Tesla: Schlüsselabgang im Robotaxi-Team und wachsende Skepsis am Markt

Tesla: Schlüsselabgang im Robotaxi-Team und wachsende Skepsis am Markt

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Tesla Inc. (NASDAQ:TSLA) hat Wochen vor dem geplanten Start der Cybercab-Serienproduktion einen wichtigen Mitarbeiter verloren: Thomas Dmytryk, der elf Jahre lang das Software-Rückgrat des Robotaxi-Dienstes aufgebaut hat, verlässt das Unternehmen. Sein Abgang, den er auf LinkedIn bekannt gab, reiht sich in eine Serie von Talentabwanderungen ein, die die ambitionierten Pläne des Elektroautoherstellers in Frage stellen könnten.

Wichtiger Abgang im Robotaxi-Team

Thomas Dmytryk war eine Schlüsselfigur bei Tesla. Er leitete das Team, das die Over-the-Air (OTA)-Update-Infrastruktur des Unternehmens entwickelte, die mittlerweile eine Flotte von fast 10 Millionen Fahrzeugen versorgt. Zuletzt verantwortete er das Software-Backend für den Robotaxi-Fahrdienst in Austin. Der Robotaxi-Dienst startete in Austin im Juni 2025 mit Sicherheitsoperatoren und ging im Januar 2026 zu unüberwachten Fahrten über, bleibt aber in seinem Umfang begrenzt. Die Grundgebühr wurde kürzlich von 1 US-Dollar auf 3,25 US-Dollar erhöht. Dmytryk gab an, sich aus familiären Gründen zurückzuziehen.

Die anhaltende Talentabwanderung bei Tesla

Dmytryks Weggang ist Teil einer beschleunigten Abwanderung erfahrener Ingenieure und Führungskräfte, die sich im Jahr 2026 verstärkt hat. Besonders kritisch für die Robotaxi-Strategie war der Abgang von Victor Nechita, dem Cybercab-Programmmanager, Ende Februar 2026, nur wenige Tage nachdem die erste Produktionseinheit in Giga Texas vom Band lief. Weitere prominente Abgänge umfassen:

  • Drew Baglino, ein 18-jähriger Antriebsstrang-Veteran, im April 2024.
  • David Lau, Teslas langjähriger Software-Chef, im Jahr 2025.
  • Omead Afshar, ein enger Vertrauter von Elon Musk und Leiter des Nordamerika- und Europa-Vertriebs, Mitte 2025.
  • Die Programmmanager für Model Y und Cybertruck, die im November 2025 am selben Tag ausschieden.

Diese Entwicklung wirft Fragen hinsichtlich der institutionellen Kenntnisse und der Ausführungsgeschwindigkeit bei Tesla auf.

Skepsis an den Finanzmärkten und Prognosen

Trotz Elon Musks Versprechen, die Robotaxi-Dienste im ersten Halbjahr 2026 auf sieben neue Städte auszudehnen und die Cybercab-Produktion in diesem Monat zu starten, bleiben die Händler an den Prognosemärkten skeptisch. Auf Polymarket sehen Wettende eine 78%ige Wahrscheinlichkeit, dass Tesla im ersten Quartal weniger als 350.000 Fahrzeuge ausliefert, ein deutlicher Rückgang gegenüber den 418.000 Einheiten im vierten Quartal 2025.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Robotaxis bis zum 30. Juni in Kalifornien eingeführt werden, liegt bei nur 16%. Ein Vertrag über die Verfügbarkeit von "Optimus zum Kauf bis zum 30. Juni" wird sogar nur mit 6% gehandelt. Emmanuel Rosner, Analyst bei Wolfe Research, prognostiziert, dass das Robotaxi-Geschäft im Jahr 2026 einen Verlust von rund 500 Millionen US-Dollar verzeichnen wird, bevor es 2027 die Gewinnschwelle erreicht. Die Tesla-Aktie (TSLA) notierte am Montag bei rund 393 US-Dollar, ein Rückgang von 1,4%. Die Ergebnisse des ersten Quartals am 28. April könnten weitere Einblicke in die Auswirkungen der Personalabgänge geben.

Herausforderungen für Teslas Robotaxi-Ambitionen

Die Robotaxi-Flotte in Austin, Texas, verzeichnete seit ihrem Start im Juni 2025 insgesamt 14 Unfälle. Dies entspricht etwa einem Unfall pro 57.000 Meilen. Im Vergleich dazu sind amerikanische Fahrer laut Tesla-Daten alle 229.000 Meilen in einen Unfall verwickelt, während die NHTSA-Daten von einem Unfall alle 500.000 Meilen sprechen. Teslas Robotaxis sind demnach vier- bis achtmal häufiger in Unfälle verwickelt als menschliche Fahrer, wobei alle diese Unfälle einen menschlichen Sicherheitsfahrer im Fahrzeug involvierten.

In Kalifornien kämpft Tesla zudem mit Lizenz- und Marketingproblemen. Das Unternehmen argumentiert, dass seine Robotaxi-Operationen im Bundesstaat außerhalb der Regeln für autonomes Fahren liegen sollten, was impliziert, dass die Fahrzeuge nach kalifornischem Recht nicht vollständig autonom sind. Gleichzeitig wehrt sich Tesla gegen einen Vorschlag von Waymo, die Begriffe "fahrerlos", "selbstfahrend" oder "Robotaxi" in der Werbung im Bundesstaat nicht verwenden zu dürfen. Eine frühere Entscheidung im Dezember untersagte Tesla bereits die Verwendung der Begriffe "Autopilot" und "Full Self-Driving" wegen Verstoßes gegen staatliche Vorschriften zur falschen Werbung.

Der Blick auf die Aktie und Analystenmeinungen

Angesichts der Schwierigkeiten im Kerngeschäft der Elektrofahrzeuge und eines Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnisses von 199x den Analystenschätzungen für 2026, ruhen viele Hoffnungen der Anleger auf den Robotaxi- und Roboter-Ambitionen des Unternehmens. Während Tesla offenbar günstige Cybercabs bauen kann, muss noch bewiesen werden, dass das Unternehmen über ein sicheres, autonomes Fahrsystem verfügt.

Trotz dieser Herausforderungen hat der BofA-Analyst Alexander Perry am 4. März 2026 seine Bewertung für Tesla von "Neutral" auf "Kaufen" angehoben und ein Kursziel von 460 US-Dollar festgelegt. Perry sieht Tesla als "aktuellen Marktführer in der Verbraucherautonomie" und erwartet, dass das Unternehmen aufgrund seiner Fähigkeit zur profitableren Skalierung schnell zu einem führenden Anbieter von Robotaxi-Diensten aufsteigen wird. Er sieht autonome Fahrzeuge als Treiber der nächsten Ära der Mobilität, die Verbrauchern Zeitersparnis, sichereres Reisen und zugänglicheren Transport bieten.

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