Trotz Rekordfreigabe: Ölpreise steigen weiter – Skepsis am Markt

Trotz Rekordfreigabe: Ölpreise steigen weiter – Skepsis am Markt

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Die Rohölpreise sind am Donnerstag um mehr als 7 % gestiegen, da Händler offenbar nicht davon überzeugt sind, dass staatliche Lagerbestände den massiven Versorgungsengpass, der durch den Krieg im Nahen Osten ausgelöst wurde, ausgleichen können. Dies geschieht, obwohl die Internationale Energieagentur (IEA) die größte Notfallfreigabe von Rohölreserven in der Geschichte angekündigt hat.

Ölpreise steigen trotz historischer Freigabe von Notreserven

Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) stieg um 7,5 % auf 93,8 US-Dollar pro Barrel, während die globale Benchmark Brent um rund 7,74 % auf 99,1 US-Dollar notierte. Die IEA hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass ihre 32 Mitgliedsländer 400 Millionen Barrel Öl aus Notreserven freigeben würden. Dies ist die größte koordinierte Entnahme seit der Gründung der Agentur nach dem Ölembargo von 1973.

Die Vereinigten Staaten kündigten an, 172 Millionen Barrel aus ihrer Strategischen Erdölreserve freizugeben. Energieminister Chris Wright erklärte, dass die Lieferungen nächste Woche beginnen und etwa 120 Tage dauern könnten. Diese Maßnahmen sollen die globale Rohölversorgung stabilisieren.

Skepsis am Markt: Warum die Maßnahmen nicht beruhigen

Der Ölmarkt hat diese Ankündigungen weitgehend ignoriert, da die Preise weiter steigen. Dies unterstreicht die Skepsis der Händler, ob die Maßnahmen die Versorgungslücke schließen können, die Analysten im Falle einer anhaltenden Störung der Lieferungen durch die Straße von Hormus erwarten. "Die Preise befinden sich derzeit noch im Panikmodus. Es gibt viel Emotion, Angst und Unsicherheit, die in den Preis einfließen", kommentierte Pavel Molchanov, Senior Investment Strategist bei Raymond James.

Die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit den globalen Märkten verbindet, ist ein entscheidender Engpass, durch den etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt. Eine Schließung könnte eine Versorgungslücke von 20 Millionen Barrel pro Tag verursachen. Die IEA-Freigabe würde laut Saul Kavonic, Energieanalyst bei MST Marquee, nur bis zu einem Viertel dieser Lücke schließen.

Kavonic merkte zudem an, dass die IEA-Entscheidung auch die akute Gefahr eines Ölmangels signalisiert und darauf hindeutet, dass die IEA nicht mit einem baldigen Ende des Krieges rechnet. Er fügte hinzu, dass die jetzt entnommenen Bestände später ersetzt werden müssten, was auch nach Kriegsende höhere Preise bedeuten könnte.

Logistische Herausforderungen und unklare Zeitpläne

Ein Hauptgrund für die anhaltende Unsicherheit an den Märkten ist die Unklarheit darüber, wie schnell die freigegebenen Barrel den Markt erreichen werden. Obwohl die Ankündigung der IEA eine beispiellose Intervention darstellte, lieferte die Agentur keine Details darüber, wie schnell einzelne Länder ihre Reserven freigeben oder wie das Öl verteilt wird.

"Das ist eine der entscheidenden Fragen: Wie lange wird es dauern, bis die 400 Millionen Barrel physisch auf den Markt geliefert werden?", so Molchanov. Diese logistischen Unklarheiten tragen zur anhaltenden Nervosität der Marktteilnehmer bei.

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