Straße von Hormus blockiert: Globale Energiemärkte vor massiven Verwerfungen

Straße von Hormus blockiert: Globale Energiemärkte vor massiven Verwerfungen

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Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran, eine direkte Folge von US- und israelischen Luftangriffen auf iranisches Territorium, hat die globalen Energiemärkte in Aufruhr versetzt. Diese Eskalation bedroht die weltweite Öl- und Gasversorgung und könnte weitreichende wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen, insbesondere für energieabhängige Nationen in Asien.

Eskalation im Persischen Golf: Iran blockiert die Straße von Hormus

Am 28. Februar 2026 erreichten die Spannungen im Nahen Osten einen Siedepunkt, als Irans Islamische Revolutionsgarde (IRGC) die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus ankündigte. Dies geschah nach einer Reihe von US- und israelischen Luftangriffen auf iranisches Gebiet. Am 2. März 2026 ankerten Handelsschiffe vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate aufgrund von Navigationsstörungen. Ein hochrangiger Kommandeur der Revolutionsgarden erklärte am Montag, dem 3. März 2026, die Straße sei geschlossen und warnte, jedes Schiff, das die Wasserstraße passieren wolle, werde zum Ziel.

Die Straße von Hormus, gelegen zwischen Oman und Iran, ist eine lebenswichtige Arterie für den globalen Ölhandel. Sie verbindet das Arabische Meer mit dem Persischen Golf und ist mit einer Breite von nur 21 Meilen ein entscheidender Engpass. Im Jahr 2025 passierten täglich etwa 13 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge, was laut dem Energieberatungsunternehmen Kpler rund 31 % aller seegestützten Rohölströme ausmachte. Insgesamt sind rund 20 Millionen Barrel Öl pro Tag betroffen, was einem Fünftel des weltweiten Verbrauchs Anfang 2026 entspricht.

Globale Energiemärkte unter Schock

Die Schließung der Straße von Hormus durch den Iran sendet Schockwellen durch die globalen Energiemärkte. Die Ölpreise sind bereits deutlich gestiegen; die globale Benchmark Brent lag zuletzt bei rund 80 US-Dollar pro Barrel, ein Anstieg von fast 10 % seit Ausbruch des Konflikts. Analysten prognostizieren, dass ein längerer Verschluss der Meerenge die Ölpreise auf über 100 US-Dollar pro Barrel treiben könnte.

Neben Rohöl sind auch etwa 20 % der weltweiten Flüssigerdgas (LNG)-Exporte aus dem Golfraum gefährdet, hauptsächlich jene aus Katar, die über die Straße von Hormus verschifft werden. Katar, einer der weltweit größten LNG-Anbieter, stellte am Montag die Produktion ein, nachdem iranische Drohnen seine Anlagen in Ras Laffan Industrial City und Mesaieed Industrial City getroffen hatten. Die Blockade hat Dutzende von Schiffen im Persischen Golf eingeschlossen und wichtige Handelszentren wie Jebel Ali abgeschnitten.

Asien am stärksten betroffen

Asien wird voraussichtlich die größten Auswirkungen der Blockade spüren. Länder wie Thailand, Indien, Korea und die Philippinen sind aufgrund ihrer hohen Importabhängigkeit besonders anfällig für höhere Ölpreise, wie Nomura in einer Notiz am Montag schrieb. Malaysia hingegen könnte als Energieexporteur relativ profitieren.

Südasiens akute Verwundbarkeit

Südasien würde die akutesten Störungen erleben, insbesondere bei den LNG-Lieferungen. Katar und die VAE decken 99 % der pakistanischen LNG-Importe, 72 % der bangladeschischen und 53 % der indischen Importe ab, so Kpler-Daten.

  • Pakistan und Bangladesch: Diese Länder sind aufgrund begrenzter Speicherkapazitäten und Beschaffungsflexibilität besonders verwundbar. Bangladesch verzeichnet bereits ein erhebliches strukturelles Gasdefizit von über 1.300 Millionen Kubikfuß pro Tag. Eine Störung würde hier wahrscheinlich zu einem schnellen Nachfrageeinbruch im Stromsektor führen, anstatt zu aggressiven Spotmarktgeboten, so Katayama von Kpler.
  • Indien: Indien ist in der Region am stärksten betroffen. Mehr als die Hälfte seiner LNG-Importe sind an den Golf gebunden, und ein signifikanter Anteil ist Brent-indexiert. Ein Hormus-bedingter Rohölpreisanstieg würde somit gleichzeitig die Ölimportkosten und die LNG-Vertragspreise erhöhen, was einen doppelten physischen und finanziellen Schock erzeugt. Etwa 60 % der indischen Ölimporte stammen aus dem Nahen Osten, was bei einer anhaltenden Blockade sowohl die Energiekosten als auch den Druck auf die Leistungsbilanz verstärken würde.

Chinas Puffer und Herausforderungen

Die Schließung der Straße von Hormus würde Chinas Energiesicherheit auf die Probe stellen, doch das Land verfügt über Lagerbestände und alternative Liefermöglichkeiten als Puffer. China ist der weltweit größte Rohölimporteur und bezieht über 80 % seines iranischen Öls.

  • Rund 30 % seiner LNG-Importe stammen aus Katar und den VAE.
  • Etwa 40 % seiner Ölimporte passieren die Straße von Hormus, schätzt UBP.

Obwohl China materiell exponiert ist, sei es flexibler, so Kpler's Katayama. Die LNG-Lagerbestände Chinas beliefen sich Ende Februar auf 7,6 Millionen Tonnen, was eine kurzfristige Abdeckung bietet. Sollte die Unterbrechung jedoch anhalten, müsste China um atlantische Ladungen konkurrieren, was den pazifischen Raum verknappen und den Preiswettbewerb in ganz Asien intensivieren könnte. Saudi-Arabien hat in den letzten Wochen die Rohölverladungen erhöht, und strategische Erdölreserven großer Verbrauchernationen wie China könnten dem Markt vorübergehend eine gewisse Abfederung bieten, so Rystad Energy.

Weitere wirtschaftliche Folgen

Die Auswirkungen der Blockade gehen über die reinen Energielieferungen hinaus:

  • Maritime Versicherungen: Die Prämien für Seeversicherungen im Persischen Golf steigen um 50 %, und große Anbieter haben Kündigungen für die Kriegsrisikoabdeckung mit Wirkung zum 5. März 2026 ausgesprochen.
  • Logistik und Luftfahrt: Wichtige Luftfahrt-Drehkreuze in den VAE, wie der Dubai International Airport, sind nach iranischen Vergeltungsschlägen offline gegangen. Der Flughafen Dubai, der 2025 95,2 Millionen Passagiere abfertigte, ist ein kritischer Verbindungspunkt. Die Unterbrechung betrifft den Transit von 2 Millionen Passagieren jährlich und kappt die primäre Logistikverbindung zwischen westlichen und asiatischen Märkten.
  • Alternative Routen: Alternative Transitoptionen sind begrenzt. Die East-West-Pipeline in Saudi-Arabien hat eine tägliche Kapazität von 7 Millionen Barrel, und die VAE transportieren 1,5 Millionen Barrel Öl täglich nach Fujairah. Die kombinierte Kapazität dieser Routen macht jedoch weniger als 40 % des gesamten regionalen Exportverkehrs aus, wodurch der Großteil der Golfproduktion durch die iranische Blockade eingeschränkt bleibt.

Die Weltwirtschaft steht vor einer beispiellosen Energiekrise, die weitreichende Konsequenzen für Handel, Logistik und die globale Preisstabilität haben wird.