SpaceX IPO: Galloways Skepsis vs. die Einzigartigkeit eines Giganten

SpaceX IPO: Galloways Skepsis vs. die Einzigartigkeit eines Giganten

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Die geplante IPO-Bewertung von SpaceX, die bei rund 1,8 Billionen US-Dollar liegen soll, polarisiert die Finanzwelt. Während der bekannte Professor Scott Galloway eine kritische Haltung einnimmt und die Bewertung als "ankerlos" bezeichnet, sehen andere Analysten gerade in der fehlenden Vergleichbarkeit ein starkes Argument für die Einzigartigkeit des Unternehmens.

Scott Galloways Kritik an der SpaceX-Bewertung

Scott Galloway hat sich deutlich gegen die aktuelle Bewertung von SpaceX positioniert. Er weist darauf hin, dass die Unternehmensbewertung von etwa 350 Milliarden US-Dollar im Mai 2025 auf 800 Milliarden US-Dollar im Dezember 2025 und dann auf 1,25 Billionen US-Dollar im Februar 2026 gestiegen ist, um nun ein IPO-Ziel von rund 1,8 Billionen US-Dollar zu erreichen. Dies entspricht einer Verfünffachung in weniger als einem Jahr.

Galloway zitiert Aswath Damodaran von der NYU Stern, der argumentiert, dass "Investoren bereits entschieden haben, dass sie SpaceX wollen, und nun rückwärts arbeiten, um den Preis zu rechtfertigen." Ein weiteres Warnsignal sieht Galloway in der 30-prozentigen Zuteilung an Kleinanleger, die auf eine Skepsis institutioneller Investoren hindeuten könnte. Er verweist zudem auf Saudi Aramco als mahnendes Beispiel und auf das empirische Muster der Underperformance von IPOs in den ersten ein bis drei Jahren nach der Notierung.

Die Herausforderung der Vergleichbarkeit

Ein zentraler Punkt von Galloways Argumentation ist die Schwierigkeit, vergleichbare Unternehmen (Peers) für SpaceX zu finden. Wall-Street-Banker haben verschiedene Kandidaten wie Boeing, AT&T, Palantir, GE Vernova und Vertiv in Betracht gezogen, konnten jedoch keinen sauberen Vergleich finden.

Galloways Schlussfolgerung lautet: "Wenn Banker keinen Peer finden können, bedeutet das normalerweise, dass die Bewertung keinen Anker hat, und diese scheint keinen Anker zu haben." Für ihn sind dies reale Bedenken, da Bewertungsdisziplin wichtig ist und "Gründerverehrung keine Anlagethese" darstellt.

Warum die "fehlenden Peers" ein Stärkezeichen sein könnten

Die Schwierigkeit, direkte Vergleichsunternehmen zu finden, wird von einigen Analysten jedoch nicht als Schwäche, sondern als Beleg für die Einzigartigkeit von SpaceX interpretiert. Unternehmen, die neue Kategorien definieren, haben oft keine direkten Peers.

Als Beispiele werden Alphabet (NASDAQ:GOOGL) und Amazon (NASDAQ:AMZN) genannt. Alphabet hatte bei seinem IPO keinen direkten Suchmaschinen-Peer und Amazon keinen Vergleich für seine Kombination aus E-Commerce und Cloud-Diensten. Heute hat Alphabet eine Marktkapitalisierung von rund 4,1 Billionen US-Dollar und Amazon von etwa 2,7 Billionen US-Dollar. Die anfängliche Schwierigkeit, Vergleichswerte zu finden, erwies sich in diesen Fällen als Merkmal ihrer strukturellen Einzigartigkeit.

SpaceX: Ein Konglomerat aus drei Geschäftsfeldern

SpaceX ist laut dieser Analyse im Grunde drei Unternehmen in einem, was die Suche nach einem einzelnen Peer erschwert:

  • Ein dominanter Anbieter für wiederverwendbare Schwerlaststarts.
  • Eine operative globale Breitbandkonstellation (Starlink) mit zahlenden Abonnenten.
  • Nationale Sicherheitsarbeit durch Starshield und Verträge mit dem US-Verteidigungsministerium (DoD).

Kein einziges börsennotiertes Unternehmen deckt alle diese drei Bereiche ab. Dies erklärt, warum Banker verschiedene Vergleichsunternehmen durchgingen, ohne eine perfekte Übereinstimmung zu finden. Die Summe der Teile passt nicht sauber in eine bestehende Kategorie.

Meilensteine statt reiner Spekulation

Die Sprünge in der Bewertung von SpaceX werden nicht nur als reine Spekulation, sondern als Reaktion auf reale operative Meilensteine interpretiert. Fortschritte bei der Entwicklung von Starship, das Erreichen der Profitabilität von Starlink und die Ausweitung von Regierungsaufträgen trieben jede Bewertungsanpassung voran. Dies unterscheidet sich von einer reinen narrativen Inflation.

Der Unterschied zu Saudi Aramco

Der Vergleich mit Saudi Aramco, das ebenfalls einen Rekord-IPO verzeichnete, wird als strukturell unpassend angesehen. Saudi Aramco war ein langsam wachsender, politisch kontrollierter Ölproduzent mit begrenzten Optionen.

SpaceX hingegen wird als ein Wachstumsunternehmen mit echter Plattform-Optionalität in den Bereichen Startdienste, Breitband und nationale Sicherheit beschrieben. Die beiden Unternehmen teilen lediglich die Schlagzeile eines Rekord-IPOs, jedoch keine strukturellen Gemeinsamkeiten.

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