Tesla: Kalifornische Regulierungsbehörde stuft Ride-Hailing nicht als Robotaxi ein

Tesla: Kalifornische Regulierungsbehörde stuft Ride-Hailing nicht als Robotaxi ein

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Teslas Ride-Hailing-Dienst in Kalifornien wird von der staatlichen Regulierungsbehörde nicht als autonomer Fahrzeugdienst eingestuft. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Transparenz und die regulatorische Aufsicht, da das Unternehmen von den strengen Berichtsauflagen befreit ist, denen tatsächliche Betreiber autonomer Fahrzeuge unterliegen. Die öffentliche Wahrnehmung und die regulatorische Realität klaffen hier auseinander.

Teslas Ride-Hailing: Eine Limousine, kein Robotaxi

Pat Tsen, stellvertretende Exekutivdirektorin für Verbraucherpolitik, Transport und Durchsetzung bei der California Public Utilities Commission (CPUC), bestätigte in einem Auftritt im "Driverless Digest"-Podcast, dass Tesla keinen autonomen Fahrzeugdienst betreibt. Stattdessen besitzt der Elektrofahrzeughersteller die gleiche Genehmigung des Department of Motor Vehicles (DMV), die auch an Limousinenbetreiber im Bundesstaat vergeben wird.

Die CPUC klassifiziert Fahrzeuge nach dem System der Society of Automotive Engineers (SAE). Autonome Fahrzeuge werden als SAE Level 3 definiert, was bedeutet, dass "das bordeigene KI-System in der Lage ist, unter bestimmten Betriebsbedingungen selbstständig zu navigieren". Tesla-Fahrzeuge befinden sich auf Level 2 und verfügen über einen Sicherheitsfahrer, der nach den CPUC-Regeln als Fahrer eingestuft wird, selbst wenn er nicht aktiv in den Fahrbetrieb eingreift.

Keine Daten, keine Aufsicht

Die Einstufung als Level 2 hat erhebliche Auswirkungen auf die Transparenz. Tesla ist von den Berichtspflichten des autonomen Fahrzeugprogramms ausgenommen. Dies bedeutet, dass das Unternehmen keine detaillierten Daten an die CPUC melden muss, wie es von echten AV-Betreibern wie Waymo und Zoox verlangt wird. Diese Daten umfassen unter anderem Standortdaten, Passagierdaten, gefahrene Kilometer und "Stoppereignisse".

Pat Tsen verglich Teslas Dienst direkt mit jeder anderen Fahrt mit Fahrerassistenz auf der Uber-Plattform und nannte ihn "ähnlich einer Person, die 'Full Self-Driving supervised' auf der Uber-Plattform nutzt". Dies bedeutet, dass Teslas Ride-Hailing-Dienst in der Bay Area in einem regulatorischen Blindspot operiert, während er Fahrpreise kassiert und sich als "Robotaxi"-Dienst vermarktet.

Teslas Cybercab und die Zukunft

Die Kommentare der CPUC kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Tesla die Einführung seines Cybercab vorbereitet. Das Cybercab soll für 30.000 US-Dollar erhältlich sein und weder Pedale noch ein Lenkrad besitzen. Elon Musk bestätigte, dass die Produktion im April langsam anlaufen wird.

Trotz der Ambitionen gab es auch Rückschläge. Im Januar wurden in Austin fünf weitere Unfälle gemeldet, was die Gesamtzahl der gemeldeten Vorfälle seit dem Start des Dienstes Mitte 2025 auf 14 erhöht. Ein Tester in San Francisco berichtete, dass Teslas Robotaxi zwar günstiger als Waymo, Uber oder Lyft sei und reibungslose Fahrten biete, aber längere Wartezeiten und gelegentliche Eingriffe des Sicherheitsfahrers aufweise.

Hürden für echte Robotaxis in Kalifornien

Elon Musk hat wiederholt versprochen, dass Robotaxis in Kalifornien bald auf die Straßen kommen würden, und dies auf ausstehende Genehmigungen der Regulierungsbehörden zurückgeführt. Die Daten zeichnen jedoch ein anderes Bild. Laut bisher unveröffentlichten DMV-Aufzeichnungen, die von Reuters ausgewertet wurden, hat Tesla im Jahr 2025 zum sechsten Mal in Folge null Meilen autonomer Testfahrten auf kalifornischen Straßen absolviert.

Neue DMV-Vorschriften, die Ende 2026 in Kraft treten sollen, verlangen von Tesla, 50.000 Meilen autonomes Fahren auf öffentlichen Straßen in Kalifornien mit einem Sicherheitsfahrer zu protokollieren, bevor das Unternehmen eine Genehmigung für fahrerlose Robotaxi-Dienste beantragen kann. Zum Vergleich: Der Robotaxi-Konkurrent Waymo protokollierte zwischen 2014 und der Einführung fahrerloser Fahrzeuge für kommerzielle Passagiere im Jahr 2024 über 13 Millionen Teststunden in Kalifornien. Bryant Walker Smith, Rechtsprofessor an der University of South Carolina, kommentierte, dass Tesla impliziere, "sie seien bereit und die Regulierungsbehörden nicht", die Realität aber sei, dass "die Regulierungsbehörden bereit sind, und sie nicht".

Finanzielle Implikationen für Tesla

Angesichts sinkender Verkaufszahlen in den USA, dem Verlust von EV-Steuergutschriften und einem rückläufigen Marktanteil in Europa und Asien könnte Tesla sein Schicksal zunehmend an den zukünftigen Erfolg seiner Robotaxi-Einführung knüpfen. Thomas Monteiro, Senior Analyst bei Investing.com, äußerte, dass der EV-Gigant sich in einer "Übergangsphase" befinde und Investoren auffordere, potenzielle Robotaxi- und Selbstfahr-Einnahmen zu antizipieren.

Tesla hält an seinem aggressiven Zeitplan für die Robotaxi-Einführung fest und bestätigte im Januar während des Q4-Earnings Calls, dass das Unternehmen weiterhin beabsichtigt, Robotaxis bis Ende des Jahres in sieben US-Städten einzuführen: Dallas, Houston, Phoenix, Miami, Orlando, Tampa und Las Vegas. An der Börse zeigte sich die Tesla-Aktie (TSLA) am Mittwoch mit einem Plus von 0,76 % auf 385,95 US-Dollar zum Marktschluss, sank jedoch im Nachbörsenhandel um 0,16 % auf 385,35 US-Dollar. Laut Benzinga Edge Rankings punktet Tesla gut bei der Momentum-Metrik und bietet einen günstigen Preistrend auf lange Sicht.

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