Traditionsreicher Uhrenhersteller E. Gluck meldet Insolvenz an
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Der traditionsreiche Uhrenhersteller E. Gluck Corporation, bekannt für seine Armitron-Uhren und als "offizieller Zeitmesser" der New York Yankees, hat Insolvenz nach Chapter 11 beantragt. Das Familienunternehmen kämpft mit dem Rückgang traditioneller Uhrenverkäufe und einer fehlgeschlagenen Expansion in den Smartwatch-Zubehörmarkt.
Traditioneller Uhrenhersteller in Schieflage
E. Gluck Corporation, ein über Jahrzehnte etablierter Uhrenhersteller, hat letzte Woche in Manhattan federal bankruptcy court Insolvenz nach Chapter 11 beantragt. Das Unternehmen ist der Produzent der Armitron-Uhrenlinie und fertigt Zeitmesser für bekannte Modemarken wie Anne Klein und Nine West. Die finanzielle Notlage wird auf eine Verschiebung der Konsumentenpräferenzen weg von traditionellen Uhren hin zu Smartwatches und anderen Geräten zurückgeführt.
Gegründet wurde das Familienunternehmen 1956 vom verstorbenen Holocaust-Überlebenden Eugen Gluck. In seinen besten Zeiten erzielte E. Gluck Corporation Hunderte Millionen Dollar Umsatz durch Markenlizenzierungen und den Vertrieb an Kaufhäuser, Off-Price-Händler und Club-Stores.
Die Wurzeln von E. Gluck und Armitron
E. Gluck Corporation hat im Laufe der Jahre mit verschiedenen namhaften Marken zusammengearbeitet, darunter Juicy Couture und Vince Camuto. Die Eigenmarke Armitron ist weithin bekannt und ihre Uhren sind zu Preisen zwischen 30 und 85 US-Dollar bei großen Einzelhändlern wie Amazon, Walmart und JCPenny erhältlich.
Adam Gelnick, der Chief Financial Officer des Unternehmens, erklärte in Gerichtsunterlagen, dass diese Mischung über viele Jahre ein stabiles und profitables Fundament bildete. Er betonte jedoch, dass das Management in den letzten Jahren erkannt habe, dass traditionelle Uhren eine reife Kategorie mit langsamem Wachstum seien, die zunehmend durch verändertes Konsumentenverhalten und den Aufstieg intelligenter Geräte unter Druck gerate.
Die Yankees-Verbindung: Über 30 Jahre Partnerschaft
Die Verbindung von E. Gluck zu den New York Yankees reicht Jahrzehnte zurück. Armitron bewirbt sich seit über 30 Jahren als "offizieller Zeitmesser" des Baseballteams, da eine Armitron-Uhr über der Anzeigetafel im Yankee Stadium in der Bronx platziert ist.
In den Insolvenzanträgen wird das Major League Baseball-Team als einer der 20 größten ungesicherten Gläubiger aufgeführt. E. Gluck schuldet den Yankees 590.000 US-Dollar an Vertragsschäden. Armitron hat in der Vergangenheit auch Yankees-Markenuhren produziert und wurde noch im Dezember 2024 auf der offiziellen Facebook-Seite der Yankees als "Official timepiece of The New York Yankees" beschrieben.
Gescheiterte Smartwatch-Strategie
Um das Geschäft zu diversifizieren und in "schneller wachsende Produktkategorien" vorzustoßen, erwarb E. Gluck im Jahr 2021 das Unternehmen WITHit. WITHit ist auf Smartwatch- und Wearable-Tech-Zubehör spezialisiert.
Diese Akquisition "lieferte jedoch nicht die vom Management erwarteten Vorteile", so CFO Gelnick. Der Markt für Smartwatch-Zubehör erwies sich als "fragmentierter, wettbewerbsintensiver und schwieriger zu skalieren als prognostiziert".
Zusätzlich zu den strategischen Fehlern fielen die Umsätze, und die Margen wurden durch Lieferkettenstörungen während der COVID-19-Pandemie, Zölle und erhöhte Frachtkosten weiter geschmälert.
Finanzielle Belastungen und der Weg nach vorn
Die Gerichtsunterlagen zeigen, dass das Unternehmen zum 31. Oktober mehr Schulden als Vermögenswerte hatte, mit über 36 Millionen US-Dollar an Verbindlichkeiten gegenüber knapp 36 Millionen US-Dollar an Vermögenswerten.
Im Rahmen des Chapter 11-Verfahrens plant E. Gluck, "ungünstige Dienstleistungsverträge" im Zusammenhang mit der WITHit-Akquisition aufzulösen und "betriebliche Redundanzen abzubauen, die nie sauber in das Kerngeschäft mit Uhren integriert wurden", so Gelnick. Dies soll dem Unternehmen helfen, sich neu aufzustellen und eine stabilere Zukunft zu sichern.