
Tesla-Aktie unter Druck: Lieferzahlen enttäuschen, Robotaxi-Zweifel wachsen
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Die Tesla-Aktie (TSLA) befindet sich in einem Abwärtstrend, der durch enttäuschende Lieferzahlen im ersten Quartal 2026 und Skepsis hinsichtlich der schnellen Umsetzung von autonomen Fahrtechnologien befeuert wird. Investoren und Analysten bewerten die Zukunftsaussichten des Elektroautoherstellers neu, während das Unternehmen weiterhin auf eine Mischung aus EV-Produktion und KI-Ambitionen setzt.
Tesla-Aktie unter Druck: Enttäuschende Lieferzahlen und Autonomie-Zweifel
Die Tesla-Aktie ist auf dem Weg zu ihrem achten Wochenrückgang in Folge und verzeichnete das schlechteste Quartal seit einem Jahr. Dies folgt auf die Veröffentlichung der Lieferzahlen für das erste Quartal 2026, die mit 358.023 Fahrzeugen zwar ein leichtes Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal zeigten, jedoch deutlich unter den Erwartungen der Analysten von 365.645 Einheiten lagen und einen Rückgang gegenüber dem Dezember-Quartal darstellten. Nach diesem Bericht kürzten mehrere Analysten ihre Kursziele für die Aktie.
JPMorgan-Analyst Ryan Brinkman warnte Anleger, die TSLA-Aktien mit "hoher Vorsicht" zu betrachten. Die Diskrepanz zwischen den Erwartungen und den tatsächlichen Lieferungen hat zu einer Neubewertung der Aktie geführt, wobei die Anleger zunehmend hinterfragen, ob das Unternehmen sein ambitioniertes Robotaxi-Geschäft wie geplant skalieren kann.
Gary Black: "EVs machen immer noch 70% der Tesla-Gewinne aus"
Gary Black, Managing Partner bei The Future Fund, äußerte sich auf der Social-Media-Plattform X zu den Gründen für den Rückgang der TSLA-Aktie. Er führte den Rückgang auf die von Analysten gekürzten Gewinnschätzungen nach den "enttäuschenden" Lieferzahlen zurück. Black ist der Meinung, dass sich Investoren, die glauben, Tesla stehe "kurz davor, die allgemeine unüberwachte Autonomie zu lösen", selbst täuschen, wenn sie P/E-Verhältnisse und Lieferzahlen für irrelevant halten.
Er betonte, dass "EVs immer noch 70% der Tesla-Gewinne ausmachen". Black wies auch darauf hin, dass Teslas Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) derzeit das höchste unter den "Mag 7"-Aktien ist. Obwohl er Tesla das "beste Full Self-Driving Produkt auf dem Markt" zuschreibt, beklagt er das mangelnde Marketing, das die Bekanntheit bei den Verbrauchern einschränkt.
Der Spagat zwischen Elektrofahrzeugen und KI-Ambitionen
Tesla versucht, sich neben der Herstellung von Elektrofahrzeugen zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik zu konzentrieren. Das Unternehmen ist optimistisch, dass seine Full Self-Driving (FSD)-Fahrerassistenztechnologie rechtzeitig vollautonomes Fahren ermöglichen wird, sowohl für einzelne Kunden als auch für den Betrieb von Robotaxi-Flotten. Der humanoide Roboter Optimus soll ebenfalls noch in diesem Jahr in Produktion gehen.
Gary Black kritisierte jedoch, dass Tesla derzeit nur neun Robotaxis ohne Sicherheitsmonitore betreibt, was etwa 2,1% seiner Flotte entspricht. Einige Analysten sehen den "FSD-Zauber nachlassen", während andere argumentieren, dass reduzierte Investitionen in traditionelle Elektrofahrzeuge eine "größere Chance" für Tesla auf dem US-Markt geschaffen haben.
Neue Modelle und Marketingstrategie im Fokus
Berichten zufolge arbeitet Tesla an der Einführung von zwei neuen Modellen in seiner Produktpalette, wobei eines davon auf das Segment der erschwinglichen Elektrofahrzeuge abzielt. Dieses unbenannte Modell soll voraussichtlich in China produziert und auch in Europa und den USA eingeführt werden. Elon Musk deutete zudem über kryptische Social-Media-Posts ein mögliches siebensitziges Fahrzeug an, was durch einen in Teslas Gigafactory in Texas gesichteten Rahmen mit erweitertem Platz im Heck und Aussparungen für große Fenster untermauert wurde.
Gary Black hat in der Vergangenheit Teslas Marketingstrategie hinterfragt und das Unternehmen aufgefordert, seine Produkte besser zu vermarkten, indem es sich ein Beispiel an Apples Marketingstrategie nimmt. Er ist der Ansicht, dass FSD ein "Nischenprodukt" bleiben wird, solange Tesla seine Strategie der Nutzung von X-Promotern und Mundpropaganda nicht ändert.
Analystenmeinungen und Ausblick
Laut Daten von Koyfin bewerten 23 der 48 Analysten, die die TSLA-Aktie abdecken, diese mit "Kaufen" oder höher, während 17 sie mit "Halten" und 8 mit "Verkaufen" oder "Stark Verkaufen" einstufen. Die Benzinga Edge Rankings bescheinigen Tesla ein zufriedenstellendes Wachstum, jedoch einen ungünstigen Preistrend auf kurze, mittlere und lange Sicht.
Black warnte Anleger auch davor, sich zu sehr auf "übertrieben positive" Sell-Side-Ansichten zu verlassen, die mit einem potenziellen SpaceX-Börsengang verbunden sind. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten Analysten, dass die Tesla-Lieferungen 1,69 Millionen Fahrzeuge erreichen werden. Dies wäre ein moderater Anstieg gegenüber 1,64 Millionen im Jahr 2025, nachdem die Verkaufszahlen nach einem Höchststand von über 1,8 Millionen im Jahr 2023 zwei Jahre in Folge zurückgegangen waren. Die TSLA-Aktie schloss am Donnerstag bei $345,62 und fiel im nachbörslichen Handel um 0,20% auf $344,94.