Studium oder Handwerk? Eltern überdenken den Weg zum Erfolg

Studium oder Handwerk? Eltern überdenken den Weg zum Erfolg

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Die Frage nach der besten Ausbildung nach der Schule beschäftigt viele Familien, insbesondere da der Return on Investment (ROI) eines Studiums zunehmend hinterfragt wird. Während ein Hochschulabschluss einst als sicherer Weg zu einer erfolgreichen Karriere galt, gibt es heute immer mehr Berufe mit sechsstelligen Gehältern, die keinen akademischen Grad erfordern, während Einstiegschancen für Hochschulabsolventen oft rar sind.

Eltern und der Wandel im Jobmarkt

Die Unsicherheit auf dem heutigen Arbeitsmarkt führt dazu, dass Eltern verstärkt Alternativen zum vierjährigen Studium in Betracht ziehen. Eine aktuelle Umfrage von American Student Assistance (ASA) unter mehr als 2.200 Eltern von Mittel- und Oberstufenschülern zeigt, dass jeder dritte Elternteil offen dafür ist, dass seine Kinder eine Berufsschule besuchen.

Dieser Wert von 35 % der Eltern, die eine berufliche und technische Ausbildung für ihre Kinder als am besten geeignet ansehen, stellt einen erheblichen Anstieg dar – von nur 13 % im Jahr 2019, so ASA. Obwohl Eltern immer noch das traditionelle Studium für ihre Kinder bevorzugen, ist diese Präferenz deutlich gesunken. Der Prozentsatz der Eltern, die ein Studium bevorzugen, fiel auf 58 % – ein Rückgang um 16 Prozentpunkte seit 2019. Eine weitere Studie von ASA aus diesem Sommer zeigt zudem, dass 70 % der Teenager berichten, dass ihre Eltern offener dafür sind, auf ein Studium zugunsten einer anderen Ausbildung wie einer Berufsschule oder einer Lehre zu verzichten.

Steigende Kosten, ungewisse Aussichten: Der ROI des Studiums in Frage gestellt

„Eltern wachen auf. Das Studium hat nicht mehr denselben [Return on Investment] wie früher, weil die Kosten unverschämt sind und das Ergebnis unsicher ist“, erklärte Trevor Houston, Karriere-Stratege bei ClearPath Wealth Strategies, gegenüber Fortune. Er fügte hinzu: „Studenten stehen heute vor der höchsten Schuldenlast, die jemals verzeichnet wurde, aber Jobsicherheit nach dem Abschluss existiert nicht wirklich.“

Die durchschnittlichen Kosten für ein Studium in den USA belaufen sich laut Education Data Initiative auf über 38.000 US-Dollar (Studiengebühren und Unterkunft) pro Student und Jahr. Diese Kosten haben sich in diesem Jahrhundert mehr als verdoppelt, wobei private Hochschulen fast immer teurer sind. Gleichzeitig sind über 4 Millionen Gen Z-Angehörige arbeitslos und machen ihre „wertlosen“ Hochschulabschlüsse dafür verantwortlich.

Handwerksberufe: Eine lukrative Alternative mit Zukunft

Einer der Hauptgründe, warum Berufsschulen eine immer beliebtere Option werden, ist ihr potenziell starker ROI, insbesondere da das Studium teurer wird und weniger traditionelle Einstiegsjobs verfügbar sind. Viele Absolventen können direkt nach der High School sechsstellige Gehälter erzielen.

Einige Handwerksberufe, die keinen Hochschulabschluss erfordern und sechsstellige Gehälter zahlen, sind laut der National Society of High School Scholars:

  • Flugzeugmechaniker ($135.628)
  • Klempner, Rohrleitungsbauer und Dampfmonteure ($132.275)
  • Bauleiter ($130.000)
  • Industrieelektriker ($122.500)
  • Energietechniker ($115.076)

Darüber hinaus wird die Verfügbarkeit dieser Arbeitsplätze weiter zunehmen, insbesondere da ältere Generationen in diesen Berufen in den Ruhestand gehen, wie Julie Lammers, Executive Vice President bei American Student Assistance, gegenüber Fortune erklärte. „Eine alternde Belegschaft in den Handwerksberufen und ein Anstieg der Nachfrage zur Deckung des Infrastrukturbedarfs, ständig wachsende Immobilienanforderungen und Änderungen in der US-Energieproduktion bedeuten, dass es erheblich mehr offene Stellen als qualifizierte Arbeitskräfte gibt, um den Bedarf zu decken“, so Lammers.

Mehr als nur Handwerk: "New-Collar Jobs" und weitere Bildungswege

Neben der Berufsschule können Studierende auch Lehrstellen, berufliche Ausbildungsprogramme, Bootcamps, Branchenzertifizierungen und Berufslizenzen anstreben. Viele dieser Optionen sind im Vergleich zu einem Hochschulabschluss deutlich kostengünstiger. Ein Coding-Bootcamp kann beispielsweise nur 7.000 US-Dollar kosten – und das ist eine einmalige Gebühr im Vergleich zu fast 40.000 US-Dollar für ein Jahr Studium.

Diese Karrierewege, die durch Berufsschulen, Lehrstellen, Bootcamps und andere Aus- und Weiterbildungsprogramme ermöglicht werden, wurden von IBM als „New-Collar Jobs“ bezeichnet. Im Oktober 2017 startete IBM sein Ausbildungsprogramm, um Menschen für diese neuen Berufe zu qualifizieren, die Fähigkeiten über Abschlüsse stellen. Das Programm konzentriert sich auf gefragte Funktionen wie Cybersicherheit, Design, Datenwissenschaft, mobile Entwicklung, Cloud, künstliche Intelligenz und Blockchain – alles Karrierewege, die ebenfalls zu sechsstelligen Gehältern führen können.

Die damalige Trump-Regierung kündigte zudem ihr Tech Force-Programm an, das keinen Hochschulabschluss oder Berufserfahrung für Technologieexperten erfordert, die bereit sind, zweijährige Einsätze in Bundesbehörden zu leisten. Wer in das Programm aufgenommen wird, kann angesichts der Nachfrage nach Tech-Profis in der sich schnell entwickelnden Technologielandschaft etwa 150.000 bis 200.000 US-Dollar verdienen. „Dies ist ein Weckruf“, sagte Scott Kupor, Direktor des US Office of Personnel Management, in einer Erklärung. „Wenn Sie Ihrem Land helfen wollen, im Zeitalter des raschen technologischen Fortschritts führend zu sein, brauchen wir Sie.“

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