
Theresa Claiborne: Pionierin im Cockpit und Kämpferin für Diversität in der Luftfahrt
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Die pensionierte United Airlines Kapitänin und USAF-Veteranin Theresa Claiborne, bekannt durch ein virales TikTok-Video, ist eine jahrzehntelange Pionierin in der Luftfahrt. Sie war die erste Schwarze Frau, die in der US Air Force Pilotin wurde, und setzte ihre bahnbrechende Karriere bei United Airlines fort. Ihr Werdegang beleuchtet die anhaltenden Herausforderungen der Diversität in der Luftfahrt und die Bedeutung von Vorbildern.
Eine Pionierin im Cockpit
Die 66-jährige Theresa Claiborne, aufgewachsen in Sacramento in einer Militärfamilie, wurde 1981 als Zweite Leutnantin in die Air Force aufgenommen. Kurz darauf schrieb sie Geschichte, indem sie die erste Schwarze Frau wurde, die als Pilotin in der US Air Force diente. Sie flog hauptsächlich den Boeing KC-135 Stratotanker, bevor sie eine jahrzehntelange Karriere bei United Airlines begann.
Ihr Werdegang wird in einer Zeit beleuchtet, in der Bemühungen zur Förderung der Diversität in der Luftfahrt unter Druck geraten. Trotz eines anhaltenden Pilotenmangels verfolgen nur sehr wenige Schwarze Frauen Karrieren als Piloten. Daten der Online-Karriereplattform Zippia zeigen, dass nur 7 % der US-Airline-Piloten Frauen sind, und nur etwa 1 von 40 Piloten ist Schwarz.
Herausforderungen und Vorurteile in der Luftfahrt
Die Trump-Administration hat wiederholt DEI-Politiken (Diversity, Equity, Inclusion) für Probleme in Rollen wie der Flugverkehrskontrolle und Pilotierung verantwortlich gemacht. Nach einem Flugzeugabsturz im Januar suggerierte Donald Trump – ohne Beweise – dass DEI-Bemühungen ein Faktor gewesen sein könnten, obwohl der NTSB (National Transportation Safety Board) in seinem vorläufigen Bericht keine Erwähnung von DEI machte.
Claiborne bezeichnet diese Art der Kommunikation als "schädlich" und betont, dass Frauen und Menschen of Color wertvolle Fähigkeiten in die Luftfahrt einbringen. Sie sagte: "Keine Fluggesellschaft wird Leute einfach so einstellen; die Verantwortung ist zu groß." Sie fügte hinzu: "Ich mag das Gerede nicht, das wir sehen; ich bin qualifiziert und jeder andere in der Flugkabine auch – jeder Einzelne von ihnen."
Der Weg in die Ausbildung war für Claiborne "hart", da die damals von Männern dominierte Air Force nur zehn Frauen pro Jahr als Fliegerinnen akzeptierte. Sie wurde ausgewählt, nachdem das Programm auf bis zu 30 Frauen erweitert wurde. Claiborne musste sich stets beweisen und merkte an, dass Frauen – insbesondere Schwarze Frauen – selten den gleichen Vertrauensvorschuss erhielten wie ihre weißen männlichen Kollegen. "Es wird immer Vorurteile geben", so Claiborne.
Von der Air Force zu United Airlines
Claiborne verließ den aktiven Dienst 1988 und setzte ihre militärische Karriere in den Air Force Reserves fort, wo sie als Flugkommandantin und KC-135-Ausbilderin diente, bevor sie 2003 als Oberstleutnantin in den Ruhestand ging. Ihre Reservepflichten behielt sie auch nach ihrem Wechsel zu United Airlines bei.
Im Jahr 1990 trat Claiborne United Airlines als Flugingenieurin auf der Boeing 727 bei und war zu dieser Zeit eine der wenigen Schwarzen Pilotinnen im Unternehmen. Im Mai 2024 ging sie als Kapitänin auf der Boeing 787 Dreamliner in den Ruhestand. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, dass bei ihrer Pensionierung mindestens zehn Frauen, die ihr ähneln, bei United arbeiten würden – ein Ziel, das sie als erreicht ansieht. "Wenn man es sehen kann, kann man es auch sein", sagte sie.
Claiborne flog während ihrer Zeit bei United fast jeden großen Boeing-Passagierjet, darunter die 737, 747, 757 und 767, auf Langstreckenrouten in fast alle Ecken der Welt. Sie beschrieb es als eine erfüllende Karriere, die durch ihre militärische Erfahrung ermöglicht wurde. Der Übergang von der USAF zur kommerziellen Luftfahrt war für sie reibungslos, da sie bereits Erfahrung mit "schweren" Flugzeugen wie der KC-135 hatte. Ihr Lieblingsflugzeug war die Boeing 747, die ihr den Spitznamen "Queen" einbrachte.
Der Wandel der Mission und die Bedeutung der Sichtbarkeit
Während die technischen Fähigkeiten übertragbar waren, änderte sich Claibornes Mission drastisch. Bei United bestand die Aufgabe darin, Passagiere sicher von A nach B zu fliegen, was weniger komplex war als die Air Force-Missionen mit ihren vielfältigen logistischen und operativen Zielen, einschließlich Kampfeinsätzen. Zudem war die Bezahlung bei den Fluggesellschaften höher; United 787-Kapitäne beginnen unter dem aktuellen Pilotenvertrag bei etwa 426 US-Dollar pro Stunde.
Kulturell blieben jedoch einige Herausforderungen bestehen. "Die Leute sahen mich als Schwarze Frau an und dachten: 'Wie ist sie hierher gekommen?' – Ich bin genauso hierher gekommen wie alle anderen: Ich bin qualifiziert; ich habe die Tests bestanden", erklärte Claiborne. Ihr Rat an junge Frauen lautet: "Seid einfach die Besten, die ihr sein könnt, und fliegt ein gutes Flugzeug."
Engagement für die nächste Generation
Claiborne ist Mitbegründerin der 2017 ins Leben gerufenen gemeinnützigen Organisation Sisters of the Skies. Diese Gruppe führt junge Frauen of Color in die Luftfahrt ein und bietet Mentoring- und Stipendienmöglichkeiten. Laut der Organisation besitzen weniger als 150 Schwarze Frauen in den USA eine Airline Transport-, Commercial-, Militär- oder Certified Flight Instructor-Pilotenlizenz. Claiborne hofft, dass die Aufmerksamkeit für ihre Karriere das Selbstvertrauen angehender Pilotinnen stärken wird.