
StubHub: Großinvestoren setzen trotz IPO-Rückgang auf Sekundärticketmarkt
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Die Ticketplattform StubHub hat nach ihrem Börsengang einen deutlichen Kursrückgang erlebt. Dennoch haben zwei große Investmentfirmen, die kalifornische StepStone Group und Madrone Advisors, massiv in das Unternehmen investiert und StubHub zu ihrer größten Portfolio-Position gemacht. Diese strategischen Wetten deuten auf ein starkes Vertrauen in das langfristige Potenzial des Sekundärticketmarktes hin, trotz kurzfristiger Marktvolatilität.
Großinvestoren setzen auf StubHub
Die kalifornische StepStone Group hat im dritten Quartal eine neue Position in StubHub (NYSE:STUB) aufgebaut. Laut einer SEC-Einreichung vom 14. November erwarb der Fonds fast 7,6 Millionen Aktien im Wert von geschätzten 127,3 Millionen US-Dollar zum 30. September. Diese Investition macht StubHub mit 59,9 % der berichtspflichtigen US-Aktienanlagen zum größten Einzelwert im Portfolio der StepStone Group LP. Nach der Einreichung belief sich der Anteil sogar auf 62,7 % des verwalteten Vermögens (AUM).
Auch Madrone Advisors, LLC, hat laut einer SEC-Einreichung vom 14. November 2025 eine neue Beteiligung an StubHub initiiert. Madrone erwarb 75.780.055 Aktien im Wert von rund 1,3 Milliarden US-Dollar zum 30. September 2025. Diese Position repräsentiert 62,8 % der berichtspflichtigen US-Aktienbestände des Fonds und ist damit ebenfalls die größte Einzelposition von Madrone.
Die Top-5-Positionen der StepStone Group nach der Einreichung umfassen:
- NYSE:STUB: 127,3 Millionen US-Dollar (62,7 % des AUM)
- NYSE:KRMN: 21,1 Millionen US-Dollar (10,4 % des AUM)
- NYSE:PATH: 17,2 Millionen US-Dollar (8,5 % des AUM)
- NASDAQ:GENVR: 11,2 Millionen US-Dollar (5,5 % des AUM)
- NASDAQ:DKNG: 6 Millionen US-Dollar (3 % des AUM)
Die Top-Positionen von Madrone Advisors nach der Einreichung vom 14. November 2025 sind:
- StubHub Holdings: 1,27 Milliarden US-Dollar (62,8 % des AUM)
- StoneCo: 479,2 Millionen US-Dollar (23,6 % des AUM)
- QXO: 181,9 Millionen US-Dollar (9,0 % des AUM)
- Vanguard Total World Stock Index Fund ETF: 60,6 Millionen US-Dollar (3,0 % des AUM)
- Figma: 28 Millionen US-Dollar (1,4 % des AUM)
StubHubs IPO und die Marktreaktion
StubHubs Börsengang im September 2025 (laut Quellen 2 und 3) bzw. im September (laut Quelle 1) war ein entscheidender Moment für den Sekundärticket-Riesen. Die Aktien wurden zu einem Preis von 23,50 US-Dollar pro Stück ausgegeben. Nach dem IPO erlebte die Aktie jedoch einen erheblichen Rückgang. Zum Freitag (laut Quelle 1) notierten die Aktien von StubHub bei 13,95 US-Dollar, was einem Rückgang von 40 % gegenüber dem IPO-Preis entspricht. Zum 14. November 2025 (laut Quelle 3) lag der Kurs bei 14,87 US-Dollar, was einem Rückgang von fast 50 % gegenüber dem Ausgabepreis entspricht.
Der Kursverfall wurde teilweise durch die Entscheidung des Unternehmens verstärkt, nach dem ersten Quartalsbericht nach dem IPO keine vierteljährliche Prognose abzugeben. Dies führte zu Skepsis am Markt. Die Aktie eröffnete am ersten Handelstag bei 25,35 US-Dollar, schloss aber bei 22,00 US-Dollar, was eine gemischte Anlegerstimmung widerspiegelte.
