Straße von Hormus unter Beschuss: Iran-Konflikt bedroht globale Energieversorgung

Straße von Hormus unter Beschuss: Iran-Konflikt bedroht globale Energieversorgung

Aktualisiert:
5 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Die Spannungen im Persischen Golf haben sich dramatisch zugespitzt, nachdem mehrere Handelsschiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus angegriffen wurden. Diese Vorfälle, für die das iranische Regime Berichten zufolge die Verantwortung übernommen hat, bedrohen die internationale Schifffahrt und haben weitreichende Auswirkungen auf den globalen Energiesektor und die Weltwirtschaft.

Eskalation der Angriffe im Persischen Golf

Am 11. März wurden mindestens drei Handelsschiffe im Persischen Golf unter Beschuss genommen. Ein thailändisches Frachtschiff, die Mayuree Naree, wurde vor der Küste Omans in der Straße von Hormus von einem Projektil getroffen und geriet in Brand. Die omanische Marine unterstützte die Rettung der Besatzungsmitglieder. Das iranische Regime soll die Verantwortung für diesen Angriff übernommen haben.

Das United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO) Centre meldete am Mittwoch weitere Vorfälle in der Region:

  • Ein Frachtschiff wurde 11 Seemeilen nördlich von Oman in der Straße von Hormus von einem unbekannten Projektil getroffen, was zu einem Brand an Bord führte, der später gelöscht wurde.
  • Ein Containerschiff erlitt 25 Seemeilen nordwestlich von Ra’s al Khaymah, VAE, Schaden durch ein mutmaßliches, aber unbekanntes Projektil. Die Besatzung blieb unverletzt.
  • Ein Massengutfrachter wurde 50 Seemeilen nordwestlich von Dubai, VAE, von einem unbekannten Projektil getroffen. Auch hier wurde die Besatzung als sicher und wohlauf gemeldet.

Seit Beginn der Krise hat Iran nach Berichten mindestens 10 Schiffe angegriffen, die die Meerenge passieren wollten.

Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus

Die Straße von Hormus ist eine der weltweit wichtigsten Engstellen für den Seeverkehr. Durch diese Meerenge passieren normalerweise etwa 100 Schiffe pro Tag, die Öl- und Gasexportterminals des Golfs mit der Weltwirtschaft verbinden. Sie ist entscheidend für den Transport von 20 Prozent des weltweiten Rohöls und Flüssigerdgases sowie einem Drittel des globalen Düngemittels.

Das iranische Militär hat im Staatsfernsehen erklärt, dass jedes Schiff, das den USA, Israel oder deren Verbündeten gehört, als legitimes Ziel betrachtet wird. Es wurde eine Warnung wiederholt, dass "kein einziger Liter Öl" die Meerenge passieren dürfe. Seit Beginn des Konflikts ist nur noch ein Bruchteil der üblichen Schiffe durch die strategische Wasserstraße gelangt, während einige in Flammen aufgingen.

Globale Auswirkungen auf den Energiesektor

Die Eskalation im Persischen Golf hat sofortige und spürbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte. Die Ölpreise stiegen im frühen Handel um mehr als 5 Prozent, und die Märkte schwankten seit Ende Februar, als die USA und Israel Angriffe auf Iran starteten. Iran droht, dass die Welt bereit sein sollte, Ölpreise von bis zu 200 US-Dollar pro Barrel zu erleben.

Als Reaktion auf die steigenden Preise haben die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten eine Videokonferenz abgehalten, um die Öffnung ihrer strategischen Erdölreserven in Abstimmung mit der Internationalen Energieagentur (IEA) zu erörtern. Die IEA hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, 400 Millionen Barrel freizugeben. Die deutsche Energieministerin Katherina Reiche erklärte, Deutschland werde dieser Aufforderung nachkommen. Japans Premierministerin Sanae Takaichi kündigte an, Japan sei bereit, bis zum 16. März die Führung bei der Freigabe von Ölreserven zu übernehmen, ohne auf eine IEA-Entscheidung zu warten. In den USA sind die Benzinpreise gestiegen, der nationale Durchschnittspreis für einen Gallone Normalbenzin liegt laut AAA bei 3,578 US-Dollar.

