Südafrika mobilisiert Militär gegen organisierte Kriminalität

Südafrika mobilisiert Militär gegen organisierte Kriminalität

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Südafrika hat Truppen in Johannesburg und weiteren Provinzen eingesetzt, um die grassierende organisierte Kriminalität zu bekämpfen. Präsident Cyril Ramaphosa bezeichnete diese als größte Bedrohung für die Demokratie und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Der Einsatz zielt primär auf Ganggewalt und illegalen Bergbau ab.

Militäreinsatz gegen Kriminalität in Südafrika

Soldaten wurden am Mittwoch auf den Straßen von Johannesburg, Südafrikas größter Stadt, eingesetzt. Dies ist die erste größere Truppenentsendung, seit Präsident Cyril Ramaphosa in seiner jährlichen Rede an die Nation im Vormonat ankündigte, das Militär gegen organisierte Kriminalität einzusetzen. Ein Konvoi von über einem Dutzend Militärfahrzeugen wurde im Johannesburger Vorort Riverlea gesichtet, wobei Soldaten aus den Fahrzeugen sprangen, um Wohnblöcke zu betreten. Riverlea ist ein Gebiet, das sowohl von bandenbezogener Gewalt als auch von illegalem Bergbau betroffen ist.

Die Behörden hatten zuvor mitgeteilt, dass der Militäreinsatz in verschiedenen Teilen des Landes am 1. März beginnen sollte. Er verzögerte sich jedoch, da die Soldaten in polizeilichen Protokollen geschult wurden. Während des Einsatzes wird die Armee unter dem Kommando der Polizei operieren.

Organisierte Kriminalität: Eine Bedrohung für Demokratie und Wirtschaft

Präsident Ramaphosa hat die organisierte Kriminalität als die größte Bedrohung für die Demokratie und die wirtschaftliche Entwicklung Südafrikas bezeichnet. Das Land verzeichnet hohe Raten an Gewaltverbrechen; die Polizei meldete von Oktober bis Dezember 2025 insgesamt 6.351 Tötungsdelikte, was einem Durchschnitt von fast 70 pro Tag in einem Land mit rund 62 Millionen Einwohnern entspricht. Hinzu kommen hohe Zahlen von versuchten Morden und gewalttätigen Übergriffen.

Ramaphosa identifizierte Ganggewalt und illegalen Bergbau als besonders problematisch und brachte beides mit organisierter Kriminalität in Verbindung. Diese Entwicklungen stellen eine ernsthafte Herausforderung für die Stabilität und das Investitionsklima in Afrikas führender Wirtschaft dar.

Schwerpunkte des Einsatzes: Ganggewalt und illegaler Bergbau

Der Militäreinsatz konzentriert sich auf zwei Hauptbereiche der organisierten Kriminalität:

  • Illegaler Bergbau: Truppen werden in den Provinzen Gauteng (einschließlich Johannesburg, Ekurhuleni, West Rand), Nordwest (Klerksdorp, Orkney, Stilfontein, Hartbeesfontein und Dr. Ruth Mompati Distrikt) und Freistaat (Goldfields-Gebiet) eingesetzt. Die illegalen Bergbauaktivitäten, oft von schwer bewaffneten Syndikaten, den sogenannten "Zama Zamas", betrieben, sind mit hoher Gewalt verbunden. Ein Fall aus dem Jahr 2022, bei dem etwa 80 mutmaßliche illegale Bergleute der Gruppenvergewaltigung von acht Frauen beschuldigt wurden, schockierte das Land.
  • Ganggewalt: Der Einsatz zielt auf die Provinzen Westkap und Ostkap ab. Besonders betroffen sind die Cape Flats in und um Kapstadt, Südafrikas Top-Touristenstadt, die seit Jahren für tödliche Bandengewalt berüchtigt sind. Banden wie die "Americans", "Hard Livings" und "Terrible Josters" kämpfen um die Kontrolle des illegalen Drogenhandels und sind in Erpressung, Prostitution und Auftragsmorde verwickelt. Auch Gqeberhas nördliche Gebiete im Ostkap sind Hotspots. Statistiken zeigen, dass etwa 90 % der bandenbezogenen Tötungsdelikte des Landes im Westkap stattfinden.

Umfang und Dauer der Militäroperation

Präsident Ramaphosa teilte dem Parlamentssprecher mit, dass 550 Soldaten an einem ersten Einsatz in der Provinz Gauteng beteiligt sein werden, um Kriminalität zu bekämpfen und Recht und Ordnung zu wahren. Dieser Einsatz soll bis Ende April dauern. Laut Details, die die Polizei dem Parlament vorlegte, plant die Regierung einen breiteren Einsatz in fünf der neun Provinzen des Landes.

Der Chief of Joint Operations, Lieutenant General Siphiwe Sangweni, erklärte am Freitag, den 4. März 2026, vor dem Gemeinsamen Ständigen Verteidigungsausschuss, dass der Einsatz der Soldaten "nachrichtendienstlich gesteuert" sein werde. Er betonte, dass der Einsatz nicht dauerhaft sei und ein definiertes Enddatum habe, nämlich vom 1. März bis zum 31. März 2027 für die Provinzen Gauteng, Nordwest, Freistaat und Westkap. Teile des nationalen Einsatzes könnten jedoch länger als ein Jahr andauern.

Politische Reaktionen und Kritik am Polizeiversagen

Der Einsatz der Truppen wurde größtenteils begrüßt. Einige politische Parteien sehen ihn jedoch als Eingeständnis, dass die Polizei weitgehend versagt hat, die Kriminalität einzudämmen. Dianne Kohler Barnard, Abgeordnete der Demokratischen Allianz (DA), äußerte am Mittwoch, den 4. März 2026, im Parlament, es sei "persönlich beschämend", dass die Polizei so schlecht versagt habe, dass sie die Hilfe des Militärs benötige.

Leigh-Anne Mathys von den Economic Freedom Fighters (EFF) bezeichnete es als "traurigen Moment", dass man sich dem Versagen des South African Police Service (SAPS) beugen und die South African National Defence Force (SANDF) hinzuziehen müsse. Kenneth Meshoe von der African Christian Democratic Party (ACDP) hinterfragte, ob die SAPS die SANDF ausreichend über die Herausforderungen und Erwartungen informiert habe, damit die Fehler der Polizei nicht wiederholt würden.

Historische Sensibilität und frühere Einsätze

Südafrika hat die Armee in den letzten Jahren mehrmals eingesetzt, um bei Ausbrüchen von Kriminalität und Unruhen zu helfen. Dazu gehört der Einsatz im Jahr 2021, als Unruhen und Plünderungen in zwei Provinzen, ausgelöst durch die Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma und Frustrationen über COVID-19-Lockdowns, zum Tod von über 350 Menschen führten.

Präsident Ramaphosa betonte, dass dieser Einsatz von Soldaten sorgfältig abgewogen wurde. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass die Armee während Südafrikas Jahrzehnten der erzwungenen Rassentrennung unter dem Apartheid-System, das 1994 endete, zur Niederschlagung von Pro-Demokratie-Protesten eingesetzt wurde. Er erklärte, der Einsatz sei "aufgrund eines Anstiegs der gewalttätigen organisierten Kriminalität, die die Sicherheit unserer Bevölkerung und die Autorität des Staates bedroht, notwendig geworden".

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