Tankstellen auf Stammesland: Wie Native Americans beim Sprit sparen helfen

Tankstellen auf Stammesland: Wie Native Americans beim Sprit sparen helfen

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Die Spritpreise in den USA steigen weiterhin, angetrieben durch den Iran-Krieg. Doch Autofahrer finden eine willkommene Entlastung an Tankstellen, die sich im Besitz von Native American Stämmen befinden. Diese bieten oft deutlich günstigere Preise und werden so zu einer wichtigen Anlaufstelle für preisbewusste Konsumenten.

Steigende Spritpreise und die Suche nach Alternativen

Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar sind die landesweiten Benzinpreise um weit über 1 US-Dollar gestiegen und erreichten laut AAA einen Durchschnitt von 4,15 US-Dollar pro Gallone. Obwohl die Preise im Sommer 2022 mit über 5 US-Dollar pro Gallone noch höher lagen, erwarten Ökonomen aufgrund der anhaltenden geopolitischen Spannungen weitere Anstiege, die zur Inflation beitragen werden.

In dieser Situation suchen viele Autofahrer aktiv nach Möglichkeiten, Kosten zu sparen. Apps wie Gas Buddy erleichtern die Suche nach dem günstigsten Kraftstoff erheblich. Junelle Lewis aus Seattle fuhr beispielsweise fast eine halbe Stunde zur Tulalip Reservation, um ihren Chevrolet Suburban für 4,84 US-Dollar pro Gallone zu betanken – etwa 75 Cent weniger als in ihrer Heimatnähe. Sie bezeichnete diese Tankstelle als "wahrscheinlich die günstigste".

Das Geheimnis der günstigen Preise: Steuerbefreiungen

Das Hauptgeheimnis der günstigeren Preise an vielen der fast 500 Tankstellen auf Stammesland liegt in Steuerbefreiungen. Während Stämme in der Regel die bundesstaatliche Kraftstoffsteuer von 18,4 Cent pro Gallone für Benzin und 24,3 Cent pro Gallone für Diesel zahlen und diese Kosten an die Verbraucher weitergeben müssen, verhält es sich mit den staatlichen Kraftstoffsteuern anders.

Stämme, die von staatlichen Kraftstoffsteuern befreit sind, können Benzin und Diesel deutlich günstiger anbieten als konkurrierende Tankstellen in der Nähe. Dies ist besonders in Bundesstaaten wie Kalifornien, New Mexico, New York, Oklahoma und Washington der Fall, wo Dutzende von Tankstellen in Stammesbesitz existieren, einige davon an stark frequentierten Reiserouten.

Ein komplexes Rechtsgeflecht

Die rechtliche Grundlage für diese Steuerbefreiungen ist tief in der US-Rechtsprechung verankert. Seit über einem Jahrhundert haben US-Gerichte entschieden, dass Bundesstaaten keine Befugnis haben, Steuern von Native Americans auf deren eigenem Land zu erheben. Dan Lewerenz, Assistenzprofessor für Native American Recht an der University of North Dakota, betont, dass dies eines der beständigsten Prinzipien im Bundesrecht für Indianer ist.

Die Situation kann jedoch komplex sein, abhängig davon, wo der Kraftstoff besteuert wird und welche Vereinbarungen zwischen Staaten und Stämmen bestehen. Gerichtsurteile spielen hierbei eine wichtige Rolle:

  • 2005: Der Oberste Gerichtshof der USA entschied, dass Off-Reservation-Vertriebshändler in Kansas staatliche Steuern auf Verkäufe an Stämme für On-Reservation-Kraftstoffverkäufe erheben dürfen.
  • 2019: Der Oberste Gerichtshof urteilte, dass ein Vertrag von 1855 zwischen den USA und der Yakama Nation, der die freie Bewegung von Stammesmitgliedern auf Straßen mit ihren Gütern sicherstellte, staatliche Kraftstoffsteuern auf Stammesland im Bundesstaat Washington untersagt.

Mehr als nur Tankstellen: Wirtschaftliche Bedeutung für Stämme

Die Tankstellen und Convenience Stores auf Stammesland sind nicht nur eine Quelle für günstigen Sprit, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Native American Reservate. Matthew Klas von Klas Robinson Q.E.D., einem Beratungsunternehmen für Stammesunternehmen, verfolgt die Entwicklung von 245 Stämmen, die im Jahr 2025 insgesamt 496 Convenience Stores mit Tankstellen betrieben. Die meisten davon finden sich in Oklahoma, Kalifornien, Washington, Arizona, New Mexico, Wisconsin, Michigan und New York. Einige Stämme, wie die Choctaw Nation in Oklahoma oder die Oneida Indian Nation in New York, betreiben sogar eigene Ladenketten.

Der Verkauf von Snacks und Lebensmitteln trägt zusätzlich zum Gewinn bei. Viele dieser Geschäfte bieten auch Lebensmittel in sogenannten "food deserts" an, Gebieten, die weit von Supermärkten entfernt sind. Weitere Einnahmequellen sind Drive-Through-Rauchshops, Autowaschanlagen und LKW-Raststätten. Bemerkenswert ist auch die Verbindung zu Casinos: 205 Tankstellen in Stammesbesitz befinden sich an oder in der Nähe von Casinos, einige sind sogar "Gasinos" mit einer kleinen Anzahl von Glücksspielautomaten.

Die Einnahmen aus diesen Unternehmen werden direkt in die Gemeinschaft reinvestiert. Tanya Burns, CEO der Tulalip Tribes Federal Corporation, erklärte, dass die steigenden Umsätze aus dem Gasverkauf auf der Tulalip Reservation zur Finanzierung von Straßen, Polizei, Gesundheitsversorgung, Bildung, Wohnraum und anderen wichtigen Dienstleistungen für die Stammesmitglieder verwendet werden.

Praktische Beispiele und Kundenerfahrungen

Die Ersparnisse sind für viele Autofahrer spürbar. In Kalifornien war das Benzin an der Chukchansi Crossing Fuel Station & Travel Center für 5,09 US-Dollar pro Gallone 60 Cent günstiger als an nahegelegenen Tankstellen. Jamie Cross aus New Mexico findet regelmäßig Ersparnisse auf der Mescalero Apache Reservation, wo der Sprit diese Woche nur 3,79 US-Dollar kostete. Im Osten des Bundesstaates New York, auf dem Cattauragus Indian Territory, lag der günstigste Preis bei etwa 3,65 US-Dollar – 50 Cent weniger als in umliegenden Städten.

Todd Hall aus Paden, Oklahoma, zahlte 4,57 US-Dollar pro Gallone Diesel an einer Tankstelle der Citizen Potawatomi Nation, während die Preise in seiner Gegend oft über 5 US-Dollar liegen. Er füllte seinen Abschleppwagen für etwa 90 US-Dollar auf und bestätigte: "Hier sind sie billiger als anderswo." Mark Foster spart etwa 5 US-Dollar pro Woche und bleibt dem Stammesunternehmen treu, nicht nur wegen des Preises, sondern auch, weil der Stamm ein guter Gemeinschaftspartner sei.

Selbst für Umsteiger sind die Stammes-Tankstellen eine Option. Jared Blankenship, dessen Elektroauto kürzlich einen Totalschaden erlitt, muss nun wieder Benzin kaufen. Er sucht gezielt nach günstigen Optionen: "Es ist entweder Costco oder schauen, wo es billig ist, wie auf der Reservation. Also sind wir hier."

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