Strategy Inc.s Bilanz-Coup: Mehr als nur Bitcoin-Käufe

Strategy Inc.s Bilanz-Coup: Mehr als nur Bitcoin-Käufe

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Strategy Inc. (NASDAQ:MSTR) hat in den letzten zwei Wochen Bitcoin (CRYPTO: BTC) im Wert von 3,38 Milliarden US-Dollar erworben. Doch wie Analyst Dylan LeClair betont, ist der eigentliche strategische Schachzug eine parallel dazu erfolgte, weitreichende Bilanz-Umschichtung, die von vielen Beobachtern übersehen wurde.

Die stille Bilanz-Umschichtung

Strategy hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Zum ersten Mal übertreffen unbefristete Vorzugsaktien die Wandelanleihen in der Bilanz. Die Wandelanleihen sanken von 9,67 % auf 9,18 % der Bitcoin-Bestände, während die unbefristeten Vorzugsaktien wie STRC von 9,19 % auf 9,36 % stiegen.

Dieser Wandel ist entscheidend, da Wandelanleihen Fälligkeitsdaten haben. Bei Fälligkeit muss Strategy diese entweder zurückzahlen oder refinanzieren. Fällt der Bitcoin-Preis zu diesem Zeitpunkt stark, steht das Unternehmen vor schwierigen Entscheidungen. Vorzugsaktien hingegen haben keine Fälligkeit; Strategy zahlt eine Dividende, aber es gibt keine Tilgung des Kapitals und keine tickende Uhr für eine Refinanzierungsfrist. Dies bedeutet, dass keine erzwungenen Bitcoin-Verkäufe während Marktabstürzen notwendig sind.

Warum Wandelanleihen zum Problem werden können

Das Problem mit Wandelanleihen zeigt sich besonders, wenn der MSTR-Aktienkurs stark fällt. Als die Aktie bei 400 US-Dollar gehandelt wurde, verhielten sich die 8,2 Milliarden US-Dollar an Wandelanleihen größtenteils wie Eigenkapital. Anleiheinvestoren gingen davon aus, dass sie diese letztendlich in Aktien umwandeln würden und machten sich keine großen Sorgen um eine Rückzahlung in bar.

Als der MSTR-Kurs im November jedoch zusammen mit dem Bitcoin-Rückgang auf 150 US-Dollar fiel, wurden dieselben Anleihen wieder als echte Schulden wahrgenommen. LeClairs Analyse zeigt, dass Anleiheinvestoren plötzlich zusätzliche 2,5 Milliarden US-Dollar als Schulden betrachteten, die Strategy zurückzahlen müsste, bevor Vorzugsaktionäre bedient werden. Dies erhöht das Risiko für STRC-Vorzugsaktionäre, da mehr Schulden vor ihnen in der Reihenfolge der Rückzahlung stehen. Risikoreichere Anlagen erfordern höhere Renditen, was bedeutet, dass Strategy mehr zahlen muss, um Geld über Vorzugsaktien aufzunehmen. Im Extremfall könnten Investoren den Kauf von STRC ganz verweigern, was Strategy den Zugang zu Kapital in kritischen Zeiten abschneiden würde.

Die Lösung: Ewige Vorzugsaktien

Strategys Plan ist klar: Wandelanleihen eliminieren und stattdessen alles über Vorzugsaktien finanzieren. In den letzten zwei Wochen emittierte Strategy STRC im Wert von 119 Millionen US-Dollar, gefolgt von weiteren 294 Millionen US-Dollar. Diese Verkäufe von Vorzugsaktien erfolgten zeitgleich mit dem Verkauf von Stammaktien, um Bargeld für die Bitcoin-Käufe zu beschaffen.

Diese doppelte Emission erreichte zwei Ziele: Strategy kaufte Bitcoin und restrukturierte gleichzeitig die Bilanz. Sobald die Wandelanleihen verschwunden sind, haben die Vorzugsaktien keine übergeordnete Position mehr, die sich basierend auf dem MSTR-Aktienkurs ändert. Dies stabilisiert die Kredit-Spreads, senkt die Kreditkosten und ermöglicht es Strategy, Vorzugsaktien auch dann zu verkaufen, wenn Bitcoin unter Druck steht. LeClair wies zudem darauf hin, dass Strategy kürzlich eine USD-Reserve aufgebaut hat. Dieser Liquiditätspuffer beseitigt Bedenken hinsichtlich der Dividendendeckung und nimmt Kreditinvestoren einen weiteren Grund zur Nervosität bezüglich STRC.

Strategische Vorteile und Ausblick

Strategy hält nun 709.715 BTC im Wert von rund 62 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen finanziert dies durch eine Mischung aus Stammaktien, Wandelanleihen und Vorzugsaktien. Die nächste Phase sieht vor, die Wandelanleihen weiter zu reduzieren und die Emission von STRC zu erhöhen.

Sollten sich die Kredit-Spreads für STRC, wie von LeClair erwartet, verengen, erhält Strategy Zugang zu günstigerem Kapital und kann den Bitcoin-Kauf beschleunigen. Der Markt hat diese strategische Verschiebung nach LeClairs Einschätzung noch nicht vollständig eingepreist.

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