
Studienkrediterlass 2026: Steuerfreiheit endet, "Steuerbombe" droht
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Die Steuerfreiheit für den Erlass von US-Studienkrediten, die unter dem American Rescue Plan von 2021 eingeführt wurde, ist zum 1. Januar 2026 ausgelaufen. Dies bedeutet, dass Kreditnehmer, die ab diesem Zeitpunkt einen Schuldenerlass erhalten, mit einer erheblichen Steuerlast rechnen müssen. Die Änderung betrifft Millionen von Amerikanern, die auf einen Schuldenerlass durch einkommensbasierte Rückzahlungspläne oder das Public Service Loan Forgiveness (PSLF)-Programm warten.
Steuerschock droht: Das Ende der Steuerfreiheit für Studienkrediterlasse
Die temporäre Regelung, die den Erlass von Studienkrediten zwischen 2021 und Ende 2025 steuerfrei stellte, ist nicht verlängert worden. Dies hat zur Folge, dass ab 2026 erlassene Schulden als steuerpflichtiges Einkommen gelten. Für viele Kreditnehmer, die kurz vor dem Erreichen der erforderlichen Zahlungen stehen, könnte dies eine unerwartete und hohe finanzielle Belastung darstellen.
Misty Knapp, eine 59-jährige Kreditnehmerin im PSLF-Programm, äußerte gegenüber Business Insider ihre Besorgnis. Sie ist nur noch sechs Zahlungen vom Schuldenerlass entfernt, befürchtet jedoch, die damit verbundenen Steuern nicht aufbringen zu können. "Ich weiß nicht, wie das aussehen wird, aber wenn ich auf den erlassenen Betrag besteuert werde, wäre das eine Menge Geld", so Knapp.
Wer ist betroffen? Einkommensbasierte Rückzahlungspläne im Fokus
Die Änderung betrifft hauptsächlich Kreditnehmer, die in einkommensbasierten Rückzahlungsplänen (Income-Based Repayment, Pay as You Earn oder Income-Contingent Repayment) eingeschrieben sind. Diese Pläne sehen einen Schuldenerlass nach 20 oder 25 Jahren qualifizierender Zahlungen vor. Auch das Public Service Loan Forgiveness (PSLF)-Programm, das Regierungs- und gemeinnützigen Mitarbeitern nach 10 Jahren qualifizierender Zahlungen einen Schuldenerlass gewährt, ist betroffen.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Schuldenerlass im Rahmen des Public Service Loan Forgiveness (PSLF) weiterhin von der Bundessteuer befreit ist. Die neue Steuerpflicht gilt primär für die einkommensbasierten Rückzahlungspläne.
Die "Steuerbombe": Was auf Kreditnehmer zukommt
Experten warnen vor einer drohenden "Steuerbombe". Eine Analyse der Interessengruppe Protect Borrowers ergab, dass der durchschnittliche Kreditnehmer in einem einkommensbasierten Rückzahlungsplan, der einen Schuldenerlass erhält, mit zusätzlichen Kosten zwischen 5.800 und 10.000 US-Dollar rechnen muss. Mark Kantrowitz, ein Experte für Hochschulbildung, schätzt, dass der durchschnittliche Restbetrag für Kreditnehmer in IDR-Plänen bei etwa 57.000 US-Dollar liegt. Für jemanden in der 22%-Steuerklasse könnte dies eine Bundessteuer von über 12.000 US-Dollar bedeuten, während in der 12%-Klasse immer noch rund 7.000 US-Dollar fällig würden.
Zusätzlich zu den Bundessteuern können in einigen Bundesstaaten weitere Kosten durch staatliche Steuern anfallen, die erlassene Studienkreditschulden als steuerpflichtiges Einkommen behandeln.
Ausnahmen und Übergangsregelungen für 2025
Das Bild ist jedoch nicht für alle Kreditnehmer gleichermaßen düster. Das Department of Education (DoE) hatte 2025 einen Rückstand bei der Bearbeitung von Anträgen für einkommensbasierte Rückzahlungspläne. Im Oktober wurde eine Vereinbarung mit der American Federation of Teachers getroffen, die sicherstellt, dass Kreditnehmer, die ihre qualifizierende Zahlungsanzahl im Jahr 2025 erreicht haben, nicht den neuen Steuern von 2026 unterliegen. Dies gilt auch dann, wenn die Bearbeitung ihres Antrags erst im neuen Jahr erfolgt.
