Starmer in China: UKs pragmatischer Handels-Reset im globalen Spannungsfeld

Starmer in China: UKs pragmatischer Handels-Reset im globalen Spannungsfeld

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Der britische Premierminister Keir Starmer hat eine dreitägige Reise nach China angetreten, die erste eines britischen Premierministers seit 2018. Dieser hochrangige Besuch zielt darauf ab, die Handelsbeziehungen zu vertiefen und eine "pragmatische" Neuausrichtung der britisch-chinesischen Beziehungen zu testen, während die globale Handelslandschaft von neuen Abkommen und geopolitischen Spannungen geprägt ist.

Starmer in China: Ein pragmatischer Neuanfang

Keir Starmer wird am Donnerstag mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und Premierminister Li Qiang zusammentreffen. Er wird von einer Delegation von fast 60 britischen Unternehmen und Kulturorganisationen begleitet, darunter Führungskräfte von HSBC Group, Aberdeen Group, Airbus, British Airways, AstraZeneca und GSK. Die Agenda umfasst Handel, Investitionen und nationale Sicherheit, was die Breite und Sensibilität der Gespräche unterstreicht.

Der Besuch, der vom 28. bis 31. Januar Beijing und Shanghai umfasst, markiert den Höhepunkt einer "Wiederannäherungsstrategie" Londons mit Beijing. Laut Beobachtern priorisiert diese Strategie Handel und Wachstum inmitten eskalierender geopolitischer Risiken. Starmer betonte, dass seine Mission Vorteile für die Menschen im Vereinigten Königreich bringen werde, da die vielen mitreisenden CEOs die vorhandenen Geschäftschancen belegten.

Wirtschaftliche Brücken bauen

China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und der drittgrößte Handelspartner des Vereinigten Königreichs, der 370.000 britische Arbeitsplätze unterstützt. Die britische Regierung erkennt an, dass die Zusammenarbeit mit China für das britische Volk von entscheidender Bedeutung ist. Starmer verspricht eine strategische und konsistente Beziehung, die Stabilität und Klarheit bietet und die Inkonsistenzen früherer Regierungen ausgleichen soll.

Der Premierminister strebt einen besseren Zugang in Bereichen an, in denen eine engere Zusammenarbeit mit China das Wachstum ankurbeln und den Wohlstand der britischen Bevölkerung fördern könnte. Dazu gehören der weltweit führende Finanzdienstleistungssektor des Vereinigten Königreichs, die Kreativwirtschaft und die Expertise im Bereich der Biowissenschaften. Starmer bekräftigte, dass er einen "umfassenden und konsistenten Ansatz" gegenüber China anstrebe, anstatt zwischen "goldenem Zeitalter und Eiszeit" zu schwanken.

Zwischen Geopolitik und nationaler Sicherheit

Trotz des Fokus auf wirtschaftliche Zusammenarbeit muss Starmer die heiklen Fragen der Menschenrechte in Hongkong und der Autonomen Region Xinjiang sowie den Krieg in der Ukraine und die Rolle chinesischer Unternehmen wie Huawei Technologies in der kritischen Infrastruktur Großbritanniens ansprechen. Starmer erklärte, dass er in der Vergangenheit bei allen Reisen stets notwendige Themen angesprochen habe und dass die Auseinandersetzung mit China auch dazu diene, Meinungsverschiedenheiten zu diskutieren und Übereinstimmungen voranzutreiben.

Er betonte, dass das Vereinigte Königreich die wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht gegen die nationale Sicherheit eintauschen werde. Die Regierung werde "klar und realistisch" bleiben, was Chancen und Herausforderungen angeht, und Kooperation im nationalen Interesse verfolgen, während gleichzeitig Schutzmaßnahmen für die nationale Sicherheit aufrechterhalten werden.

Globale Handelslandschaft im Wandel

Starmers Besuch findet nur einen Tag nach der Ankündigung eines "wegweisenden" Freihandelsabkommens zwischen Indien und der Europäischen Union statt. Dieses Abkommen, von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als "Mutter aller Deals" bezeichnet, ist Teil eines breiteren Anstiegs bilateraler Handelsabkommen. Länder kalibrieren ihre Lieferketten und Handelsbeziehungen neu, als Reaktion auf Washingtons zunehmend aggressiven Einsatz von Zöllen.

Erst in diesem Monat besuchte der kanadische Premierminister Mark Carney China, der erste Besuch eines kanadischen Regierungschefs seit 17 Jahren, um die wirtschaftlichen Partnerschaften mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt auszubauen. Auch die USA und Indien befinden sich laut Indiens Minister für Erdöl und Erdgas, Hardeep Singh Puri, in einem "sehr fortgeschrittenen Stadium" der Finalisierung eines mit Spannung erwarteten Abkommens.

Trumps Schatten über Handelsabkommen

Das Indien-EU-Abkommen steht jedoch vor einer unvorhersehbaren Hürde: US-Präsident Donald Trump. Trump, der sowohl Freunden als auch Feinden Strafzölle auferlegt hat, hat sich bisher nicht zu dem Abkommen geäußert. Sein Schweigen ist bemerkenswert, da die USA im August letzten Jahres höhere Abgaben auf indische Waren verhängten, nachdem Indien Öl aus Russland bezogen hatte, und Tage zuvor einen 25-prozentigen Zoll auf Neu-Delhi erhoben hatten.

Angesichts Trumps jüngster eskalierender Rhetorik gegenüber der EU, einschließlich Drohungen im Zusammenhang mit Grönland, schwebt seine mögliche Reaktion wie eine anhaltende Wolke über dem "historischen" Deal. Diese Wolke verdunkelte sich weiter, als US-Finanzminister Scott Bessent in einem Interview mit ABC News am Sonntag die EU für den Abschluss eines Handelsabkommens mit Indien kritisierte.

Blick auf die US-Geldpolitik

Ein weiterer Faktor, der die Anleger beschäftigt, ist die US-Notenbank Federal Reserve, die am Mittwoch ihre geldpolitische Sitzung abschließt. Es wird allgemein erwartet, dass die Zinsen unverändert bleiben, doch die Äußerungen von Vorsitzendem Jerome Powell werden angesichts des erneuten politischen Drucks auf die Zentralbank genau analysiert werden.

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