Spritpreise drücken Profitabilität: Ein Uber-Fahrer über die Herausforderungen im Gig-Economy-Alltag

Spritpreise drücken Profitabilität: Ein Uber-Fahrer über die Herausforderungen im Gig-Economy-Alltag

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Die steigenden Benzinpreise stellen eine erhebliche Belastung für Fahrer im Ride-Hailing-Sektor dar und zwingen viele, ihre Arbeitsweise zu überdenken. Bill Lewis, ein Vollzeit-Fahrer für Uber und Lyft in Pennsylvania, teilt seine Erfahrungen und zeigt auf, wie die aktuellen Kosten seine täglichen Entscheidungen beeinflussen.

Vom Parkett auf die Straße: Ein ungewöhnlicher Karriereweg

Bill Lewis, der in den Poconos lebt, blickt auf eine 25-jährige Karriere als Trader an der Wall Street zurück. Er begann als Angestellter und arbeitete sich hoch, bis Algorithmen den Handel übernahmen und er entlassen wurde. Heute, so Lewis, habe er erneut mit Algorithmen zu tun – diesmal als Fahrer für Uber und Lyft. Er ist sieben Tage die Woche, etwa 75 Stunden, im Einsatz und absolviert täglich zwischen 22 und 28 Fahrten. Die meisten seiner Fahrten finden im Umkreis von 25 Meilen um sein Zuhause statt, gelegentlich fährt er auch zum Flughafen Allentown.

Benzinpreise: Eine wachsende Belastung

Treibstoff ist für Lewis immer ein großer Kostenfaktor. Obwohl er einen Prius fährt, der etwa 50 Meilen pro Gallone verbraucht, muss er sein Fahrzeug sechs bis sieben Mal pro Woche betanken. Vor dem Krieg im Iran kostete eine Tankfüllung für ihn etwa 22 US-Dollar. Heute, so Lewis, belaufen sich die Kosten für dieselbe Tankfüllung auf 31 US-Dollar. Diese Preissteigerung hat direkte Auswirkungen auf seine Rentabilität.

Anpassung der Fahrgewohnheiten zur Kostensenkung

Um den gestiegenen Kosten entgegenzuwirken, hat Bill Lewis seine Fahrgewohnheiten geändert. Er vermeidet nun Fahrten, die ihn weit außerhalb der Stadt an abgelegene Orte führen, von denen er möglicherweise keine Rückfahrt in Richtung Heimat erhält. Solche Touren lohnen sich seiner Meinung nach nicht mehr, da die Benzinkosten für die Rückfahrt in die Stadt, um eine neue Fahrt zu finden, zu hoch sind.

Zudem nutzt er, wo immer möglich, Nebenstraßen. Obwohl die Autobahn vier oder fünf Minuten schneller sein mag, sind kleinere Straßen in seiner Gegend oft direkter und sparen Meilen. Diese kleinen Einsparungen summieren sich über die Zeit.

Forderung nach einem Treibstoffzuschlag

Bill Lewis hofft, dass die Ride-Hailing-Apps einen Treibstoffzuschlag einführen, um Fahrern bei der Deckung der höheren Kosten zu helfen. Er erinnert sich, dass dies bereits vor vier Jahren geschah, als die Benzinpreise nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine stiegen. Damals wurde den Fahrgästen ein Aufschlag von 0,45 bis 0,55 US-Dollar pro Fahrt berechnet. Lewis ist überzeugt, dass Kunden Verständnis für eine solche Maßnahme hätten.

Ein solcher Zuschlag würde ihm persönlich in manchen Wochen wahrscheinlich zusätzliche 80 US-Dollar einbringen. Bislang bieten Uber und Lyft lediglich Cashback auf Benzin über Partner-Apps oder bei Nutzung ihrer Debitkarten an, die Lewis jedoch nicht besitzt.

Profitabilität in der Gig Economy

Lewis betont, dass er mit seinem Hybridfahrzeug, das rund 50 Meilen pro Gallone erreicht, noch zurechtkommt. Für Fahrer, die ein herkömmliches Auto mit einem Verbrauch von 25 bis 30 Meilen pro Gallone fahren, sieht er jedoch kaum eine Möglichkeit, wie diese Art von Arbeit unter den aktuellen Bedingungen profitabel sein kann. Die gestiegenen Spritkosten stellen somit eine existenzielle Herausforderung für viele Fahrer in der Gig Economy dar.

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