Straße von Hormus offen: Ölpreise fallen, Aktien steigen – US-Blockade bleibt

Straße von Hormus offen: Ölpreise fallen, Aktien steigen – US-Blockade bleibt

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Die Straße von Hormus, eine der weltweit wichtigsten Seeverbindungen für Öl- und Gaslieferungen, ist nach einer monatelangen Schließung wieder für den kommerziellen Schiffsverkehr geöffnet. Dies gab der Iran am Freitagmorgen bekannt, was umgehend zu einem Rückgang der Ölpreise und einem Anstieg der Aktienmärkte führte. Die Öffnung erfolgt im Rahmen eines fragilen Waffenstillstands und laufender Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Straße von Hormus wieder offen

Der iranische Außenminister Seyed Abbas Araghchi erklärte am Freitagmorgen in einer Mitteilung in den sozialen Medien, dass die Passage für alle kommerziellen Schiffe durch die Straße von Hormus für die verbleibende Dauer des Waffenstillstands als "vollständig offen" deklariert wird. Die Ankündigung folgt auf einen Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon. Die Öffnung der Meerenge war eine zentrale Forderung seit Beginn des fragilen Waffenstillstands Anfang des Monats und inmitten der laufenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Die Straße von Hormus ist ein enger Engpass, der den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet und eine Hauptschlagader für globale Öl- und Erdgaslieferungen darstellt. Fast ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen werden durch diesen strategischen Seeweg transportiert. Die Meerenge war seit Ende Februar nach US- und israelischen Angriffen auf den Iran geschlossen, was die Lieferketten stark beeinträchtigte.

Vor dem Krieg verzeichnete die Meerenge durchschnittlich über 120 Transitfahrten täglich. Seit der Schließung am 28. Februar ist der Schiffsverkehr laut Schiffsverfolgungsdaten von Kpler um über 95 Prozent eingebrochen. Zwischen dem 28. Februar und dem 12. April passierten lediglich 279 Schiffe die Meerenge, weit unter dem Vorkriegsdurchschnitt von etwa 100 Schiffen pro Tag.

Die neue Schifffahrtsroute

Der Iran hat eine "koordinierte Route" für den Schiffsverkehr festgelegt, die durch den nördlichen Teil der Wasserstraße, nahe der iranischen Küste, führt. Diese Route verläuft zwischen den Inseln Larak und Hormus in iranischen Hoheitsgewässern. Die iranische Seite begründet diese neue Route mit Sicherheitsbedürfnissen und der "Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit verschiedener Arten von Anti-Schiffs-Minen in der Hauptverkehrszone". Das zuvor genutzte Gebiet wurde als "eingeschränkt" deklariert.

Vor dem Krieg nutzten Schiffe zwei spezielle Fahrspuren, die wie eine geteilte Autobahn funktionierten: eine 3,2 km breite Spur für den einfahrenden Verkehr, getrennt durch einen 3,2 km breiten Puffer von einer identischen Spur für den ausfahrenden Verkehr. Daten von MarineTraffic zeigen, dass seit der Ankündigung am Freitag nur etwas mehr als ein halbes Dutzend kommerzieller Schiffe die Meerenge passiert hat. Kpler zählte bis Freitagnachmittag acht kommerzielle Schiffe (Rohöltanker, LPG-, LNG- und Trockenfrachter), verglichen mit fünf am Donnerstag.

Auswirkungen auf die Märkte

Die Nachricht von der Wiedereröffnung der Straße von Hormus löste eine deutliche Marktreaktion aus. Die Ölpreise fielen, während die Aktienmärkte stiegen. Die Brent-Rohölpreise sanken auf rund 88 US-Dollar pro Barrel, nachdem sie zuvor am Tag über 98 US-Dollar gelegen hatten. Dies setzt einen starken Rückgang von den Höchstständen von über 119 US-Dollar im März fort.

Die globalen Aktienmärkte reagierten ebenfalls kräftig: US-Indizes wie der S&P 500 stiegen um 0,8 Prozent, während Nasdaq und Dow Jones über 1 Prozent zulegten. Auch die wichtigsten europäischen Indizes verzeichneten Gewinne von bis zu 2 Prozent.

Die anhaltende US-Blockade

Trotz der iranischen Ankündigung bleibt eine von den USA verhängte Seeblockade gegen iranische Schiffe und Häfen bestehen. Präsident Donald Trump bestätigte dies in einem Truth Social Post und erklärte, die Blockade werde aufrechterhalten, bis Washington und Teheran ein Abkommen zur Beendigung des Krieges erzielen. Trump schrieb: "Iran hat gerade bekannt gegeben, dass die Straße von Iran vollständig offen und bereit für die Passage ist."

Das US Central Command (CENTCOM) begann am Montag um 10 Uhr ET (14:00 GMT) mit der Umsetzung der Blockade des Seeverkehrs zu und von iranischen Häfen. Diese gilt für "Schiffe aller Nationen, die iranische Häfen und Küstengebiete anlaufen oder verlassen". Schiffe, die die Meerenge lediglich durchqueren und nicht zu iranischen Häfen unterwegs sind, sind davon nicht betroffen, wie jüngste Transitdaten zeigen.

US Air Force Gen. Dan Caine, Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff, hob die Rolle der Arleigh Burke-Klasse Zerstörer der Marine bei der Blockade hervor. Dutzende Überwachungsflugzeuge, Tankflugzeuge und Drohnen sind ebenfalls beteiligt. CENTCOM berichtete, dass seit Beginn der Blockade 19 Schiffe umgekehrt sind, um den Beschränkungen nachzukommen. Teheran hat gewarnt, dass es Vergeltungsmaßnahmen ergreifen könnte, indem es Häfen in benachbarten Golfstaaten ins Visier nimmt.

Internationale Reaktionen und offene Fragen

Präsident Trump begrüßte die iranische Erklärung und bezeichnete es als "EINEN GROSSARTIGEN UND BRILLANTEN TAG FÜR DIE WELT". Er schrieb den Erfolg regionalen Partnern wie Pakistan, Saudi-Arabien, den VAE und Katar zu. Trump behauptete zudem, der Iran habe "mit Hilfe der USA" begonnen, Seeminen zu entfernen, und betonte, die Situation sei nun "vollständig offen und bereit für Geschäfte". Er wies jedoch einen direkten Zusammenhang zwischen der Öffnung der Straße von Hormus und dem Waffenstillstand im Libanon zurück, obwohl Teheran dies explizit tat.

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) äußerte sich vorsichtig. Generalsekretär Arsenio Dominguez erklärte, die Organisation prüfe, ob die Wiedereröffnung vollständig den etablierten Normen zur Freiheit der Schifffahrt und sicheren Passage entspricht. US-Militärführer haben betont, dass die amerikanischen Streitkräfte bereit bleiben, die Kampfhandlungen wieder aufzunehmen, sollten die Verhandlungen scheitern.

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