
Tesla vs. Waymo: Der Wettlauf um autonomes Fahren und die Bewertung
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Tesla steht unter erheblichem Druck, seine hohe Bewertung durch Fortschritte im Bereich des autonomen Fahrens zu rechtfertigen, während die Verkaufszahlen der Fahrzeuge stagnieren. Gleichzeitig positioniert sich Alphabet's Waymo als starker Konkurrent, der mit langjähriger Erfahrung, umfassenden Partnerschaften und einer offenen Strategie den Markt aufmischt. Der Wettbewerb verschärft sich auch im Bereich der Sicherheitstransparenz, wo Tesla kürzlich detaillierte Daten veröffentlichte.
Tesla unter Druck: Schwindende Marktanteile und hohe Erwartungen
Die hohe Bewertung von Tesla (NASDAQ: TSLA) hängt zunehmend von den Plänen für ein voll autonomes Fahrzeug und ein Robotikgeschäft ab, die sich beide noch in einem frühen Stadium befinden. Die aktuellen Verkaufszahlen der Fahrzeuge zeigen eine andere Realität: Im Oktober sanken die Absatzzahlen in der EU um 48 %.
Auch in den USA ist der Marktanteil von Tesla gefallen, obwohl das Unternehmen weiterhin führend ist. Im weltweit größten EV-Markt China ist der Marktanteil gering geworden. Diese Entwicklung lässt Investoren auf die noch in den Anfängen steckenden Projekte von CEO Elon Musk hoffen, um die aktuelle Marktbewertung zu stützen.
Waymo: Der erfahrene Herausforderer mit starken Partnern
Der Sektor der Robotaxis und voll autonomen Fahrzeuge ist hart umkämpft, mit starken Akteuren in China und dem US-Marktführer Waymo, einer Division von Alphabet (NASDAQ: GOOG). Waymo ist seit 2009 auf dem Markt und hat Millionen von Meilen zurückgelegt. Das Unternehmen ist bereits in 14 Märkten aktiv, darunter einer in Japan, und plant die Expansion in weitere 10 bis 12 Märkte, darunter London.
Alphabet verfügt über größere finanzielle Ressourcen als Tesla. Waymo pflegt Partnerschaften mit über 100 Gemeinden und hat eine strategische Kooperation mit Uber (NYSE: UBER). Diese Uber-Partnerschaft könnte Waymos Technologie in jede Stadt der USA und viele Städte im Ausland bringen, sobald die behördlichen Genehmigungen vorliegen.
Waymos Stärke liegt in seiner Offenheit: Es kann mit jedem Autohersteller weltweit kooperieren, im Gegensatz zu Teslas "Walled Garden"-Ansatz. Theoretisch könnte Waymo gleichzeitig in den Flotten von Toyota (NYSE: TM), GM (NYSE: GM) und VW präsent sein. Waymo hat kein eigenes Fertigungsgeschäft wie Tesla.
Der Kampf um die Sicherheit: Tesla reagiert auf Waymo-Kritik
Die Debatte um die Sicherheit autonomer Fahrzeuge hat sich zugespitzt, nachdem Waymo Co-CEO Tekedra Mawakana die Branche zur Transparenz bei Leistungsdaten aufforderte. Mawakana betonte bei TechCrunch Disrupt, dass Unternehmen, die fahrerlose Fahrzeuge auf die Straße bringen, verpflichtet seien, transparent über deren Leistung zu berichten.
Als direkte Reaktion darauf veröffentlichte Tesla seinen bisher detailliertesten Sicherheitsbericht. Dieser beantwortet jahrelange Kritik an den zuvor "dürftigen" vierteljährlichen Sicherheitsupdates, die sich oft auf Autopilot konzentrierten.
Laut Teslas neuen Metriken legen Nutzer von Full Self-Driving (Supervised) etwa 2,9 Millionen Meilen zwischen größeren Kollisionen zurück. Der nationale Durchschnitt liegt laut NHTSA-Daten bei 505.000 Meilen pro größerer Kollision. Bei kleineren Zwischenfällen verzeichnen FSD-Nutzer Kollisionen alle 986.000 Meilen, verglichen mit dem nationalen Durchschnitt von 178.000 Meilen.
Unterschiedliche Strategien im Wettlauf um autonomes Fahren
Tesla verfolgt einen integrierten Ansatz, ähnlich wie Apple (NASDAQ: AAPL), bei dem Hard- und Software aus einer Hand kommen. Das Unternehmen muss das Rennen um das autonome Fahren gewinnen, um seine hohe Marktbewertung zu rechtfertigen.
Für Alphabet ist Waymo hingegen nicht entscheidend für die Zukunft des Gesamtkonzerns. Waymo hat keine eigene Fertigung und kann sich auf die Entwicklung der Technologie konzentrieren, die es dann an verschiedene Partner lizenziert. Diese unterschiedlichen Geschäftsmodelle positionieren Waymo als Teslas "Erzfeind" im Wettbewerb um die Vorherrschaft im Bereich des autonomen Fahrens.