Spektakulärer Bankraub in Gelsenkirchen: Millionen aus Sparkassen-Tresor gestohlen

Spektakulärer Bankraub in Gelsenkirchen: Millionen aus Sparkassen-Tresor gestohlen

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Über das Weihnachtswochenende ereignete sich in Gelsenkirchen ein spektakulärer Bankraub, bei dem Diebe in eine Filiale der Sparkasse Gelsenkirchen einbrachen. Sie bohrten ein Loch in den Tresorraum und entwendeten Wertgegenstände aus Tausenden von Schließfächern. Der geschätzte Schaden beläuft sich auf mehrere zehn Millionen Euro.

Spektakulärer Einbruch über die Feiertage

Die Täter nutzten die Ruhe der Weihnachtsfeiertage, um in die Sparkassenfiliale im Stadtteil Buer einzudringen. Der Einbruch kam am Montagmorgen, dem 29. Dezember, gegen 3:58 Uhr ans Licht, als ein Feueralarm bei der Feuerwehr ausgelöst wurde. Bei der anschließenden Durchsuchung des Gebäudes entdeckten Polizei und Feuerwehr ein großes Loch in der Kellerwand des Tresorraums. Ein Feueralarm wurde bereits am Samstag ausgelöst, jedoch ohne dass Schäden festgestellt wurden.

Laut Polizeiangaben verschafften sich die Täter Zugang zum Sparkassengebäude über ein angrenzendes Parkhaus. Von dort aus bohrten sie ein präzises Loch durch die massive Betonwand des Tresors. Polizeisprecher Thomas Nowaczyk bezeichnete die Tat als "sehr spektakulär" und "professionell ausgeführt", vergleichbar mit einem Film wie "Ocean's Eleven". Das verwendete "sehr große Spezialwerkzeug" deutet darauf hin, dass die Aktion länger dauerte und keineswegs spontan war.

Das Ausmaß des Schadens und die Betroffenen

Die Diebe brachen in über 3.000 Schließfächer ein, was mehr als 95 Prozent des gesamten Bestands der Bank ausmacht. Rund 2.700 Bankkunden sind von dem Vorfall betroffen. Die Sparkasse Gelsenkirchen informierte ihre Kunden auf ihrer Webseite, dass sie davon ausgehen müssten, dass auch ihr Schließfach aufgebrochen wurde.

Die Schätzungen des entstandenen Schadens variieren. Während der versicherte Wert der Schließfächer auf mindestens 31 Millionen Euro beziffert wird, geht die Polizei von einem Gesamtschaden zwischen 10 und 90 Millionen Euro aus. Jedes Schließfach ist standardmäßig bis zu 10.300 Euro versichert, es sei denn, Kunden hatten eine zusätzliche private Versicherung abgeschlossen. Viele Betroffene hatten jedoch keine zusätzliche Versicherung für ihre Erbstücke und Wertanlagen, wie beispielsweise Goldmünzen oder Familienschmuck.

Wütende Kunden und laufende Ermittlungen

Nach Bekanntwerden des Einbruchs versammelten sich am Montag und Dienstag Hunderte wütender Kunden vor der geschlossenen Filiale, um Informationen über ihre Wertgegenstände zu erhalten. Es kam zu "tumultartigen Szenen" und Drohungen gegen Bankmitarbeiter, weshalb die Polizei zur Aufrechterhaltung der Ordnung eingesetzt wurde. Die Bank richtete später eine Hotline für betroffene Kunden ein.

Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren. Zeugen berichteten, in der Nacht von Freitag auf Samstag mehrere Männer mit großen Taschen im Treppenhaus des Parkhauses gesehen zu haben. Videoaufnahmen aus dem Parkhaus zeigen zudem einen schwarzen Audi RS 6, der am frühen Montagmorgen mit maskierten Personen das Parkhaus verließ. Das Kennzeichen des Fahrzeugs war zuvor in Hannover, etwa 145 Meilen (ca. 233 km) von Gelsenkirchen entfernt, gestohlen worden.

Insiderwissen vermutet

Kriminologe Michael Levi von der Cardiff University äußerte gegenüber DW News die Vermutung, dass die Täter "ein gewisses Maß an Insiderinformationen" gehabt haben könnten. Er wies darauf hin, dass Banken an Feiertagswochenenden oft weniger strenge Sicherheitsvorkehrungen treffen. Die Ermittler konzentrieren sich daher auch auf unzufriedene (ehemalige) Mitarbeiter oder Auftragnehmer.

Der Vorfall in Gelsenkirchen reiht sich ein in eine Reihe von aufsehenerregenden Einbrüchen. Erst im April dieses Jahres stahlen Diebe in Los Angeles Schmuck und Bargeld im Wert von fast 20 Millionen US-Dollar, indem sie einen Tunnel zu einem Juweliergeschäft gruben. Der Gelsenkirchener Fall unterstreicht die Notwendigkeit, die Sicherheitskonzepte von Banken kontinuierlich zu überprüfen und anzupassen.

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