Tony Hsiehs 500-Millionen-Dollar-Nachlass: Familie behauptet Testamentsfälschung

Tony Hsiehs 500-Millionen-Dollar-Nachlass: Familie behauptet Testamentsfälschung

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Die Familie des verstorbenen Zappos-CEOs Tony Hsieh behauptet, ein mysteriöses Testament, das dieses Jahr für das 500 Millionen Dollar schwere Vermögen des Managers aufgetaucht ist, sei ein "Betrug". Sie hat ein Gericht aufgefordert, das Dokument für ungültig zu erklären. Dieser Kampf um den Nachlass kommt fünf Jahre nach Hsiehs Tod.

Der mysteriöse Nachlass von Tony Hsieh

Tony Hsieh, der ehemalige CEO des Online-Schuhhändlers Zappos und eine Schlüsselfigur bei der wirtschaftlichen Wiederbelebung der Innenstadt von Las Vegas, verstarb am 27. November 2020 im Alter von 46 Jahren an den Folgen einer Rauchvergiftung bei einem Hausbrand. Sein Tod wurde als Unfall eingestuft. Nach seinem Ableben erklärte seine Familie, Hsieh sei ohne Testament gestorben.

Sein Vermögen wird auf über 500 Millionen Dollar geschätzt, wobei einige Gerichtsakten sogar von über 800 Millionen Dollar sprechen. Hsieh war unverheiratet und hatte Zappos 2009 für 1,2 Milliarden Dollar an Amazon verkauft, wobei er bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2020 im Unternehmen blieb.

Anfang dieses Jahres tauchte jedoch ein angebliches Testament auf. Ein Mann namens Kashif Singh behauptete, er habe Hsiehs Testament unter den Besitztümern seines verstorbenen Großvaters, Pir Muhammad, gefunden. Singh behauptete, sein Großvater und Hsieh seien "enge Freunde" gewesen, obwohl es laut Gerichtsakten vom 15. Dezember keine Beweise dafür gibt, dass die beiden sich kannten.

Schwere Vorwürfe: Fälschung und Betrug

Die Anwälte von Hsiehs Vater, Richard Hsieh, der als Verwalter des Nachlasses fungiert, haben das Gericht in Clark County District Court gebeten, das Testament als Fälschung zu erklären. Sie führen Beweise an, dass Hsiehs angebliche Unterschrift gefälscht ist und er keine bekannte Verbindung zu Muhammad hatte.

Die Klage der Familie Hsieh bezeichnet das Dokument als "Betrug". Sie argumentiert:

  • "Scams kommen in allen Formen und Größen."
  • "In diesem Fall ist der Betrug in Form eines Dokuments, das als angebliches Testament von Anthony 'Tony' Hsieh angepriesen wird."
  • Das Dokument wurde angeblich von einem "völlig Fremden, viele Jahre nach Tonys Tod, im Besitz des verstorbenen Großvaters des Fremden, Pir Muhammad, einem 91-jährigen pakistanischen Mann ohne bekannte Verbindungen zu Tony" gefunden.

Die Anwälte Dara Goldsmith und Vivian Thoreen, die Hsiehs Vater vertreten, beschuldigen niemanden namentlich, die angebliche Fälschung inszeniert zu haben. Sie schreiben jedoch, dass derjenige, der "hinter diesem Betrug steckt, außerordentliche Anstrengungen unternommen hat, um seine Spuren zu verwischen, indem er eine falsche Spur legte." Hsiehs "echte Finanz- und Rechtsberater" bestätigten, dass er keinen Nachlassplan hatte.

Zweifel an der Echtheit der Unterschrift und des Dokuments

Die Familie Hsieh hat einen Experten für Fälschungsdetektion beauftragt, Hsiehs angebliche Unterschriften auf dem Testament zu untersuchen. Der Experte kam zu dem Schluss, dass es "zahlreiche unerklärliche Unterschiede" im Vergleich zu Hsiehs bekannter Handschrift gab, was ihn zu der Annahme führte, dass das Testament gefälscht wurde.

Weitere Ungereimtheiten im Dokument umfassen:

  • Rechtschreibfehler in Hsiehs Namen, insbesondere die Schreibweise seines zweiten Vornamens "Chia Hua" anstelle des in seinen offiziellen Unterlagen verwendeten "Chia-Hua".
  • Die Erwähnung mindestens eines Trusts, der nicht existiert.
  • Eine Analyse durch einen Linguistikexperten ergab, dass der Text nicht von Rechtsexperten verfasst wurde und wahrscheinlich von Nicht-Muttersprachlern stammt.

Nicht existierende Zeugen und fehlende Verbindungen

Die Familie Hsieh behauptet auch, dass es keine Beweise dafür gibt, dass der Geschäftsmann an der angeblichen Unterzeichnung des Testaments teilgenommen hat, die angeblich im März 2015 stattfand. Keiner seiner Kalender, E-Mails oder andere Dokumentationen vermerken ein solches Ereignis.

Zudem können die fünf Personen, die angeblich Hsiehs Unterschrift auf dem Testament bezeugt haben, nicht gefunden werden. Die Familie gibt an, dass "ihre Kontaktinformationen fabriziert wurden und sie wahrscheinlich im wirklichen Leben nicht existieren." Die Anwälte des Nachlasses können keine der Zeugen mit tatsächlichen Mietern in den für sie angegebenen Apartmentkomplexen in Las Vegas in Verbindung bringen, und mindestens einer der Namen taucht nirgendwo in US-Aufzeichnungen auf.

Pir Muhammad, der 91-jährige pakistanische Mann, in dessen Besitz das Testament angeblich gefunden wurde, hatte laut dem Brief, der das Testament begleitete, an Alzheimer gelitten und wusste nicht, dass Hsieh gestorben war. Die Familie Hsieh betont jedoch, dass es keine bekannten Verbindungen zwischen Muhammad und Tony Hsieh gab.

Hintergrund des Zappos-Gründers

Tony Hsieh, ein Absolvent der Harvard University, trat 1999 ShoeSite.com bei, das später zu Zappos wurde. Zappos wurde 2009 für 1,2 Milliarden Dollar an Amazon verkauft, und Hsieh blieb bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2020 bei dem E-Commerce-Unternehmen. In der letzten Phase seines Lebens hatte Hsieh laut Gerichtsakten mit schweren Drogen- und Alkoholproblemen zu kämpfen, was seine Fähigkeit, Verträge zu unterzeichnen, in Frage stellte.

Erwähnte Persönlichkeiten