Streaming-Dienste ESPN Unlimited und Fox One: Einzeln stark, im Bundle schwach

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Die neuen Direct-to-Consumer (DTC) Streaming-Dienste ESPN Unlimited und Fox One haben seit ihrem Start am 21. August 2025 Millionen von Abonnenten gewonnen. Während die individuellen Angebote von Disney und Fox einen vielversprechenden Start hinlegten, zeigt das gemeinsame Bundle der beiden Dienste eine überraschend geringe Akzeptanz bei den Verbrauchern.

Individuelle Erfolge der Streaming-Dienste

Laut einem Bericht des Datenunternehmens Antenna verzeichnete ESPN bis Ende Oktober 3 Millionen Anmeldungen für seine Streaming-Angebote. Davon entfielen 1,7 Millionen auf den kostenpflichtigen ESPN Unlimited-Dienst für 30 US-Dollar pro Monat, während 1,3 Millionen den ESPN Select-Plan (ehemals ESPN+) wählten. Diese Zahlen für ESPN Unlimited liegen im Rahmen der Analystenschätzungen von 1,5 bis 2 Millionen Abonnenten bis Jahresende.

Fox One, das ebenfalls am 21. August startete, konnte im gleichen Zeitraum 2,3 Millionen Abonnenten gewinnen. Besonders stark war der Oktober, in dem Fox One von geschätzten 1,1 Millionen auf 2,3 Millionen Abonnenten anstieg. Fox One übertrifft damit die Abonnentenzahlen von ESPN Unlimited, was unter anderem auf den günstigeren Preis von 20 US-Dollar pro Monat zurückzuführen ist.

Der Bundle-Start: Eine Enttäuschung?

Trotz der individuellen Erfolge haben nur wenige Kunden das gemeinsame Bundle von ESPN Unlimited und Fox One abonniert, das für 40 US-Dollar pro Monat angeboten wird und eine Ersparnis von 10 US-Dollar gegenüber den Einzelpreisen bietet. Antenna schätzt, dass 99 % der 2,3 Millionen Fox One-Abonnenten den eigenständigen Dienst nutzten. Dies deutet darauf hin, dass nur etwa 23.000 Kunden das Bundle mit ESPN oder das Fox Nation-Bundle wählten.

Ähnlich verhält es sich bei ESPN: Weniger als 1 % der 3 Millionen neuen Streaming-Abonnenten von ESPN entschieden sich für das Fox One-Bundle. Die Daten von Antenna umfassen keine bestehenden Disney-Abonnenten, die von anderen Plänen wechselten, oder Nutzer, die den Dienst über einen traditionellen Pay-TV-Anbieter aktivierten.

Gründe für die verhaltene Nachfrage

Die geringe Akzeptanz des ESPN-Fox One-Bundles lässt sich durch mehrere Faktoren erklären:

  • Später Start: Das Bundle wurde erst am 2. Oktober eingeführt, sechs Wochen nach den individuellen Starts und über einen Monat nach Beginn der NFL- und College-Football-Saisons. Viele Sportfans hatten zu diesem Zeitpunkt bereits andere Wege gefunden, ihre Teams zu verfolgen.
  • Priorisierung der Einzeldienste: Pete Distad, CEO von Fox One, erklärte im August, dass die Unternehmen zunächst die erfolgreiche Einführung ihrer eigenen Dienste priorisierten.
  • "Hassle" für bestehende Kunden: Medienanalyst Alan Wolk merkt an, dass es für Hardcore-Fans, die bereits beide Dienste einzeln abonniert haben, ein "Aufwand" sein könnte, die Abonnements zu kündigen und zum Bundle zu wechseln, um 10 US-Dollar zu sparen.
  • Alternative Bundle-Präferenzen: Viele ESPN-Kunden bevorzugen Streaming-Bundles mit Disney+ und Hulu. Antenna schätzt, dass etwa zwei Drittel der neuen ESPN-Kunden solche Bundles gewählt haben, eine Zahl, die Disney CEO Bob Iger Mitte November auf rund 80 % bezifferte.
  • Vorteile von Fox One: Fox One ist mit 20 US-Dollar pro Monat 10 US-Dollar günstiger als ESPN Unlimited. Zudem bietet es ein breiteres Inhaltsangebot, das neben Sport auch Nachrichten und Unterhaltung (Fox News, Fox Business, Fox Weather, Fox Soul) umfasst. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Verfügbarkeit über Amazon Prime Channels, über die etwa 60 % der Fox One-Anmeldungen erfolgten, während ESPN Unlimited dort nicht angeboten wird.

Disneys Strategie: Andere Bundles funktionieren

Disney hat mit seinen eigenen Streaming-Bundles, die ESPN mit Disney+ und Hulu kombinieren, großen Erfolg. Diese Bundles tragen dazu bei, die Abwanderungsrate (Churn) zu reduzieren. Disney-Analyst Joe Bonner von Argus Research betont, dass Disneys Fokus auf die Bündelung der neuen ESPN-App mit Disney+/Hulu liegt, anstatt mit Fox One.

Im Gegensatz dazu scheinen Fox-Kunden weniger an Bundles interessiert zu sein. Dies könnte für Fox nach dem Ende der Football-Saison eine Herausforderung darstellen, da die Abwanderung von Abonnenten zunehmen könnte.

Ausblick und zukünftige Herausforderungen

Trotz des verhaltenen Starts des ESPN-Fox One-Bundles ist es laut Joe Bonner noch zu früh für weitreichende Schlussfolgerungen, da sich die Dienste noch in einer frühen Phase befinden. Der Januar wird einen wichtigen Test darstellen, wenn beide Dienste NFL-Playoff-Spiele übertragen. Fox One wird unter anderem "America's Game of the Week", ein NFL Wild Card- und Divisional-Playoff-Spiel sowie das NFC Championship Game anbieten. ESPN Unlimited kontert mit Monday Night Football sowie eigenen Wild Card- und Divisional-Spielen.

Die Zusammenarbeit zwischen ESPN und Fox besteht weiterhin, auch wenn das gemeinsame Bundle bisher nicht den gewünschten Erfolg zeigt. Die individuellen Leistungen der Streaming-Dienste sind jedoch ein klares Zeichen dafür, dass die Strategie, wertvolle Inhalte außerhalb des traditionellen Pay-TV-Bundles anzubieten, bei den Verbrauchern ankommt.