Taiwans Verteidigungsstrategie: Günstige Waffen gegen Chinas Bedrohung

Taiwans Verteidigungsstrategie: Günstige Waffen gegen Chinas Bedrohung

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Taiwan muss sich auf die richtigen Waffen konzentrieren, um China abzuschrecken und im Falle eines umfassenden Krieges zu kämpfen. Ein ehemaliger hochrangiger taiwanesischer Verteidigungsbeamter betont die Notwendigkeit, die Verteidigungsstrategie angesichts der Bedrohung durch Peking anzupassen.

Taiwans Verteidigungsstrategie im Fokus

Um sich auf einen möglichen umfassenden Krieg mit China vorzubereiten, sollte Taiwan erhebliche Mengen an kostengünstigen, mobilen und überlebensfähigen Waffensystemen einsetzen. Dies erklärte der pensionierte Admiral und ehemalige Generalstabschef des taiwanesischen Verteidigungsministeriums, Lee Hsi-Min, kürzlich bei einer Veranstaltung des Hudson Institute Think Tanks. Er argumentiert, dass Taiwan die existenzielle Bedrohung einer chinesischen Invasion priorisieren muss.

Taiwan steht derzeit vor zwei Konfliktarten: Chinas sogenannte Grauzonen-Aktivitäten, die knapp unterhalb der Kriegsschwelle liegen, und das Potenzial einer umfassenden chinesischen Invasion. Während Grauzonen-Aktionen wie häufige Flugzeug-Eindringungen Ressourcen belasten, könnte eine Invasion katastrophale Folgen haben, wie Kriegsspiele gezeigt haben.

Asymmetrische Kriegsführung als Schlüssel

Lee Hsi-Min fordert eine große Anzahl von verteilten, mobilen, überlebensfähigen und tödlichen Waffensystemen. Diese Systeme müssten kostengünstig, in großen Mengen verfügbar und im Kampf hochgradig überlebensfähig sein. Asymmetrische Kriegsführung nutzt genau solche Systeme – wie Drohnen, Raketen und dezentrale Einheiten – um die Vorteile eines größeren Militärs zu neutralisieren, indem sie schwer zu treffende Ziele bietet und überproportionalen Schaden zufügt.

Taiwan verfolgt bereits aggressiv eine Strategie, die auf solche Waffen setzt, darunter verschiedene Arten von Drohnen, Sensoren, Störsender sowie Anti-Schiffs- und Boden-Luft-Raketen. Weitere Elemente dieser asymmetrischen Kriegsführung umfassen die Ausbildung der Zivilbevölkerung für eine mögliche Invasion und den Einsatz von urbaner Kriegsführung durch das taiwanesische Militär.

Die Rolle von Technologie und Quantität

Konventionelle Plattformen und High-End-Waffen sind laut Lee Hsi-Min weiterhin wertvoll, insbesondere zur Abschreckung alltäglicher chinesischer Militäraktionen. Dennoch seien skalierbare und "smart genug" Waffen entscheidend. Er betonte: "Wenn wir einen langwierigen Krieg führen, bedeutet Quantität manchmal Qualität." Eine geringe Anzahl fortschrittlicher, hochentwickelter Plattformen würde Taiwan im Falle eines Angriffs durch China vor große Probleme stellen.

In seinem "Overall Defense Concept" plädierte Lee bereits zuvor für asymmetrische Kriegsführung und mehr mobile, unbemannte Waffen und Systeme, anstatt konventionelle Waffen wie Kampfflugzeuge und Panzer zu kaufen. Er schrieb 2020 in einem Artikel für The Diplomat, dass China Taiwan weiterhin als nationale und existenzielle Priorität betrachten und massiv in sein Militär investieren werde, das Taiwan weit übertrifft.

Lehren aus dem Ukraine-Krieg

Ähnliche Lehren werden aus dem Krieg in der Ukraine gezogen. Soldaten, Veteranen und Drohnenhersteller haben übereinstimmend festgestellt, dass ein begrenztes Arsenal an exquisiten Systemen für einen langen Krieg ungeeignet ist. Stattdessen werden große Mengen kostengünstiger Waffen benötigt. Im Krieg ist Nachhaltigkeit entscheidend; übermäßige Entwicklung und Ausgaben sind in einem hochintensiven Kampf nicht aufrechtzuerhalten.

Angesichts der erheblichen Disparität zwischen den Militärkräften und Fähigkeiten Chinas und Taiwans müssen "taiwanische Vorstellungen eines traditionellen Abnutzungskrieges mit der PLA [Volksbefreiungsarmee] aufgegeben werden", schrieben Lee und Co-Autor Eric Lee. Eine effektive asymmetrische Verteidigungshaltung und die Einbeziehung taktischer asymmetrischer Fähigkeiten könnten Taiwans Nachteil auf dem Papier ausgleichen und die PLA daran hindern, Truppen an Land zu bringen.

Taiwans konkrete Schritte und internationale Unterstützung

Taiwans Regierung hat die Verteidigungsbudgets in den letzten Jahren erheblich erhöht und kauft weiterhin Raketen, Luftverteidigungssysteme und Drohnen von den USA sowie anderen Verbündeten und Partnern. Die USA kündigten diesen Monat ihren bisher größten Waffenverkauf an Taiwan im Wert von 11 Milliarden US-Dollar an. Dieser umfasst unter anderem High-Mobility Artillery Rocket Systems (HIMARS), Army Tactical Missile Systems (ATACMS), Javelin-Raketen, Haubitzen und Drohnen.

Das taiwanesische Verteidigungsministerium erklärte, die Waffen stärkten die Selbstverteidigungs- und Abschreckungsfähigkeiten. Chinas Außenministerium hingegen kritisierte den Verkauf als Verstoß gegen Abkommen zwischen Peking und Washington, der das Risiko einer militärischen Konfrontation mit Taiwan berge.

Ein wichtiger Bestandteil von Taiwans asymmetrischer Strategie ist die schnelle Investition in die heimische Drohnenproduktion, basierend auf den Lehren aus der Ukraine und Kooperationen mit US-amerikanischen und europäischen Firmen. Taipeh strebt an, bis 2030 jährlich 200.000 Drohnen zu produzieren, und investiert Milliarden in andere Verteidigungssysteme, darunter ein neues Luftverteidigungsnetzwerk namens T-Dome.

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