TikTok US-Geschäft: Deal sichert Zukunft und vermeidet Bann

TikTok US-Geschäft: Deal sichert Zukunft und vermeidet Bann

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Nach jahrelanger regulatorischer Unsicherheit hat TikTok den Verkauf seines US-Geschäfts an ein amerikanisch geführtes Konsortium abgeschlossen. Dieser Schritt ermöglicht es der beliebten Kurzvideo-App, weiterhin in den Vereinigten Staaten zu operieren und einen drohenden Bann abzuwenden. Die neue Einheit, TikTok USDS Joint Venture LLC, soll nationale Sicherheitsbedenken durch umfassende Schutzmaßnahmen adressieren.

Einigung nach langem Ringen

Die Einigung ist das Ergebnis einer über anderthalb Jahre andauernden Auseinandersetzung um die Zukunft von TikTok in den USA. Shou Chew, CEO von TikTok, informierte die US-Mitarbeiter über die "großartige Nachricht" und dankte ihnen für ihre "Resilienz". Er betonte, dass mittlerweile über 200 Millionen Amerikaner TikTok nutzen, um sich zu unterhalten, zu lernen und ihre Geschäfte auszubauen. Die Schließung des Joint-Venture-Abkommens erfolgte vor der Frist am 23. Januar, die durch eine im September von Präsident Donald Trump unterzeichnete Executive Order gesetzt wurde.

Die neue Eigentümerstruktur

Das neue Joint Venture, TikTok USDS Joint Venture LLC, ist mehrheitlich in amerikanischem Besitz. Ein Investorenkonsortium hält etwas über 80 % der Anteile an der neuen US-Einheit. Zu den führenden Investoren gehören Oracle, Silver Lake und MGX, eine in Abu Dhabi ansässige KI-Investmentfirma, die jeweils 15 % der Anteile halten. Weitere Investoren sind Susquehanna, Dragoneer und DFO, das Family Office von Michael Dell, sowie Vastmere Strategic Investments. Die chinesische Muttergesellschaft ByteDance behält einen Anteil von knapp 20 % an dem neuen Unternehmen. Der Wert des US-Geschäfts von TikTok wurde im Rahmen des Deals auf rund 14 Milliarden US-Dollar geschätzt.

ByteDance wird weiterhin die Kontrolle über wichtige TikTok-Geschäftsbereiche wie E-Commerce, Marketing und Werbung behalten. Für die globale Produktinteroperabilität und kommerzielle Aktivitäten wurden neue Tochtergesellschaften, darunter "TT Commerce & Global Services LLC", gegründet.

Führung und Sicherheitsmaßnahmen

Shou Chew wird TikTok weiterhin global leiten. Die US-Einheit wird von Adam Presser als CEO geführt, der zuvor als Leiter für Operations und Trust & Safety bei TikTok tätig war. Will Farrell wird als Chief Security Officer die Daten- und Cybersicherheitsprogramme der Plattform überwachen. Ein siebenköpfiger Verwaltungsrat mit amerikanischer Mehrheit wird das Joint Venture leiten und die Datensicherheit, Inhaltsmoderation und Algorithmus-Sicherheit für US-Nutzer überwachen. Zu den Mitgliedern des Verwaltungsrats gehören Shou Chew, Timothy Dattels, Mark Dooley, Egon Durban von Silver Lake, Raul Fernandez, Kenneth Glueck und David Scott von MGX.

Die Vereinbarung sieht umfassende Schutzmaßnahmen vor, die die nationale Sicherheit gewährleisten sollen. Dazu gehören umfassender Datenschutz, Algorithmus-Sicherheit, Inhaltsmoderation und Software-Zusicherungen für US-Nutzer. Der US-Entität wird die Kontrolle über den Algorithmus zugesprochen, um die Verbreitung von Propaganda fremder Regierungen zu verhindern. Dies beinhaltet auch Anforderungen an das Retraining und Monitoring des Algorithmus auf US-Nutzerdaten.

Historie des Konflikts

Die Debatte um TikToks US-Geschäft reicht bis ins Jahr 2020 zurück, als Präsident Donald Trump erstmals ein Verbot der App in Erwägung zog. Gerichte blockierten diese Bemühungen damals. Im Jahr 2024 wurde TikTok erneut ins Visier genommen, als der "Protecting Americans from Foreign Adversary Controlled Applications Act" verabschiedet wurde. Dieses Gesetz, das von Präsident Joe Biden unterzeichnet wurde, forderte ByteDance auf, das US-Geschäft zu veräußern oder ein Verbot zu riskieren.

Das Gesetz überstand eine Anfechtung vor dem Obersten Gerichtshof im Jahr 2025 und trat im Januar 2025 in Kraft, woraufhin TikTok kurzzeitig nicht verfügbar war. Präsident Trump unterzeichnete jedoch an seinem ersten Amtstag eine Executive Order, die den Betrieb von TikTok aufrechterhielt und eine 120-tägige Frist für die Veräußerung setzte. Diese Frist wurde von der Trump-Administration mehrfach verlängert, um eine Einigung zu erzielen.

Kontinuität für Nutzer und Unternehmen

Die nun geschlossene Vereinbarung beendet eine fünfjährige regulatorische Unsicherheit für die Millionen von Amerikanern, die TikTok nutzen, und die 7,5 Millionen US-Unternehmen, die die Plattform für Marketing und Handel einsetzen. Die Interoperabilität wird entscheidend sein, damit Nutzer und Kreatoren weiterhin die globale Erfahrung genießen können, die sie kennen und lieben, und US-Unternehmen Kunden weltweit erreichen können. TikTok-Mitarbeiter sind weiterhin angehalten, die Protokolle für Datenschutz, Inhaltsgarantie, Code-Compliance sowie Vertrauen und Sicherheit zu befolgen.

Erwähnte Persönlichkeiten