Teslas FSD-Versprechen und die Hardware-Realität

Teslas FSD-Versprechen und die Hardware-Realität

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Teslas langjähriges Versprechen eines vollständig autonomen Fahrens für alle Elektrofahrzeuge stößt bei vielen Besitzern auf Ernüchterung. Elon Musk bestätigte kürzlich, dass ältere Fahrzeuge mit Hardware 3 (HW3) die volle, unüberwachte Full Self-Driving (FSD)-Funktionalität nicht erreichen werden, was bei Kunden, die Tausende von Dollar investiert haben, für große Enttäuschung sorgt und bereits zu globalen Klagen führt.

Teslas FSD-Versprechen und die Hardware-Realität

Auf einer Telefonkonferenz zu den Tesla-Quartalsergebnissen erklärte Elon Musk, dass Tesla-Fahrzeuge, die vor 2023 ausgeliefert wurden und mit dem Hardware 3 (HW3)-Computer ausgestattet sind, kein vollständig unüberwachtes Full Self-Driving (FSD) erreichen können. Musk äußerte: "Ich wünschte, es wäre anders, aber Hardware 3 hat einfach nicht die Fähigkeit, unüberwachtes FSD zu erreichen."

Diese Aussage steht im Kontrast zu früheren Marketingmaterialien von Tesla aus dem Jahr 2016, die besagten, dass alle Fahrzeuge die notwendige Hardware für "volle Selbstfahrfähigkeit auf einem Sicherheitsniveau, das wesentlich höher ist als das eines menschlichen Fahrers", besäßen. Auch ein Tweet von Musk aus dem Jahr 2019 versprach, dass alle seit 2016 produzierten Tesla-Fahrzeuge die richtige Hardware für FSD hätten oder "trivial aufrüstbar" seien.

Als Lösung bietet Tesla Besitzern von Hardware 3-Fahrzeugen die Wahl zwischen einem "vergünstigten Inzahlungnahmeangebot" oder einem physischen Austausch des Fahrzeugcomputers und der Kameras in "Mikrofabriken" in Großstädten an. Diese Ankündigung ist ein herber Schlag für langjährige Tesla-Kunden, die jahrelang auf die versprochene Technologie gewartet und dafür Tausende von Dollar bezahlt haben.

Kundenreaktionen: Zwischen Enttäuschung und Geduld

Die Reaktionen der Tesla-Besitzer auf Musks Eingeständnis sind gemischt, reichen aber oft von tiefer Enttäuschung bis hin zu Skepsis. Andrew Apperley, der 2023 einen gebrauchten Model 3 von 2018 mit FSD für 53.000 US-Dollar kaufte, äußerte gegenüber Business Insider: "Es fühlt sich an wie ein Köder und ein Tauschgeschäft." Er fügte hinzu, dass Tesla sich "selbst ins Bein geschossen" habe und es für Hardware 3-Kunden schwer sein werde, den Versprechen von Tesla und Musk in Zukunft zu vertrauen.

Rick Flashman, der 2022 10.000 US-Dollar für FSD beim Kauf seines Model 3 bezahlte, nutzt FSD nach eigenen Angaben für "über 90%" seiner Fahrten. Trotz der begrenzten Fähigkeiten seines Hardware 3-Fahrzeugs, für das Tesla eine "Lite"-Variante von FSD Version 14 im Juni plant, ist er zufrieden und bereit, auf die von Musk versprochene Überarbeitung zu warten. Er fühlt sich nicht "abgezockt".

Matt Simmons, ein weiterer Tesla-Besitzer, der 2019 ein Model 3 Performance kaufte und 6.000 US-Dollar für FSD bezahlte, nutzt die Funktion nach sieben Jahren selten. Er beschreibt FSD als "irgendwie schlecht" und ist von Musks Kommentaren nicht überrascht, da dieser in der Vergangenheit bereits ehrgeizige, aber oft nicht vollständig erfüllte Vorhersagen gemacht habe. Simmons fühlt sich "hingehalten" und hofft, dass Konkurrenten wie Rivian ähnliche Angebote für enttäuschte FSD-Besitzer machen werden.

Globale Auswirkungen und rechtliche Schritte

Die Enttäuschung über die FSD-Versprechen von Tesla führt bereits zu globalen Konsequenzen. In den USA sieht sich Tesla mehreren Klagen von Besitzern gegenüber, die sich durch das FSD-Marketing des Unternehmens in die Irre geführt fühlen. Die Welle des Unmuts erreicht nun auch Europa.

Anfang des Monats erhielt Tesla die Genehmigung, FSD in den Niederlanden einzuführen, was das Debüt der Technologie in Europa markiert. Allerdings schließt dieser Rollout Hardware 3-Besitzer aus. Daraufhin startete Mischa Sigtermans, ein Manager bei Ryde Ventures in Amsterdam und Besitzer eines Model 3 von 2019, der 6.400 Euro für FSD bezahlte, eine Website, um europäische Tesla-Besitzer für mögliche rechtliche Schritte zu sammeln. Fast 4.000 verifizierte Tesla-Besitzer haben sich bereits auf Sigtermans' Website angemeldet. Er kritisiert, dass die vorgeschlagene Lösung eines vergünstigten Inzahlungnahmeangebots die Besitzer dazu zwingen würde, "zweimal für dasselbe gebrochene Versprechen zu bezahlen".

Teslas eigene Patentanmeldung US20260017503A1 räumt ein, dass der Workaround für Hardware 3 das System für Wahrnehmungseinheiten eines autonomen Fahrsystems "unbrauchbar" machen kann. Auch Teslas Vizepräsident für KI, Ashok Elluswamy, bestätigte am 21. August 2024, dass Hardware 3 ein "relativ kleineres Modell" als AI4 verwendet.

Finanzielle Perspektive und Investorenkritik

Die jüngsten Entwicklungen rund um FSD und Hardware 3 haben auch die Finanzwelt aufmerksam gemacht. Investor Ross Gerber von Gerber Kawasaki äußerte sich auf X enttäuscht über die Telefonkonferenz und kritisierte, dass alle Hardware 3-Besitzer von Tesla "betrogen" worden seien. Er schätzte, dass etwa 3 Millionen dieser Teslas verkauft wurden und rund 285.000 davon FSD besitzen, was eine potenzielle Haftung in "Milliarden" bedeuten könnte.

Trotz dieser Kritik konnte Tesla im ersten Quartal 2026 solide Finanzergebnisse vorweisen. Das Unternehmen meldete einen Umsatz von 22,71 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 16% gegenüber dem Vorjahr, und übertraf damit den Analystenkonsens von 22,39 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn pro Aktie lag bei 41 Cent und übertraf die Marktschätzungen von 37 Cent pro Aktie. Nach der Ankündigung sank der Aktienkurs von TSLA im nachbörslichen Handel am Mittwoch um 0,31% auf 386,30 US-Dollar.

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