Tesla verzeichnet zweiten jährlichen Umsatzrückgang: BYD übernimmt Führung im EV-Markt

Tesla verzeichnet zweiten jährlichen Umsatzrückgang: BYD übernimmt Führung im EV-Markt

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Der Elektrofahrzeughersteller Tesla hat ein herausforderndes Jahr 2025 abgeschlossen, das von einem erneuten Umsatzrückgang und dem Verlust seiner Spitzenposition im globalen Markt für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) geprägt war. Trotz dieser Rückschläge erreichte der Aktienkurs des Unternehmens im Dezember ein Rekordhoch, angetrieben durch die Erwartung der Anleger an Teslas Zukunft in den Bereichen Robotaxi und künstliche Intelligenz.

Tesla verzeichnet zweiten jährlichen Umsatzrückgang

Tesla meldete für das vierte Quartal 2025 den Verkauf von 418.227 Elektrofahrzeugen, was einem Rückgang von 15,6 % gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2024 entspricht. Damit sank der Jahresabsatz von Tesla das zweite Jahr in Folge. Im Gesamtjahr 2025 lieferte Tesla rund 1,64 Millionen Fahrzeuge aus, nach 1,79 Millionen im Jahr 2024 und einem Höchststand von 1,81 Millionen im Jahr 2023. Dieser Rückgang von etwa 9 % im Jahresvergleich beschleunigt den Trend des Vorjahres, der bereits den ersten jährlichen Umsatzrückgang nach Jahren explosiven Wachstums markierte.

Analysten der Wall Street hatten im Durchschnitt mit rund 441.000 EV-Verkäufen für das vierte Quartal gerechnet. Tesla selbst veröffentlichte ungewöhnlicherweise eine pessimistischere Konsensprognose von 422.850 Einheiten, die von 20 Analysten erstellt wurde.

BYD überholt Tesla bei BEV-Verkäufen

Der chinesische Konkurrent BYD hat Tesla im Jahr 2025 erstmals bei den jährlichen Verkäufen von batterieelektrischen Fahrzeugen übertroffen. BYD meldete einen Anstieg der Verkäufe seiner batteriebetriebenen Autos um fast 28 % auf 2,26 Millionen Einheiten im Jahr 2025. Dies steht im Gegensatz zu Teslas 1,64 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen im selben Zeitraum.

BYD verkaufte im Jahr 2025 insgesamt 4,6 Millionen Fahrzeuge weltweit, wovon 2,2 Millionen reine Elektrofahrzeuge waren. Damit sichert sich BYD die Spitzenposition im EV-Markt, die es 2024 noch an Tesla verloren hatte.

Gründe für den Rückgang: Steuergutschriften, Wettbewerb und Produktlinie

Mehrere Faktoren trugen zum Umsatzrückgang von Tesla bei:

  • Das Auslaufen der 7.500 US-Dollar Steuergutschrift für neue Elektrofahrzeuge im September 2025 führte zu einem branchenweiten Rückgang der EV-Verkäufe in den USA, nachdem Käufer zuvor Rekordverkäufe getrieben hatten.
  • In China sieht sich Tesla einem intensiven Wettbewerb durch lokale Rivalen gegenüber, die hochmoderne Elektromodelle zu aggressiven Preisen anbieten.
  • In Europa sanken die Verkaufszahlen von Tesla, unter anderem aufgrund von Gegenwind nach CEO Musks Unterstützung der rechtsextremen deutschen Partei AfD. Im Dezember sanken die Neuzulassungen in Frankreich um 66 % und in Spanien um 44 % im Jahresvergleich.
  • Analysten weisen darauf hin, dass Tesla seit der Einführung des Cybertrucks im Jahr 2023 kein neues Fahrzeugmodell auf den Markt gebracht hat. Der Cybertruck selbst wurde als Verkaufsenttäuschung beschrieben.
  • Tesla nannte auch Produktionsumstellungen für das aktualisierte Model Y und Model 3 als Faktoren für die Umsatzrückgänge Anfang 2025. Das Model Y bleibt jedoch auf Kurs, das weltweit meistverkaufte EV-Modell zu werden.

Musks Vision: Robotaxis und KI als Zukunft

Trotz der aktuellen Herausforderungen im Kerngeschäft betont Elon Musk, dass die Zukunft von Tesla in Robotaxis und humanoiden Robotern liegt. Das Unternehmen startete im Juni 2025 einen Robotaxi-Dienst in Austin, Texas, und plant eine ehrgeizige Expansion des autonomen Ride-Hailings in weitere US-Städte im laufenden Jahr.

Tesla bereitet sich darauf vor, im April 2026 mit der Massenproduktion seines Cybercab-Robotaxis zu beginnen, das weder Lenkrad noch Pedale besitzt. Musk äußerte im Oktober 2025 die Erwartung, dass die bevorstehende Einführung der "unbeaufsichtigten" Full Self-Driving (FSD)-Software die Nachfrage nach Teslas Fahrzeugen ankurbeln werde. Er kündigte an, dass der Robotaxi-Dienst in Austin bis Ende 2025 ohne Sicherheitsfahrer operieren würde, obwohl diese Mitte Dezember noch in den öffentlich verfügbaren Fahrzeugen saßen.

Aktienkurs und Anlegeroptimismus

Trotz der rückläufigen Verkaufszahlen erreichte der Aktienkurs von Tesla im Dezember 2025 ein Rekordhoch. Anleger zeigten sich optimistisch hinsichtlich der Robotaxi-Einführung des Automobilherstellers und Musks Vision einer Zukunft, die stark auf künstlicher Intelligenz und Robotik basiert.

Musk, der laut Forbes weiterhin die reichste Person der Welt ist, hat ehrgeizige Ziele für die Zukunft gesetzt: Er prognostiziert eine Steigerung auf 1,75 Millionen Verkäufe im Jahr 2026 und vier Millionen Fahrzeuge bis Ende 2027. Analystenprognosen, die Tesla selbst veröffentlichte, sind jedoch konservativer und sehen 3 Millionen Auslieferungen erst im Jahr 2029 vor.

Herausforderungen und Ausblick

Neben den Verkaufsrückgängen verzeichnete Tesla im Juli-August 2025 einen Einkommensrückgang von 37 % nach dem schlechtesten Quartalsverlust seit einem Jahrzehnt im April-Juni 2025. Auch Berichte über Versuche von Vorstandsmitgliedern, Musk als CEO abzusetzen, trugen zu einem turbulenten Jahr bei, wurden jedoch später dementiert.

Ein Lichtblick war der Rekordwert von 14,2 GWh bei der Bereitstellung von Energiespeichern. Dennoch wird dies voraussichtlich nicht ausreichen, um den erheblichen Rückgang der Elektrofahrzeug-Auslieferungen zu kompensieren. Tesla wird 2025 voraussichtlich das zweite Jahr in Folge mit einem Rückgang bei Umsatz und Gewinn abschließen, trotz des global boomenden EV-Marktes. Die weitere Entwicklung des Unternehmens hängt stark davon ab, ob Musks Wette auf Robotaxis und KI die Erwartungen der Anleger erfüllen kann.