Starke Q1-Ergebnisse übertreffen Erwartungen
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AstraZeneca hat im ersten Quartal 2026 solide Finanzergebnisse vorgelegt und die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn übertroffen. Angetrieben wurde das Wachstum maßgeblich durch das starke Onkologie-Portfolio und die Sparte für seltene Krankheiten, während das Unternehmen gleichzeitig seine ambitionierten Pipeline-Ziele vorantreibt. Trotz der positiven Nachrichten reagierte der Aktienkurs am Mittwoch verhalten.
Starke Q1-Ergebnisse übertreffen Erwartungen
Der Pharmakonzern verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Gesamtumsatz von 15,29 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 13 % gegenüber dem Vorjahr oder 8 % bei konstanten Wechselkursen (CC) und übertraf die Konsensschätzung von 14,94 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Core EPS) lag bei 2,58 US-Dollar und übertraf damit ebenfalls die Erwartungen von 2,51 US-Dollar. Der Core EPS wuchs um 5 % bei konstanten Wechselkursen.
Onkologie als Wachstumsmotor
Das Onkologie-Portfolio erwies sich einmal mehr als zentraler Wachstumstreiber für AstraZeneca. Es machte 45 % des Produktumsatzes aus und stieg um 20 % gegenüber dem Vorjahr, bzw. 16 % bei konstanten Wechselkursen, auf 6,79 Milliarden US-Dollar.
Besonders hervorzuheben sind die Leistungen einzelner Krebsmedikamente:
- Tagrisso-Umsatz stieg um 9 % (5 % CC) auf 1,83 Milliarden US-Dollar.
- Imfinzi-Umsatz erhöhte sich um 34 % (30 % CC) auf 1,69 Milliarden US-Dollar.
- Calquence-Umsatz kletterte um 21 % (17 % CC) auf 923 Millionen US-Dollar.
- Enhertu-Umsatz sprang um 40 % (34 % CC) auf 831 Millionen US-Dollar.
Gemischte Entwicklungen in anderen Segmenten
Während die Onkologie glänzte, zeigten andere Segmente gemischte Trends. Der Produktumsatz im Bereich Herz-Kreislauf, Niere und Stoffwechsel erreichte 3,24 Milliarden US-Dollar, was 21 % des Produktumsatzes entspricht. Hier gab es jedoch einen Rückgang von 7 % bei konstanten Wechselkursen, bedingt durch negative Wechselkurseffekte. Farxiga, das meistverkaufte Medikament in diesem Segment, verzeichnete zwar einen Umsatzanstieg von 7 % auf 2,19 Milliarden US-Dollar, sank aber bei konstanten Wechselkursen um 2 %.
Der Umsatz im Bereich Atemwege und Immunologie stieg um 11 % (7 % CC) auf 2,32 Milliarden US-Dollar. Symbicort-Verkäufe erhöhten sich um 3 % auf 747 Millionen US-Dollar, fielen jedoch bei konstanten Wechselkursen um 1 %. Fasenra-Umsatz wuchs um 15 % (11 % CC) auf 483 Millionen US-Dollar. Die Sparte für seltene Krankheiten zeigte sich ebenfalls robust mit einem Umsatzanstieg von 19 % (15 % CC) auf 2,42 Milliarden US-Dollar, angeführt von Ultomiris, dessen Umsatz um 21 % (18 % CC) auf 1,27 Milliarden US-Dollar zulegte.
Pipeline-Fortschritte und strategische Ausrichtung
CEO Pascal Soriot betonte, dass das Unternehmen im ersten Quartal 2026 ein starkes Wachstum mit einem Umsatz von über 15 Milliarden US-Dollar erzielt habe, was die konsequente kommerzielle Umsetzung widerspiegele. AstraZeneca investiert weiterhin in seine kommerziellen Kapazitäten im Vorfeld mehrerer Markteinführungen und erwartet in diesem Jahr weitere klinische Studienergebnisse. Das Unternehmen bleibt auf Kurs, seine langfristigen Ambitionen für 2030 und darüber hinaus zu erreichen, einschließlich eines Umsatzziels von 80 Milliarden US-Dollar.
Seit den Ergebnissen des vierten Quartals 2025 wurden vier positive Phase-3-Studienergebnisse gemeldet, darunter für zwei neue Moleküle (NMEs): tozorakimab bei COPD und efzimfotase alfa bei Hypophosphatasie. Zudem wurden drei Zulassungen von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) und 14 Zulassungen in wichtigen Regionen gesichert. Für das laufende Jahr werden rund 20 weitere Phase-3-Studienergebnisse erwartet, bei über 100 laufenden Studien. AstraZeneca plant bis 2030 etwa 20 neue Produkteinführungen.
Strategisch hat AstraZeneca seine Präsenz in den USA und China vertieft, unter anderem durch einen 50 Milliarden US-Dollar schweren Fertigungsdeal in den USA und Investitionen von 15 Milliarden US-Dollar in China. Das Unternehmen navigiert dabei durch komplexe geopolitische Rahmenbedingungen und Herausforderungen wie Preisdruck und Patentverluste.
Ausblick und Marktstimmung
AstraZeneca bekräftigte seine Prognose für das Gesamtjahr 2026. Das Unternehmen erwartet einen Anstieg des Gesamtumsatzes im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich und ein Wachstum des Kerngewinns pro Aktie im niedrigen zweistelligen Prozentbereich bei konstanten Wechselkursen. Die Kern-Steuerquote wird voraussichtlich zwischen 18 % und 22 % liegen.
Trotz der überzeugenden Ergebnisse und des bestätigten Ausblicks reagierte der Markt verhalten. Die AstraZeneca-Aktien (AZN) fielen am Mittwoch um 2,30 % auf 182,38 US-Dollar. Analysten von eToro merkten an, dass die gedämpfte Reaktion darauf hindeuten könnte, dass die positive Dynamik des Unternehmens bereits in den Kurs eingepreist war. In den letzten sechs Monaten hat AstraZeneca den FTSE 100 jedoch um 12 % übertroffen.