
SpaceX und Anduril gewinnen Verträge für Trumps Golden Dome Raketenabwehr
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Die US Space Force hat 12 Unternehmen, darunter Schwergewichte wie Lockheed Martin Corp. und SpaceX, mit Verträgen im Wert von bis zu 3,2 Milliarden US-Dollar beauftragt. Diese Mittel sind für die Entwicklung von Prototypen für weltraumgestützte Abfangsysteme im Rahmen des "Golden Dome"-Plans von Präsident Donald Trump vorgesehen. Das ambitionierte Projekt zielt darauf ab, die Raketenabwehr der USA durch eine neue Generation orbitaler Systeme zu revolutionieren.
Milliardenaufträge für "Golden Dome"
Die Verträge wurden Ende 2025 und Anfang 2026 im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens, der sogenannten "Other Transactional Authority" (OTA), vergeben. Dieses Verfahren soll den üblichen bürokratischen Aufwand bei der Beschaffung reduzieren und den Wettbewerb fördern. Zu den ausgewählten Unternehmen gehören:
- Anduril Industries Inc.
- Booz Allen Hamilton Inc.
- General Dynamics Corp.
- GITAI USA Inc.
- Lockheed Martin Corp.
- Northrop Grumman Corp.
- Quindar Inc.
- RTX Corp.’s Raytheon
- Sci-Tec Inc.
- SpaceX
- True Anomaly Inc.
- Turion Space Corp.
Col. Bryon McClain von der Space Force betonte die Dringlichkeit des Vorhabens: „Die Fähigkeiten der Gegner entwickeln sich rasant weiter, und unsere Beschaffungsstrategien müssen sich noch schneller bewegen, um der wachsenden Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit moderner Raketenbedrohungen entgegenzuwirken.“
Das Konzept der weltraumgestützten Abwehr
Der "Golden Dome"-Plan sieht vor, über traditionelle bodengestützte Radar- und Abfangsysteme hinauszugehen, indem ein Großteil der Erkennungs- und Verfolgungskapazitäten in den Orbit verlagert wird. Das Kernstück sind sogenannte Space-Based Interceptors (SBIs), die feindliche Raketen außerhalb der Erdatmosphäre zerstören sollen. Diese Systeme sind ein entscheidender, aber noch unbewiesener Bestandteil des Plans.
Das Konzept basiert auf dem Einsatz von Hunderten von Satelliten in einem proliferierten niedrigen Erdorbit (pLEO), die eine kontinuierliche Überwachungsschicht bilden. Diese Satelliten sollen Raketenstarts nahezu sofort nach dem Start überall auf der Erde identifizieren und schnell bewegliche Bedrohungen wie ballistische Raketen, Hyperschall-Gleitflugkörper und schnelle Marschflugkörper verfolgen können. Durch die Stationierung von Abfangwaffen im Orbit soll das US-Militär Bedrohungen früher in ihrem Flugpfad bekämpfen und zerstören können.
Die Rolle der beteiligten Unternehmen
Die beteiligten Unternehmen bringen vielfältige Expertisen in das "Golden Dome"-Programm ein. SpaceX wird voraussichtlich primär durch seine Erfahrung im Bau und Betrieb großer Satellitenkonstellationen beitragen. Das bestehende Starlink-Netzwerk des Unternehmens hat die Fähigkeit demonstriert, groß angelegte orbitale Infrastrukturen zu verwalten und globale Datenkonnektivität aufrechtzuerhalten. Zudem entwickelt SpaceX Hochgeschwindigkeits-Laserkommunikationsverbindungen zwischen Satelliten, die für die schnelle Datenübertragung im Golden Dome-System entscheidend sind, und ist an der Entwicklung des Betriebssystems beteiligt.
Anduril Industries Inc. soll KI-gestützte Kommando- und Kontrollsysteme entwickeln, die Echtzeitdaten von Satelliten und Sensoren verarbeiten, Bedrohungen schnell identifizieren und automatisierte Abwehrmaßnahmen über verschiedene Netzwerkschichten hinweg koordinieren. Weitere Firmen wie Palantir Technologies und Scale AI werden an fortschrittlichen Datenintegrations- und KI-Systemen arbeiten, während Aalyria Technologies und Swoop Technologies Netzwerk- und Simulationstools entwickeln.
Kosten und Zeitplan
Die Unternehmen sind beauftragt, bis 2028 eine Fähigkeit für weltraumgestützte Abfangsysteme zu demonstrieren und Prototypen in die Golden Dome-Architektur zu integrieren. Eine vollständige Architektur wird für Mitte der 2030er Jahre erwartet.
Die Kostenprognosen für das "Golden Dome"-Programm sind beträchtlich. Das Congressional Budget Office (CBO) schätzte die Kosten für ein Netzwerk weltraumgestützter Abfangsysteme auf bis zu 542 Milliarden US-Dollar über 20 Jahre. Das gesamte Golden Dome-Programm wird auf 185 Milliarden US-Dollar geschätzt. Für das Fiskaljahr 2027 fordert das Pentagon 17,5 Milliarden US-Dollar für das Programm, wovon 398 Millionen US-Dollar aus dem Basisbudget stammen. Gen. Michael Guetlein, der oberste "Golden Dome"-Beamte des Pentagons, betonte die Bedeutung der Wirtschaftlichkeit: „Wir konzentrieren uns so sehr auf die Erschwinglichkeit. Wenn wir es nicht erschwinglich machen können, werden wir nicht in Produktion gehen.“
Experten weisen darauf hin, dass die Entwicklung von SBIs in der erwarteten Kapazität trotz technologischer Fortschritte und sinkender Kosten für Weltraumstarts weiterhin mit erheblichen technischen Hürden verbunden ist.