Militärische Reaktionen und Warnungen

Das U.S. Central Command (CENTCOM) hat eine Warnung an Zivilisten herausgegeben, dass das iranische Regime zivile Häfen entlang der Straße von Hormus für militärische Operationen nutzt, die den internationalen Schiffsverkehr bedrohen. CENTCOM betonte, dass "diese gefährliche Aktion das Leben unschuldiger Menschen riskiert" und zivile Häfen, die für militärische Zwecke genutzt werden, ihren Schutzstatus verlieren und zu legitimen militärischen Zielen nach internationalem Recht werden.

Adm. Brad Cooper, Kommandeur des U.S. Central Command, erklärte am Mittwoch, dass "iranische Streitkräfte weiterhin bewusst unschuldige Zivilisten in den Golfstaaten angreifen, während sie sich hinter ihrer eigenen Bevölkerung verstecken, indem sie Angriffe aus dicht besiedelten Städten im Iran starten." Im Rahmen der "Operation Epic Fury" werden iranische Raketen und Drohnen methodisch demontiert und die iranische Verteidigungsindustrie angegriffen. Als Beispiel wurde eine große Produktionsanlage für ballistische Raketen genannt, die in der vergangenen Nacht getroffen wurde. Das Pentagon meldete zudem, dass US-Streitkräfte am 10. März 16 Minenlegefahrzeuge zerstört haben, die für Angriffe im Hormus hätten eingesetzt werden können.

Israel hat am 11. März eine neue "groß angelegte Angriffswelle" im Iran und gegen Hisbollah-Ziele in Beirut, Libanon, begonnen. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, diese Operation werde "ohne zeitliche Begrenzung, so lange wie nötig" fortgesetzt. Auch Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate wurden am Mittwoch von neuen Raketen- und Drohnenangriffen getroffen. Saudi-Arabien meldete die Zerstörung von fünf Drohnen über dem Shaybah-Ölfeld und zwei weiteren in der Ostprovinz.

Politische Entwicklungen und Drohungen

Die politische Rhetorik hat sich ebenfalls verschärft. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump warnte auf Truth Social vor drastischen Konsequenzen, sollte Iran den Öltransport in der Straße von Hormus stoppen. Er drohte, Iran würde "ZWANZIG MAL HÄRTER" getroffen werden als bisher, und leicht zerstörbare Ziele würden ausgeschaltet, was es Iran "praktisch unmöglich" machen würde, jemals wieder als Nation aufgebaut zu werden.

Die iranische Revolutionsgarde erklärte ihrerseits, sie werde "den Export auch nur eines einzigen Liters Öl aus der Region an die feindliche Seite und ihre Partner bis auf Weiteres nicht zulassen." Inmitten der Spekulationen über die Gesundheit des neuen Obersten Führers Irans, Mojtaba Khamenei, der seit dem Tod seines Vaters nicht öffentlich aufgetreten ist, erklärte ein Regierungsberater, Yousef Pezeshkian, dass Khamenei trotz Kriegsverletzungen "wohlauf" sei.

Ausblick auf die Weltwirtschaft

Analysten warnen, dass eine längere Schließung der Straße von Hormus verheerende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätte, insbesondere in Asien und Europa. Neben den Energiepreisen wäre auch die globale Nahrungsmittelproduktion betroffen, da ein Drittel des weltweiten Düngemittels durch diese Meerenge transportiert wird. Die aktuelle Krise unterstreicht die Fragilität globaler Lieferketten und die Notwendigkeit internationaler Kooperation zur Sicherung strategischer Handelsrouten.