Tesla vs. Rivian: Welche EV-Aktie 2026 outperformt? Ein Ausblick

Tesla vs. Rivian: Welche EV-Aktie 2026 outperformt? Ein Ausblick

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Der globale Markt für Elektrofahrzeuge (EV) wird weiterhin von Tesla (NASDAQ: TSLA) angeführt, doch der Wettbewerb durch aufstrebende Unternehmen wie Rivian (NASDAQ: RIVN) nimmt stetig zu. Während beide Aktien im Jahr 2025 erhebliche Schwankungen erlebten, war Rivian mit einem Kursanstieg von über 23 % seit Jahresbeginn (Stand der Erstellung dieses Artikels) der besser performende Wert, verglichen mit einem Anstieg von etwa 10 % für Tesla. Doch die vergangene Performance ist kein Garant für die Zukunft. Wir werfen einen Blick darauf, welche EV-Aktie im Jahr 2026 voraussichtlich besser abschneiden wird.

Rückblick auf 2025 und aktuelle Marktposition

Das Jahr 2025 war für Tesla operativ herausfordernd. Die Umsätze sanken sowohl im ersten als auch im zweiten Quartal, begleitet von einem Rückgang der Fahrzeugauslieferungen. Im dritten Quartal gab es zwar eine Erholung bei Umsatz und Auslieferungen, noch vor dem Auslaufen der staatlichen Steuergutschrift für EVs. Allerdings sank der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) um 31 %, und das Unternehmen sah sich einem Druck auf die Bruttomarge ausgesetzt, da der Verkauf von Regulierungsgutschriften mit 100 % Marge zurückging.

Rivian hingegen verzeichnete im Jahr 2025 erhebliche Fortschritte. Das Unternehmen erzielte in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen (Q1 und Q3) positive Bruttomargen. Dies führte zu einer Eigenkapitalinvestition von Volkswagen in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar. Rivian konnte zudem die Auswirkungen von Zöllen und Lieferkettenproblemen abfedern, um auch im dritten Quartal einen Bruttogewinn zu erzielen.

Tesla: Der Fokus auf Robotaxis für 2026

Die Aktienperformance von Tesla im Jahr 2026 wird voraussichtlich maßgeblich von den Fortschritten im Robotaxi-Geschäft abhängen. Tesla testet derzeit seinen Cybercab-Dienst in Austin, Texas. Dieser Pilotversuch ist jedoch auf einen geografisch begrenzten Bereich der Stadt beschränkt und erfordert einen Sicherheitsfahrer im Fahrzeug.

CEO Elon Musk hatte angekündigt, dass Teslas Robotaxis bis Jahresende in Austin vollständig autonom sein würden, eine Aussage, die er kürzlich, etwa drei Wochen vor Jahresende, bekräftigte. Musk äußerte zudem den Wunsch, die Robotaxi-Flotte in Austin in diesem Monat zu verdoppeln, was die Gesamtzahl auf etwa 60 Fahrzeuge bringen würde. Dies liegt jedoch deutlich unter den 500 Cybercabs, die Musk ursprünglich für dieses Jahr in Austin prognostiziert hatte. Auch seine Vorhersage von etwa 1.000 Robotaxis im Großraum San Francisco Bay Area bis Ende 2025 konnte nicht erfüllt werden, da Tesla dort noch keine Betriebslizenz erhalten hat. Sollte Tesla diese Versprechen, wenn auch mit Verzögerung, einlösen können, könnte die Aktie ein erhebliches Aufwärtspotenzial haben.

Rivian: Wachstum durch neue Modelle und Kosteneffizienz

Für Rivian ist der Start des neuen R2 SUV der entscheidende Faktor für die Performance im Jahr 2026. Das Unternehmen hat große Anstrengungen unternommen, die Herstellungskosten seiner Fahrzeuge zu senken. Dies gelang durch eine Überarbeitung des internen Designs seiner SUVs und die Verbesserung des Fertigungsprozesses.

Ein Schlüsselelement war der Übergang zu einem zonalen Architektursystem, das die Anzahl der elektronischen Steuergeräte und der Verkabelung in den Fahrzeugen erheblich reduzierte. Diese Technologie trug auch zur Investition und zum Joint Venture mit Volkswagen bei. Rivian erwartet, im Jahr 2026 die Produktion von drei neuen, erschwinglichen Modellen zu starten, die alle voraussichtlich unter 50.000 US-Dollar kosten werden.

Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Strategie

Die Strategie von Rivian weist Ähnlichkeiten mit dem Vorgehen von Tesla auf. Wie Tesla begann Rivian mit Premiummodellen und wendet sich nun erschwinglicheren Fahrzeugen zu. Zudem agiert Rivian als integrierter Akteur und hat ein eigenes Vertriebsnetz aufgebaut, ohne auf Händler angewiesen zu sein.

Jüngst scheint Rivian weitere Elemente aus Teslas Strategie zu übernehmen, etwa durch eine Elon Musk-ähnliche Vergütung für CEO RJ Scaringe (wenn auch in deutlich abgespeckter Form) und die Abhaltung eines "Autonomy & AI Day". Bei diesem Event kündigte Rivian unter anderem einen neuen Chip, Robotaxi-Ambitionen und das neue Fahrerassistenzpaket "Autonomy+" zum Preis von 2.500 US-Dollar an. Tesla bietet sein "Full Self-Driving" für 8.000 US-Dollar an und hat bereits Robotaxi-Operationen aufgenommen. Trotz dieser strategischen Parallelen sind beide Unternehmen von ähnlichen Problemen betroffen, wie sinkenden EV-Verkaufszahlen, und werden voraussichtlich einen jährlichen Rückgang ihrer Auslieferungen im Jahr 2025 melden.

Die Unterschiede zwischen den Unternehmen sind jedoch ebenfalls signifikant. Die Persönlichkeiten der CEOs, Musk und Scaringe, sind sehr unterschiedlich. In Bezug auf Größe und Skalierbarkeit ist Tesla deutlich überlegen und ein nachhaltiges Unternehmen, während Rivian, wie andere EV-Startups, regelmäßige Kapitalzufuhr benötigt, um seine Verluste zu finanzieren.

Bewertung und Zukunftsaussichten

Diese Kluft spiegelt sich auch in den jeweiligen Bewertungen wider. Rivians Forward-Kurs-Umsatz-Verhältnis von 3,5x ist weniger als ein Viertel von Teslas 16x. Während Rivian, abgesehen von einer kurzen Periode nach seinem Börsengang, immer mit einem Abschlag zu Tesla gehandelt wurde, ist der aktuelle Unterschied deutlich größer als historisch üblich.

Tesla hat einen erheblichen Kapitalvorteil gegenüber Rivian, was in einer kapitalintensiven Branche entscheidend ist. Rivian muss zudem noch beweisen, dass es den Massenmarkt erschließen kann. Dies könnte sich jedoch im Jahr 2026 ändern, wenn die Produktion der drei neuen, erschwinglichen Modelle anläuft. Während Tesla weiterhin eine spannende Wachstumsaktie bleibt, sollten Anleger auch andere Elektrofahrzeughersteller wie Rivian in Betracht ziehen, die derzeit möglicherweise ein attraktiveres Wertpotenzial bieten.

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