Das Geschäftsmodell von StubHub
StubHub betreibt einen globalen digitalen Marktplatz für den Weiterverkauf von Tickets. Das Unternehmen ermöglicht Transaktionen für Sport-, Konzert-, Theater- und Live-Veranstaltungen in über 200 Ländern. StubHub generiert Einnahmen hauptsächlich durch Transaktionsgebühren, die Käufern und Verkäufern für jedes auf der Plattform verkaufte Ticket berechnet werden.
Zu den Hauptkunden gehören einzelne Ticketkäufer, Veranstaltungsbesucher und Ticketwiederverkäufer, die Zugang zu Live-Unterhaltungsveranstaltungen weltweit suchen. StubHub positioniert sich als führende Technologieplattform in der Sekundärticketbranche, die ihre Größe und digitale Infrastruktur nutzt, um Millionen von Käufern und Verkäufern zu verbinden. Der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens liegt in seiner breiten internationalen Reichweite und etablierten Marke.
Finanzielle Kennzahlen und operative Stärke
Trotz des kurzfristigen Kursrückgangs zeigen die jüngsten Quartalsergebnisse von StubHub eine solide operative Leistung. Die Bruttowarenverkäufe (Gross Merchandise Sales, GMS) erreichten 2,4 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 11 % gegenüber dem Vorjahr, oder 24 % ohne die Taylor Swift Tour. Der Umsatz stieg um 8 % auf 468 Millionen US-Dollar. Das bereinigte EBITDA kletterte um 21 % auf 67 Millionen US-Dollar, wobei die Margen auf 14 % expandierten, was auf eine verbesserte operative Hebelwirkung hindeutet.
Die ausgewiesenen GAAP-Verluste von 1,3 Milliarden US-Dollar waren fast ausschließlich auf eine einmalige aktienbasierte Vergütung in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar zurückzuführen, die mit dem Börsengang verbunden war, und nicht auf eine Verschlechterung des zugrunde liegenden Geschäfts.
Wichtiger für langfristige Anleger ist, dass StubHub die IPO-Erlöse nutzte, um Schulden um etwa 750 Millionen US-Dollar zu reduzieren. Dies senkte die Nettoverschuldung auf das 3,9-fache des nachlaufenden bereinigten EBITDA und stärkte die Bilanz erheblich.
Aktuelle Kennzahlen (Stand: Marktschluss Freitag, bzw. 15. November 2025 für Madrone-Quelle):
- Preis: 13,95 US-Dollar (StepStone Quelle) / 14,9 US-Dollar (Madrone Quelle)
- Marktkapitalisierung: 5,1 Milliarden US-Dollar (StepStone Quelle) / 4,8 Milliarden US-Dollar (Madrone Quelle)
- Umsatz (TTM): 1,8 Milliarden US-Dollar
- Nettoergebnis (TTM): (1,3 Milliarden US-Dollar)
Langfristiges Potenzial und Risiken
Die Investitionen der StepStone Group und Madrone Advisors spiegeln eine Überzeugung in die Geschäftsbeständigkeit von StubHub wider, trotz der kurzfristigen Aktienperformance. Der Sekundärticketmarkt ist zyklisch und stimmungsgetrieben, aber die Nachfrage nach Live-Events hat sich als widerstandsfähiger erwiesen als die meisten Konsumkategorien, selbst wenn die diskretionären Ausgaben zurückgehen.
StubHubs plattformgetriebenes Modell profitiert von Netzwerkeffekten: Je mehr Nutzer Tickets listen und kaufen, desto unverzichtbarer wird die Plattform für Käufer und Verkäufer. Die globale Marktführerschaft des Unternehmens wird durch einen Anstieg des GMS um 11 % gegenüber dem Vorjahr auf 2,4 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal 2025 unterstrichen, wobei der internationale GMS 13 % des Gesamtumsatzes ausmacht.
Allerdings steht StubHub auch vor erheblichen regulatorischen Herausforderungen, insbesondere in Großbritannien und den USA. Vorschläge, den Weiterverkauf von Tickets über dem Nennwert zu verbieten und Servicegebühren zu deckeln, könnten den GMS des Unternehmens reduzieren. Diese Risiken müssen gegen das langfristige Potenzial abgewogen werden, das in der wachsenden Popularität von Live-Unterhaltung und der starken Marktposition von StubHub liegt.