Sportwetten: Wie der Boom junge Amerikaner in finanzielle Not treibt

Sportwetten: Wie der Boom junge Amerikaner in finanzielle Not treibt

Aktualisiert:
5 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Seit der Aufhebung des bundesweiten Wettverbots im Jahr 2018 haben Amerikaner über 520 Milliarden US-Dollar auf Sportereignisse gesetzt. Doch dieser Boom führt laut einer neuen Studie der Federal Reserve Bank of New York zu erheblichen finanziellen Problemen, insbesondere bei jungen Erwachsenen unter 40 Jahren, die vermehrt in Zahlungsverzug geraten. Die Branche mag dies als Erfolg feiern, doch für die Finanzen vieler junger Amerikaner und ihrer Familien stellt es eine ernste Herausforderung dar.

Steigender Zahlungsverzug durch Sportwetten

Eine aktuelle Studie der Federal Reserve Bank of New York hat die Kreditdelinquenzraten – also das Überschreiten der Zahlungsfrist um 90 Tage oder mehr bei Autokrediten, Kreditkarten oder anderen Kreditkonten – in Staaten untersucht, die mobile Sportwetten legalisiert haben. Die Ergebnisse zeigen einen Anstieg dieser Raten in allen Staaten mit legalisierten mobilen Sportwetten. Besonders betroffen sind Erwachsene unter 40 Jahren.

Die Forscher nutzten das New York Fed Consumer Credit Panel, eine repräsentative Stichprobe von Equifax-Kreditberichten, um die Entwicklung des Zahlungsverzugs zu verfolgen. In den Landkreisen, die Wetten legalisierten, stiegen die Delinquenzraten um 0,31 Prozentpunkte von einem Ausgangswert von 10,71 Prozent. Obwohl nur etwa 3,1 Prozent der Menschen in diesen Landkreisen nach der Legalisierung mit dem Wetten begannen, erhöhte sich die implizite Delinquenzrate für Wettende aller Altersgruppen um 10 Prozentpunkte.

Junge Erwachsene besonders gefährdet

Für Wettende unter 40 Jahren stieg die Delinquenzrate sogar um 26 Prozentpunkte, was bedeutet, dass mehr als jeder Vierte seine Rechnungen nicht mehr pünktlich bezahlen konnte. In dieser Altersgruppe stieg der Zahlungsverzug bei Kreditkarten um 7,9 Prozent und bei Autokrediten um 5,6 Prozent. Im Vergleich dazu verzeichneten Erwachsene zwischen 40 und 64 Jahren einen Anstieg der Delinquenzraten um 7,4 Prozent, was nur einen Bruchteil des Anstiegs bei ihren jüngeren Altersgenossen ausmacht.

Die finanziellen Schäden zeigen sich nicht sofort. Der Zahlungsverzug begann etwa ein Jahr nach der Legalisierung anzusteigen und setzte sich über drei Jahre fort, ohne Anzeichen einer Verlangsamung. Dieser Zeitverzug ist nachvollziehbar, da Wettende nicht sofort ihr Budget sprengen, sondern mit kleineren Einsätzen beginnen und mit wachsendem Selbstvertrauen zu größeren, riskanteren Wetten übergehen, oft unterstützt durch anfängliche Erfolge. Bis sie erkennen, wie viel sie mit ihrer Kreditkarte eingesetzt haben, ist es meist mehr, als sie leicht zurückzahlen können.

Finanzielle Belastung und Verhaltensmuster

Der Sportwettenmarkt ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen, insbesondere unter jungen Erwachsenen, begünstigt durch digitale Medien, aggressive Werbung und die Integration von Wetten in die Sportkultur. Eine Scoping Review aus dem Jahr 2020 zeigt, dass Sportwetten bei jungen Erwachsenen extrem normalisiert sind und durch den einfachen Online-Zugang sowie Werbeangebote gefördert werden. Die berichteten finanziellen Folgen umfassen finanziellen Stress, Schuldenanhäufung, Verlust von Ersparnissen und eine geringe finanzielle Widerstandsfähigkeit.

