Stagflationsangst: Ölpreise steigen, Aktienmärkte wanken – Burrys Trump-Warnung

Stagflationsangst: Ölpreise steigen, Aktienmärkte wanken – Burrys Trump-Warnung

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Die jüngsten Eskalationen im Nahen Osten haben die Ölpreise massiv in die Höhe getrieben und schüren Ängste vor einer globalen Stagflation. Analyst Michael Burry warnt, dass ein fallender Aktienmarkt für Präsident Donald Trump erneut zur politischen "Kryptonit" werden könnte, während die Weltwirtschaft mit steigenden Energiepreisen und unsicheren Märkten ringt.

Ölpreise explodieren: Eine neue Stagflationsangst?

Seit den US-israelischen Angriffen auf den Iran am 28. Februar ist der Rohölpreis um rund 50 % gestiegen. Brent-Rohöl notiert im niedrigen dreistelligen Bereich, mit Spitzen über 110 US-Dollar über Nacht, während Unterbrechungen in der Straße von Hormus etwa ein Fünftel des weltweiten Angebots abwürgen. West Texas Intermediate (WTI) hat ebenfalls die 100-Dollar-Marke überschritten, die schnellste Bewegung durch dieses Niveau überhaupt.

Am Sonntagabend sprang WTI-Rohöl um etwa 19 % auf rund 108 US-Dollar pro Barrel, während Brent-Rohöl um mehr als 16 % auf etwa 107 US-Dollar anstieg. Dies drückte den Ölpreis zum ersten Mal seit 2022, als die Märkte auf Russlands Invasion in der Ukraine reagierten, wieder über die 100-Dollar-Schwelle. Es braut sich eine Lehrbuch-Stagflationsangst zusammen, begleitet von steigenden Öl- und Energie-ETFs, einem erhöhten Inflationsrisiko und sich verschärfenden finanziellen Bedingungen. Laut The Kobeissi Letter könnten anhaltende Ölpreise auf dem aktuellen Niveau das US-BIP-Wachstum um etwa 0,5 % oder rund 160 Milliarden US-Dollar an verlorener Wirtschaftsleistung reduzieren.

Geopolitische Spannungen und ihre Folgen

Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten und die damit verbundenen Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz sind die Haupttreiber der aktuellen Marktentwicklungen. Diese Meerenge, die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs abwickelt, ist aufgrund von Angriffsängsten für Tanker praktisch gesperrt.

Produktionsausfälle in Kuwait, Irak und den Vereinigten Arabischen Emiraten belasten die Stimmung zusätzlich. Kuwait kündigte vorsorgliche Kürzungen der Ölproduktion und Raffineriekapazitäten aufgrund "iranischer Drohungen gegen die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormuz" an, ohne jedoch das Ausmaß der Kürzungen zu nennen. Die Produktion im Irak, dem zweitgrößten OPEC-Produzenten, ist Berichten zufolge um etwa 70 % von rund 4,3 Millionen Barrel pro Tag auf etwa 1,3 Millionen Barrel pro Tag gesunken. Die VAE gaben an, ihre Offshore-Produktionsmengen sorgfältig zu steuern, da die Lagerstätten aufgrund der gestoppten Exporte überfüllt sind. Die geopolitische Krise zeigte am Wochenende kaum Anzeichen einer Entspannung. Iran ernannte Mojtaba Khamenei, den Sohn von Ayatollah Ali Khamenei, zu seinem neuen obersten Führer.

Auswirkungen auf die US-Aktienmärkte

Die US-Aktienfutures fielen zu Beginn der Woche stark. Am Sonntagabend um 22:40 Uhr ET waren die Nasdaq 100 Futures um 2,5 % gefallen, die S&P 500 Futures um 2,2 % und die Dow Futures um 2,1 %. Der technologieintensive Invesco QQQ Trust (NASDAQ:QQQ) verzeichnete in der vergangenen Woche einen Rückgang von etwa 1,24 %, beeinflusst durch die vom Iran ausgelöste Volatilität und Ängste vor höheren Diskontsätzen, die Wachstumsmultiplikatoren treffen.

Die Benchmark-Aktienindizes zeigten in der Woche vom 27. Februar bis zum 6. März folgende Veränderungen:

  • Dow Jones Industrial Average: von 48.977,92 auf 47.501,55 (−3,01 %)
  • S&P 500: von 6.878,88 auf 6.740,02 (−2,02 %)
  • Nasdaq Composite: von 22.668,21 auf 22.387,68 (−1,24 %)

Die Stimmung der Kleinanleger auf Stocktwits gegenüber dem SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY) und dem Invesco QQQ Trust (QQQ) war "bearish" bei hohem Nachrichtenvolumen, während die Stimmung gegenüber dem SPDR Dow Jones Industrial Average ETF Trust (DIA) "neutral" bei hohem Nachrichtenvolumen war.

Michael Burrys Warnung an Trump

Michael Burry, bekannt für seine präzisen Marktprognosen, äußerte sich besorgt über die aktuelle Lage. In einem Social-Media-Post am Sonntagabend warnte er: "President Trump may have gotten into something that would be incredibly dangerous for the world if he shows again that a falling stock market is his kryptonite." (Präsident Trump könnte sich in etwas begeben haben, das unglaublich gefährlich für die Welt wäre, wenn er erneut zeigt, dass ein fallender Aktienmarkt seine Kryptonit ist.)

Burry sieht ein Szenario aus stark steigenden Ölpreisen, hochgehandelten Energie-ETFs und wankenden Marktindizes als genau die Art von Situation, in der ein marktbessessener Trump versucht sein könnte, zu eskalieren oder einzugreifen. Die Entwicklung der breiten ETFs, die die großen Indizes abbilden, spiegelt die "Kryptonit"-These von Burry wider.