Tesla-Aktie im Sinkflug: Gary Black analysiert Lieferzahlen und Robotaxi-Zweifel

Tesla-Aktie im Sinkflug: Gary Black analysiert Lieferzahlen und Robotaxi-Zweifel

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Die Tesla-Aktie (TSLA) befindet sich seit acht Wochen im Sinkflug. Investor Gary Black, Managing Partner bei The Future Fund LLC, hat kürzlich seine Einschätzung zu den Gründen für diesen Rückgang dargelegt. Er verweist auf enttäuschende Lieferzahlen, Skepsis gegenüber dem Robotaxi-Geschäft und mangelndes Marketing für Teslas Full Self-Driving (FSD)-Produkt.

Enttäuschende Lieferzahlen und sinkende Gewinnerwartungen

Ein wesentlicher Faktor für den Kursrückgang sind laut Black die "enttäuschenden" Lieferzahlen des ersten Quartals. Tesla meldete weltweit 358.023 ausgelieferte Elektrofahrzeuge im Q1, was unter der Konsensschätzung von 365.645 Einheiten lag. Im Vergleich dazu wurden im vierten Quartal 418.227 Fahrzeuge ausgeliefert, während die Erwartungen bei 422.850 lagen.

Analysten haben daraufhin ihre Gewinnschätzungen für die Jahre 2026 bis 2030 gesenkt. Gary Black merkte an, dass die große Diskrepanz zwischen Produktion (408.386 Fahrzeuge im Q1) und Auslieferungen wahrscheinlich auf eine schwache Nachfrage in den USA hindeutet. Obwohl die Q1-Lieferungen im Jahresvergleich um über 6 % auf 336.681 Einheiten stiegen, verfehlte Tesla zum zweiten Mal in Folge die Erwartungen der Wall Street.

Robotaxi-Ambitionen unter der Lupe

Ein weiterer Punkt, der die Tesla-Aktie belastet, ist die Neubewertung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV). Black zufolge hinterfragen Investoren zunehmend, ob Tesla sein Robotaxi-Geschäft skalieren kann. Dieses Geschäft sei der "primäre Treiber" für das hohe KGV von 180x für 2026, während andere Magnificent 7-Unternehmen wie Apple, Microsoft und Amazon ein KGV von unter 30x aufweisen.

Black äußerte die Meinung, dass Investoren sich "selbst etwas vormachen", wenn sie glauben, Tesla stehe "kurz davor, die allgemeine unüberwachte Autonomie zu lösen". Er betonte, dass Elektrofahrzeuge immer noch 70 % der Tesla-Gewinne ausmachen. Aktuell betreibt Tesla laut Black nur neun Robotaxis ohne Sicherheitsmonitore, was etwa 2,1 % seiner Flotte entspricht.

Marketing-Herausforderungen für FSD

Obwohl Gary Black Teslas Full Self-Driving (FSD)-Produkt als das "beste auf dem Markt" bezeichnete, beklagte er das mangelnde Marketing. Er ist der Ansicht, dass FSD ein "Nischenprodukt" bleiben wird, solange Tesla seine Strategie nicht ändert und weiterhin auf X-Promoter und Mundpropaganda setzt.

Black hat in der Vergangenheit bereits Teslas Marketingstrategie kritisiert und dem Automobilhersteller geraten, seine Produkte besser zu vermarkten, ähnlich wie Apple es tut. Er warnte zudem davor, sich zu sehr auf "übertrieben positive" Sell-Side-Ansichten zu einem potenziellen SpaceX-Börsengang zu verlassen, der für Tesla-Analysten einen großen Zahltag bedeuten könnte.

Neue Modelle und Produktionsüberschuss

Berichten zufolge arbeitet Tesla an der Einführung von zwei neuen Modellen. Eines davon soll auf das Segment der erschwinglichen Elektrofahrzeuge abzielen und voraussichtlich in China produziert werden, mit Plänen für Europa und die USA. Elon Musk deutete zudem ein mögliches siebensitziges Fahrzeug an, das bei Tesla entwickelt wird.

Neben den Fahrzeuglieferungen verfehlte Tesla auch die Erwartungen bei den Energiespeicherprodukten. Im ersten Quartal wurden 8,8 GWh bereitgestellt, während Analysten 14,2 GWh erwartet hatten. Analysten von William Blair bezeichneten dies als "großen Fehlschlag", obwohl sie anmerkten, dass die Verkäufe in diesem Segment schwankend sein können.

Analystenmeinungen und Ausblick

Analysten von Stifel bewerteten die verfehlten Lieferprognosen als negativ für die Aktie. Einige Marktbeobachter sehen das "FSD-Zauberwerk" schwinden, während andere argumentieren, dass reduzierte Investitionen in traditionelle Elektrofahrzeuge eine "größere Chance" für Tesla auf dem US-Markt schaffen.

Die Tesla-Aktie ist im bisherigen Jahresverlauf um 18 % gefallen, verzeichnete aber in den letzten 12 Monaten einen Anstieg von 30 %. Zum Handelsschluss am Donnerstag stieg TSLA um 0,69 % auf 345,62 US-Dollar, fiel jedoch im nachbörslichen Handel um 0,20 % auf 344,94 US-Dollar.

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