
Tilray-Aktie: Marihuana-Neuklassifizierung und Produktlaunch beflügeln Kurs
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Die Aktien von Tilray Brands (NASDAQ: TLRY) verzeichneten in der vergangenen Woche einen bemerkenswerten Kursanstieg. Dieser Höhenflug ist primär auf Berichte über eine mögliche Neuklassifizierung von Marihuana in den USA durch die Trump-Administration sowie auf eine strategische Produkteinführung in Kanada zurückzuführen. Investoren setzen auf eine Lockerung der Regularien, die die Profitabilität der Cannabisbranche erheblich steigern könnte.
Tilray-Aktie im Höhenflug: Die Gründe
Die Aktien von Tilray Brands (NASDAQ: TLRY) stiegen in der vergangenen Woche um 65 %, wie Daten von S&P Global Market Intelligence zeigen. Am Freitag schloss die Aktie 44 % höher, während sie im Premarket am 12. Dezember 2025 um 27,52 % auf 10,75 US-Dollar kletterte. Der Schlusskurs am Donnerstag lag bei 8,43 US-Dollar, gefolgt von einem Anstieg auf 11,09 US-Dollar nachbörslich. Dieser Anstieg positioniert Tilray für einen der stärksten Tagesgewinne der letzten Monate.
Auch andere Cannabis-Aktien wie Canopy Growth (CGC) und SNDL Inc (SNDL) verzeichneten deutliche Zuwächse, wobei Canopy Growth um 54 % und SNDL um 25 % höher schlossen. Der Hauptkatalysator für diese Rallye scheint die Hoffnung der Anleger zu sein, dass die Trump-Administration kostspielige Vorschriften für die angeschlagene Cannabisindustrie lockern wird.
Potenzielle Neuklassifizierung von Cannabis als Haupttreiber
Präsident Donald Trump erwägt Berichten zufolge eine Exekutivanordnung zur Neuklassifizierung von Marihuana von einer Schedule I-Droge zu einer Schedule III-Droge. Eine Entscheidung könnte laut The Washington Post bereits am Montag, dem 15. Dezember, fallen.
Die U.S. Drug Enforcement Administration (DEA) definiert Schedule I-Drogen als "Drogen ohne derzeit akzeptierte medizinische Verwendung und mit hohem Missbrauchspotenzial", wobei Beispiele wie Ecstasy, Heroin und LSD genannt werden. Im Gegensatz dazu haben Schedule III-Drogen ein "moderates bis geringes Potenzial für physische und psychologische Abhängigkeit", darunter Tylenol mit Codein und Testosteron.
Trump deutete eine solche Neuklassifizierung bereits im August an und soll den Plan mit dem Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sowie mit Führungskräften der Marihuana-Industrie, Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und CMS-Chef Mehmet Oz besprochen haben. Ein Sprecher des Weißen Hauses hat jedoch darauf hingewiesen, dass "keine endgültigen Entscheidungen über die Neuklassifizierung von Marihuana getroffen wurden."
Was eine Neuklassifizierung bedeuten würde
Eine Herabstufung von Marihuana könnte weitreichende positive Auswirkungen auf Cannabisunternehmen haben. Es würde ihnen den Zugang zu Bankdienstleistungen und anderen traditionellen Finanzdienstleistungen erleichtern.
Zudem könnten Marihuana-Produzenten bundesstaatliche Steuerabzüge für eine Vielzahl konventioneller Geschäftsausgaben geltend machen, die sie derzeit nicht abziehen können. Dies würde voraussichtlich die Gewinne nach Steuern für Tilray und andere Cannabis-Anbieter steigern.
Die Maßnahme würde Marihuana zwar nicht per se legalisieren oder entkriminalisieren, aber sie würde Barrieren für die Forschung abbauen und es den Bundesstaaten ermöglichen, den Gebrauch der Droge aus föderaler Sicht legal zu regulieren.
Produktinnovation als weiterer Kurstreiber
Neben den politischen Spekulationen trug auch eine strategische Produkteinführung von Tilray zum Kursanstieg bei. Das Unternehmen kündigte am Donnerstag den Launch der Amped Live Resin Liquid Diamond Vape-Kartuschen seiner Marke Redecan Cannabis an.
Diese Markteinführung stellt den ersten Vorstoß der Marke in die Kategorie der Live Resin-Liquid Diamond Produkte dar und erweitert das Premium-Cannabis-Vape-Segment. Die Debüt-Linie umfasst die Sorten Space Age CK und Blueberry DNTS, die 80 % Legit Live Resin mit 20 % Liquid Diamonds kombinieren.
Die Markteinführung ist strategisch günstig gewählt, da Live Resin Vapes in den letzten sechs Monaten ein Kategoriewachstum von 6,3 % verzeichneten und Liquid Diamond Formate zu den meistverkauften Vape-Produkten gehören. Die Nachfrage nach Vapes erreicht zudem in den Wintermonaten von Dezember bis Februar ihren Höhepunkt. Die Amped-Kartuschen sind derzeit in Ontario und Alberta erhältlich, eine landesweite Verteilung in Kanada ist für Anfang 2026 geplant.
Marktkontext und Ausblick
Trotz des jüngsten Höhenflugs hat die Tilray-Aktie im Jahr 2025 erhebliche Rückschläge erlitten, mit einem Rückgang von 36,62 % seit Jahresbeginn und 42,26 % im letzten Monat. Das Unternehmen hat seit 2018 keinen Gewinn erzielt.
Die Motley Fool Stock Advisor Analysten haben Tilray Brands nicht unter ihren Top-10-Aktien für Investoren aufgeführt. Das Short-Interesse an TLRY ist in den letzten zwei Wochen um 88,8 % zurückgegangen, macht aber immer noch 9,6 % des verfügbaren Streubesitzes aus. Optionshändler zeigten sich ebenfalls aktiv, mit 49.000 Calls und 18.000 Puts. Die Stimmung der Kleinanleger auf Stocktwits war für TLRY und CGC "extrem optimistisch". Es bleibt abzuwarten, ob die potenzielle Neuklassifizierung und die Produktinnovation ausreichen werden, um Tilray nachhaltig in die Gewinnzone zu führen.