Scott Buchanan, Geschäftsführer der Student Loan Servicing Alliance, erwartet, dass die meisten dieser Rückstände in den ersten Monaten des Jahres 2026 abgearbeitet werden. Kreditnehmer, die 2025 die Voraussetzungen für den Schuldenerlass erfüllten, müssen keine Maßnahmen ergreifen, um die steuerfreie Begleichung zu erhalten. Es wird jedoch empfohlen, datierte Bestätigungen der Berechtigung aufzubewahren, wie Nancy Nierman betont. Die endgültige Entscheidung über die Steuerpflichtigkeit liegt jedoch beim Internal Revenue Service (IRS) und dem Finanzministerium, nicht beim Department of Education.
Politische Reaktionen und Forderungen
Demokratische Gesetzgeber haben ihre Besorgnis über die drohende "Steuerbombe" zum Ausdruck gebracht. Im November forderte Senatorin Elizabeth Warren zusammen mit Kollegen in einem Schreiben an Finanzminister Scott Bessent, seine Befugnisse zu nutzen, um das Auslaufen der Steuerbefreiung rückgängig zu machen. Die Gesetzgeber argumentierten, dass die Bestrafung von IDR-Begünstigten mit massiven Steuerschulden den Zweck des IDR-Programms untergräbt und Versprechen an Kreditnehmer bricht.
Weitere wichtige Änderungen ab 2026
Neben der Steuerpflicht für den Schuldenerlass gibt es weitere wichtige Änderungen im Bundesstudienkreditprogramm, die Kreditnehmer beachten sollten:
- Rückzahlungen wieder aufgenommen: Die während der COVID-19-Pandemie ausgesetzten Rückzahlungen für alle Studienkredite wurden offiziell wieder aufgenommen. Es ist entscheidend, den Kreditdienstleister, den Kontostand und den Rückzahlungsstatus zu kennen.
- SAVE Plan endet: Der SAVE Plan läuft aus. Kreditnehmer in diesem Plan müssen sich auf einen Wechsel zu einem anderen Plan vorbereiten und sollten ihre Optionen prüfen.
- Parent PLUS Loans: Ab dem 1. Juli 2026 verlieren Kreditnehmer mit Parent PLUS Loans, die nicht in Direct Consolidation Loans umgewandelt wurden, den Zugang zu allen einkommensbasierten Rückzahlungsplänen. Dies schließt Pläne mit Zahlungen von bis zu 0 US-Dollar pro Monat ein. Parent PLUS Kreditnehmer sollten umgehend handeln, um den Zugang zu erschwinglichen Rückzahlungsplänen nicht zu verlieren.
- **Sanktionen bei Zahlungsverzug:** Ab 2026 könnten Kreditnehmer, die sich im Zahlungsverzug befinden, ihre Bundesteuererstattung oder Sozialversicherungs- und Invaliditätsleistungen zur Begleichung ausstehender Beträge einbehalten bekommen.
Handlungsbedarf: Was Kreditnehmer jetzt tun können
Angesichts dieser Änderungen ist proaktives Handeln entscheidend. Landon Warmund, ein zertifizierter Finanzplaner, rät: "Wenn Sie wissen, dass dies kommen wird, seien Sie proaktiv bei der Planung."
- Informationen einholen: Melden Sie sich bei studentaid.gov an, um Ihren aktuellen Kreditbetrag, Ihren Dienstleister und Ihren Rückzahlungsstatus zu überprüfen.
- Rückzahlungsoptionen prüfen: Nutzen Sie den Loan Simulator auf der Website der Bundesstudienbeihilfe, um verschiedene Rückzahlungspläne zu erkunden, die Ihre monatlichen Zahlungen senken und Ihre Kredite in gutem Zustand halten könnten.
- Bei Zahlungsverzug: Kontaktieren Sie umgehend Ihren Kreditdienstleister, um Optionen wie eine rückwirkende administrative Stundung zu besprechen und Inkassomaßnahmen zu verhindern.
- Prüfung der Treasury Offset Program List: Wenn Sie sich im Zahlungsverzug befinden, könnten Sie auf der Treasury Offset Program List stehen, was dazu führen kann, dass Ihre Steuererstattung einbehalten wird. Rufen Sie die Hotline unter 800-304-3107 an, um dies zu überprüfen.
- Dokumentation aufbewahren: Bewahren Sie alle Unterlagen auf, die Ihre Berechtigung für einen Schuldenerlass vor dem 1. Januar 2026 belegen.