The Trade Desk (TTD): Überverkauft, stark und mit hohem Kurspotenzial?

The Trade Desk (TTD): Überverkauft, stark und mit hohem Kurspotenzial?

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The Trade Desk, Inc. (NASDAQ:TTD), ein führendes Technologieunternehmen im Bereich der programmatischen Werbung, steht derzeit im Fokus der Finanzanalysten. Trotz eines deutlichen Kursrückgangs in jüngster Zeit wird das Unternehmen von einigen Experten als überverkauft, aber fundamental stark eingeschätzt, mit erheblichem Potenzial für Anleger.

The Trade Desk im Fokus der Analysten

Der Guggenheim-Analyst Michael Morris reduzierte am 5. Januar das Kursziel für The Trade Desk von 55 US-Dollar auf 50 US-Dollar, behielt jedoch seine "Buy"-Einstufung bei. Als Grund für die Anpassung nannte Morris den intensiven Wettbewerb im breiteren Markt für digitale Werbung. Dennoch sieht er ein attraktives Risiko-Rendite-Profil angesichts der aktuellen Bewertung des Unternehmens.

The Trade Desk wird laut Guggenheim im Vergleich zu Wettbewerbern mit einem Abschlag bei den Umsatz- und OIBDA-Multiplikatoren gehandelt. Dies könnte bis 2026 zu gesunden Renditen führen, vorausgesetzt, das Unternehmen bewältigt drei kritische Herausforderungen.

Herausforderungen und Wachstumstreiber

Um die Erwartungen zu übertreffen und das volle Potenzial auszuschöpfen, muss The Trade Desk laut Guggenheim folgende Punkte adressieren:

  • Die Konsens-Umsatzwachstumserwartungen von 16 % im Jahr 2026 übertreffen.
  • Die Investorenkommunikation bezüglich klarer Kennzahlen vereinfachen.
  • Einen skalierbaren Wachstumstreiber entwickeln, wie die internationale Expansion oder die OpenPath-Initiative.

Das Unternehmen verzeichnete im dritten Quartal einen Umsatz von 739 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 18 % gegenüber dem Vorjahr. Ohne Ausgaben für politische Werbung im Vorjahresquartal betrug das Wachstum 22 %. Dies markierte jedoch eine Verlangsamung gegenüber dem Umsatzwachstum von 19 % im zweiten Quartal und 25 % im ersten Quartal. Für das vierte Quartal 2025 prognostiziert das Management einen Umsatz von mindestens 840 Millionen US-Dollar, was einem Wachstum von etwa 13 % gegenüber dem vierten Quartal 2024 (18,5 % ohne politische Ausgaben) entspricht.

Starke Fundamentaldaten und Kundenbindung

Trotz der Wachstumsverlangsamung bleibt das zugrunde liegende Geschäft von The Trade Desk robust. Die Profitabilität ist weiterhin ein Lichtblick: Im dritten Quartal lag der Nettogewinn bei 116 Millionen US-Dollar, was einer Nettogewinnmarge von 16 % entspricht. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) erreichte 317 Millionen US-Dollar, mit einer Marge von 43 %.

Ein weiteres starkes Zeichen ist die hohe Kundenbindung. Das Management gab an, seit elf Jahren in Folge über 95 % seiner Kunden gehalten zu haben.

Connected TV (CTV) als Wachstumsmotor

Angesichts des sich verlangsamenden Wachstums suchen Aktionäre nach Impulsen für eine Beschleunigung des Geschäfts von The Trade Desk. Ein vielversprechender Bereich ist Connected TV (CTV). Jeff Green, CEO von The Trade Desk, erklärte in der Telefonkonferenz zum dritten Quartal 2025: "Die Verlagerung hin zu biddable CTV beschleunigt sich, und wir erwarten, dass decisioned CTV in den kommenden Jahren zum Standard-Kaufmodell wird."

CTV ist sowohl der größte als auch der am schnellsten wachsende Werbekanal für The Trade Desk. Das Management betonte, dass CTV im dritten Quartal erneut schneller gewachsen ist als das Gesamtgeschäft.

Wettbewerb und Marktpositionierung

The Trade Desk betreibt die größte Demand-Side Platform (DSP) für das offene Internet. Eine DSP ist eine Ad-Tech-Software, die Medienkäufern hilft, digitale Kampagnen zu planen, zu messen und zu optimieren. Das offene Internet umfasst Websites, Anwendungen und Streaming-Dienste, die nicht von Technologiegiganten wie Alphabet, Meta Platforms und Amazon kontrolliert werden.

Ein wichtiger Vorteil von The Trade Desk ist sein unabhängiges Geschäftsmodell. Das Unternehmen besitzt keine Medieninhalte, die die Werbeausgaben auf seiner Plattform beeinflussen könnten. Wettbewerber wie Alphabet, Meta Platforms und Amazon haben einen klaren Anreiz, Medienkäufer auf ihr eigenes Werbeinventar zu lenken, was einen Interessenkonflikt schafft. Zudem sind Publisher weniger geneigt, Daten mit diesen Technologieunternehmen zu teilen, da sie Konkurrenten sind. Dies führt dazu, dass The Trade Desk oft bessere Messmöglichkeiten im gesamten offenen Internet bietet. Das Unternehmen ist besonders dominant im Bereich der Connected TV (CTV)-Werbung, dem am schnellsten wachsenden Segment der Branche.

Der Aktienkurs von The Trade Desk ist um 71 % von seinen Höchstständen gefallen, teilweise aufgrund von Bedenken hinsichtlich eines sich verlangsamenden Wachstums und des zunehmenden Wettbewerbs mit Amazon. Amazon hat kürzlich Vereinbarungen getroffen, um CTV-Inventar von Netflix und Roku in seine eigene DSP aufzunehmen, und unterbietet Berichten zufolge die Gebühren von The Trade Desk erheblich, um Marktanteile zu gewinnen.

Analystenbewertungen und Kurspotenzial

Trotz des Wettbewerbs und der Wachstumsbedenken halten Wall-Street-Analysten die Aktie von The Trade Desk im Allgemeinen für unterbewertet. Unter 42 Analysten liegt das Median-Kursziel bei 60 US-Dollar pro Aktie, was ein Aufwärtspotenzial von 53 % gegenüber dem aktuellen Kurs von 39 US-Dollar impliziert. Das höchste Kursziel von 98 US-Dollar pro Aktie stammt von Brian Pitz von BMO Capital und impliziert ein Aufwärtspotenzial von 150 %.

Einige Analysten sind der Meinung, dass der Markt zu pessimistisch ist. Sie argumentieren, dass Verbraucher mehr Zeit im offenen Internet verbringen als in geschlossenen Ökosystemen und dass The Trade Desk seine Führungsposition in der offenen Internetwerbung wahrscheinlich beibehalten wird, da seine Unabhängigkeit oft bessere Daten, Targeting- und Messmöglichkeiten bedeutet. The Trade Desk wird derzeit mit dem 45-fachen der Gewinne gehandelt, was als eine vernünftige Bewertung für ein Unternehmen gilt, dessen Gewinne in den nächsten drei Jahren voraussichtlich um 20 % jährlich wachsen werden.

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