Verhaltensbezogene Faktoren wie die wahrgenommene eigene Fähigkeit und das "Verlustjagen" (loss chasing) tragen zu diesen Schäden bei. Seit der Pandemie haben Wettende ihre vierteljährlichen Ausgaben mehr als verdoppelt, von unter 500 US-Dollar im Dezember 2019 auf über 1.000 US-Dollar im Juni 2021. Dies wurde maßgeblich durch neue mobile Apps und aggressive Marketingkampagnen von Online-Glücksspielunternehmen angeheizt. Brett Hollenbeck, außerordentlicher Professor für Marketing an der UCLA Anderson School of Management, stellte in einer im letzten Jahr veröffentlichten Studie fest, dass der durchschnittliche Kredit-Score in Staaten mit legalisierten Sportwetten um 0,8 Punkte sank.

Online-Wetten und das Risiko der Insolvenz

Die Möglichkeit, Wetten bequem über das Smartphone zu platzieren, hat die Zugänglichkeit erheblich erhöht. Eine Studie aus dem Jahr 2025, die von Brett Hollenbeck mitverfasst wurde, zeigte, dass der Online-Zugang zu Sportwetten in Staaten, die dies erlaubten, zu einem Anstieg der Insolvenzwahrscheinlichkeit um 10 Prozent und einem Anstieg der Inkassobeträge um 8 Prozent führte. Diese Ergebnisse traten etwa zwei Jahre nach der Legalisierung der Praxis auf.

Die Studie stellte fest: "Zusammen deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass die einfache Zugänglichkeit von Sportwetten zu einem erheblichen Anstieg der durchschnittlichen Insolvenzraten, der an Inkassounternehmen übergebenen Schulden, der Nutzung von Schuldenkonsolidierungsdarlehen und des Zahlungsverzugs bei Autokrediten führt."

Die Problematik der "Prediction Markets"

Fast drei von vier Amerikanern glauben, dass die Terminologie von "Prediction Markets" die wahren finanziellen Risiken von Sportwetten verschleiert, insbesondere bei jungen Erwachsenen. Eine neue Umfrage, die vom 17. bis 22. März 2026 von Morning Consult im Auftrag von "Gambling is Not Investing" durchgeführt wurde, zeigt, dass amerikanische Erwachsene besorgt über den potenziellen Schaden sind, den Prediction Markets verursachen könnten, indem sie minderjährigen Sportwetten ermöglichen und glücksspielähnliches Verhalten mit Finanzinvestitionen verwechseln.

Wichtige Ergebnisse der Umfrage:

  • 81 Prozent der Amerikaner glauben, dass Sportwetten auf Prediction Markets Glücksspiel sind.
  • 77 Prozent der Amerikaner sind besorgt, dass Prediction-Market-Plattformen, die Teenagern das Wetten auf Sport ermöglichen, den glücksspielbedingten Schaden unter jungen Erwachsenen erhöhen könnten, im Vergleich zu Sportwettenanbietern, die ein Mindestalter von 21 Jahren vorschreiben.
  • 73 Prozent der Amerikaner glauben, dass die Beschreibung von Sportwetten als "Ereignisverträge", "Swaps" oder "Futures" es Verbrauchern, insbesondere jüngeren, erschwert, die damit verbundenen finanziellen Risiken zu erkennen.
  • 81 Prozent der Amerikaner sind der Meinung, dass Prediction-Market-Plattformen staatliche Glücksspielvorschriften einhalten sollten, einschließlich Altersbeschränkungen, Steuerstrukturen und Anforderungen an problematisches Glücksspiel.

Mick Mulvaney, Executive Director von "Gambling is Not Investing", kommentierte: "Prediction Markets versuchen, ihre Sportwettenprodukte als Finanzinvestition zu tarnen, um Amerikaner in die Irre zu führen und Verbraucherschutzmaßnahmen wie Altersanforderungen zu umgehen." Er fügte hinzu: "Mal ehrlich, wenn es wie eine Ente quakt, ist es Sportwetten." Die Koalition "Gambling is Not Investing" setzt sich dafür ein, dass Prediction Markets keine unsicheren und unregulierten Sportveranstaltungsverträge anbieten, die staatliche und stammesrechtliche Gesetze umgehen.