
Strait of Hormuz: US greift iranische Minenleger an – Ölmarkt in Aufruhr
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Die Spannungen in der Straße von Hormus haben sich nach US-Angriffen auf iranische Marineschiffe, die angeblich zum Legen von Minen genutzt werden, dramatisch verschärft. Diese militärischen Aktionen und Berichte über mögliche Minenlegungen durch den Iran haben den globalen Ölmarkt stark beeinflusst und Sorgen um die Sicherheit des wichtigen Seewegs ausgelöst. Die USA warnen den Iran eindringlich vor weiteren Eskalationen.
US-Angriffe auf iranische Minenleger
Am 10. März 2026 griffen US-Streitkräfte nach Angaben des US Central Command (CENTCOM) mehrere iranische Marineschiffe nahe der Straße von Hormus an. Dabei wurden 16 Schiffe, die zum Legen von Minen verwendet werden sollen, eliminiert. CENTCOM veröffentlichte dazu auf sozialen Medien Aufnahmen, die den Beschuss von kleinen, stationären Booten zeigten.
Diese Angriffe erfolgten inmitten von Befürchtungen, der Iran könnte die Meerenge als Vergeltung für eine am 28. Februar begonnene gemeinsame US-israelische Luftschlagkampagne verminen. Die Straße von Hormus ist ein strategisch wichtiger Seeweg, durch den etwa ein Fünftel des weltweiten Rohölhandels abgewickelt wird.
Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt
Die Eskalation der Lage führte zu einer nahezu vollständigen Einstellung des kommerziellen Schiffsverkehrs durch die Straße, nachdem in der vergangenen Woche etwa zehn Handelsschiffe angegriffen worden waren. Dies hatte drastische Folgen für die globalen Energiemärkte.
Die Öl-Futures stiegen am Sonntag auf fast 120 US-Dollar pro Barrel, bevor sie wieder unter 100 US-Dollar fielen, nachdem Präsident Donald Trump öffentlich andeutete, der Krieg mit dem Iran könnte abflauen. Die USA prüfen zudem Optionen zur Entspannung der Versorgungslage, wie die Lockerung von Ölsanktionen.
Berichte über Minenlegung und Trumps Warnungen
CNN berichtete am Dienstag unter Berufung auf zwei ungenannte US-Quellen, dass Teheran begonnen habe, die Meerenge vereinzelt zu verminen. Demnach seien einige Dutzend Minen gelegt worden, was jedoch nur einen Bruchteil dessen darstelle, was die iranischen Streitkräfte vollständig einsetzen könnten.
Präsident Trump äußerte sich am späten Dienstag auf Truth Social und erklärte, die USA hätten "keine Berichte" über eine Minenlegung durch den Iran erhalten. Er drohte Teheran jedoch mit weiteren militärischen Maßnahmen, sollte dies geschehen. Trump schrieb: "Sollten aus irgendeinem Grund Minen gelegt worden sein und diese nicht unverzüglich entfernt werden, werden die militärischen Konsequenzen für den Iran ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreichen." Er forderte den Iran auf, alle potenziellen Minen zu entfernen, was ein "riesiger Schritt in die richtige Richtung" wäre. Zuvor hatte Trump in einem anderen Post von der "vollständigen Zerstörung" von 10 inaktiven Minenlegern gesprochen, was im Widerspruch zu den 16 von CENTCOM genannten Schiffen steht.
Debatte um Geleitschutz und Minenräumung
Einige kommerzielle Reedereien hofften auf Geleitschutz durch die US-Marine in der Straße von Hormus. Das Pentagon zeigte sich jedoch bisher zurückhaltend, Marineeinheiten für diesen Zweck abzustellen. General Dan Caine, der oberste US-General, erklärte, man prüfe eine Reihe von Optionen.
Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth warnte, sollte der Iran den Ölfluss in der Straße von Hormus stoppen, werde er "20 Mal härter getroffen, als er bisher getroffen wurde". Ein Vorfall am Dienstag verdeutlichte die Sensibilität der Märkte: Eine später gelöschte Social-Media-Nachricht von US-Energieminister Chris Wright, in der er von einem erfolgreichen Geleitschutz eines Öltankers sprach, führte zu starken Marktschwankungen. Die White House Press Secretary Karoline Leavitt stellte später klar, dass die USA bisher keine Öltanker durch die Straße von Hormus eskortiert haben. Ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, Ali Mohammad Naini, dementierte den Geleitschutz ebenfalls und drohte: "Jede Bewegung der US-Flotte und ihrer Verbündeten wird von unseren Raketen und Drohnen gestoppt werden."
Herausforderungen bei der Minenräumung
Sollte der Iran die Wasserstraße umfassend verminen, wären Luftschläge und Geleitschutz allein nicht ausreichend, um sie wieder freizugeben. Die USA verlassen sich nun auf ihre Littoral Combat Ships der Independence-Klasse für die Minensuche und -räumung in der Region.
Die ältere Flotte der Avenger-Klasse wurde im vergangenen Jahr außer Dienst gestellt, und die vier Avenger-Schiffe im Persischen Golf wurden im Januar zur Verschrottung in die USA zurückgeschickt. Ihre Nachfolger sind Gegenminen-Module wie Unterwasserdrohnen und geschleppte Sensoren, die auf den Littoral Combat Ships eingesetzt werden. Diese neuen Entminungswerkzeuge sind jedoch noch weitgehend unerprobt und wurden wegen ihrer Zuverlässigkeit bei der Erkennung und Beseitigung von Bedrohungen in turbulenten Gewässern kritisiert. Zudem sind die Schiffe der Independence-Klasse metallrumpfig und größer als die Minensuchboote der Avenger-Klasse, deren Rümpfe aus Fiberglas und Holz gefertigt waren, um ihre magnetische Signatur zu reduzieren.