer Verknappung des Angebots für Consumer-Geräte und einem beispiellosen Anstieg der Speicherchip-Preise. Die letzte Preiserhöhung der PS5 in den USA um rund 50 US-Dollar erfolgte bereits im August des letzten Jahres.
Die steigende Nachfrage nach KI-Chips veranlasste auch Elon Musk, Pläne für zwei seiner Unternehmen, Tesla und SpaceX, bekannt zu geben, um eine fortschrittliche KI-Chip-Produktionsanlage zu errichten. Diese sogenannte "Terafab" soll zwei Einrichtungen umfassen: eine für KI-Chips für Teslas Elektrofahrzeuge und Optimus-Humanoide-Roboter, die andere für KI-Chips für weltraumgestützte Rechenzentren von SpaceX. Musk betonte: "Entweder wir bauen die Terafab, oder wir haben keine Chips."
Auswirkungen auf den Gaming-Markt
Analysten gehen davon aus, dass die Konsolenpreiserhöhungen das Wachstum im Videospielmarkt in diesem Jahr wahrscheinlich dämpfen werden. Die Verkaufszahlen der PlayStation 5 fielen im wichtigen Weihnachtsgeschäft von Oktober bis Dezember um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 8 Millionen Einheiten. Die Konsole ist seit etwa sechs Jahren auf dem Markt.
Der "Fortnite"-Hersteller Epic Games nannte ebenfalls schleppende Konsolenverkäufe als einen der Gründe für die Entlassung von 1.000 Mitarbeitern, die Anfang dieser Woche angekündigt wurde. Auch GameStop schließt 30 Filialen in New York als Teil landesweiter Schließungen, die mit sinkenden Verkaufszahlen in Verbindung gebracht werden.
Branchenweite Herausforderungen
Sony ist nicht das einzige Unternehmen, das auf die gestiegenen Kosten reagiert. Netflix hat ebenfalls die Abonnementpreise für alle Tarife erhöht. Auch Microsoft erhöhte die Preise seiner Konsole, der Xbox, im letzten Jahr.
Piers Harding-Rolls, Forschungsdirektor für Spiele bei Ampere Analysis, erklärte gegenüber CNBC, dass Preiserhöhungen aufgrund der gestiegenen Speicherchip-Preise unvermeidlich waren. Er vermutet, dass Sonys Preisschutz für Komponenten abgelaufen sein könnte und das Unternehmen nun seine ohnehin schon geringen Hardware-Margen schützen muss.
Expertenstimmen und Ausblick
Harding-Rolls hält es für wahrscheinlich, dass Microsoft und Nintendo in naher Zukunft ebenfalls Preisanpassungen vornehmen könnten. Er erwähnte zudem, dass der Krieg im Nahen Osten weiteren Druck auf die Komponentenpreise ausüben und eine neue Inflationswelle auslösen könnte.
Ein Sony-Manager äußerte sich im Februar in einem Earnings Call dahingehend, dass das Unternehmen die Auswirkungen höherer Speicherkosten abfedern will, indem es sich auf die Monetarisierung der bestehenden PS5-Nutzerbasis konzentriert und die Einnahmen aus Software- und Netzwerkdiensten weiter ausbaut.