
Trump Accounts: Neues Kinderinvestment mit privater und staatlicher Förderung
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Die US-Regierung hat mit den "Trump Accounts" eine neue Initiative ins Leben gerufen, die darauf abzielt, Kindern eine frühe finanzielle Grundlage zu schaffen und den langfristigen Vermögensaufbau zu fördern. Diese steuerbegünstigten Investmentkonten werden sowohl durch staatliche Mittel als auch durch bedeutende private Spenden, unter anderem von Milliardär Ray Dalio und Tech-CEO Michael Dell, unterstützt. Das Programm, das als öffentlich-private Partnerschaft konzipiert ist, soll die finanzielle Bildung und die Vermögensbildung für amerikanische Familien stärken.
Was sind Trump Accounts?
Trump Accounts sind staatlich unterstützte, steuerbegünstigte Investmentkonten, die für US-Kinder eingerichtet werden können, die zwischen 2025 und 2028 geboren werden. Sie wurden durch den "One Big Beautiful Bill Act" am 4. Juli 2025 ins Leben gerufen und sind im Internal Revenue Code Section 530A verankert. Das Modell ähnelt traditionellen individuellen Rentenkonten (IRAs) und zielt darauf ab, langfristiges Sparen und Investieren im Namen amerikanischer Kinder zu fördern.
Jedes berechtigte Kind erhält eine einmalige Startgutschrift von 1.000 US-Dollar vom Finanzministerium. Für diese staatliche Anschubfinanzierung gibt es keine Einkommensvoraussetzungen. Die Gelder sollen über die Zeit wachsen und können ab dem 18. Lebensjahr des Kindes für Zwecke wie Bildung, Wohnraum oder weitere Investitionen genutzt werden.
Private Unterstützung und das 50-Staaten-Programm
Die Initiative wird durch eine wachsende Liste hochkarätiger Unterstützer ergänzt. Finanzminister Scott Bessent gab am 17. Dezember bekannt, dass Milliardär Ray Dalio und seine Frau sich Michael Dell und seiner Frau Susan angeschlossen haben, um die Trump Accounts zu finanzieren. Ray Dalio hat sich der sogenannten "50-Staaten-Challenge" angeschlossen, einem Bestreben der Regierung, private Spender für jeden US-Bundesstaat zu gewinnen.
Die Dalios haben zugesagt, etwa 300.000 Kindern in Connecticut jeweils 250 US-Dollar zukommen zu lassen. Berechtigt sind Kinder, die in einem Postleitzahlenbereich leben, in dem das Medianeinkommen unter 150.000 US-Dollar liegt – ein Kriterium, das laut einer CNBC-Analyse von Daten des Census Bureau auf etwa 87 % der Postleitzahlen in Connecticut zutrifft.
Die Familie Dell unterstützt ebenfalls Kinder mit einer Einzahlung von 250 US-Dollar auf deren Trump Account. Dies gilt für Kinder unter 10 Jahren, die vor dem 1. Januar 2025 geboren wurden und somit nicht für die staatliche 1.000-Dollar-Anschubfinanzierung qualifiziert wären, sofern sie in einem Postleitzahlenbereich mit einem Medianeinkommen von 150.000 US-Dollar oder weniger leben. Laut Invest America, einer gemeinnützigen Partnerorganisation der Dells, könnten so rund 25 Millionen amerikanische Kinder profitieren. Nur etwa 3 % der US-Postleitzahlen haben Medianeinkommen über 150.000 US-Dollar. Finanzminister Bessent betonte, dass 20 weitere US-Bundesstaaten die Aufstockung der Trump Accounts in Betracht ziehen, was das wachsende Interesse an dieser öffentlich-privaten Partnerschaft unterstreicht.
So eröffnen Sie ein Trump Account
Jeder Erziehungsberechtigte – einschließlich Eltern, erwachsene Geschwister oder Großeltern – kann ein Trump Account im Namen eines Kindes eröffnen, das 18 Jahre oder jünger und US-Bürger ist. Das Kind muss zudem eine Sozialversicherungsnummer besitzen.
Die Eröffnung erfolgt durch das Einreichen des IRS Formulars 4547, das separat oder zusammen mit der Steuererklärung 2025 eingereicht werden kann. Ab Mitte 2026 wird es auch möglich sein, ein Konto online über trumpaccounts.gov zu eröffnen. Das IRS hat bereits einen Entwurf des Formulars 4547 und der zugehörigen Anweisungen veröffentlicht. Es kann nur ein Konto pro Kind eingerichtet werden. Der "verantwortliche Beteiligte" (Responsible Party), der das Konto verwaltet, wird in einer Prioritätsreihenfolge festgelegt: (1) gesetzlicher Vormund, (2) Elternteil, (3) erwachsenes Geschwisterteil, (4) Großelternteil.
Wichtig ist, dass Beiträge zu einem Trump Account erst ab dem 4. Juli 2026 angenommen werden.
Anlageoptionen und -beschränkungen
Die Gelder in einem Trump Account werden in ein diversifiziertes Portfolio aus kostengünstigen Indexfonds investiert. Die Anlagemöglichkeiten sind dabei restriktiver als bei einigen anderen steuerbegünstigten Konten. Die Vermögenswerte sind auf "breite US-Aktienindexfonds" beschränkt, wie zum Beispiel Investmentfonds oder Exchange Traded Funds (ETFs).
Die Investitionen müssen einen "qualifizierten Index" abbilden, dessen genaue Definition noch aussteht. Die jährlichen Gebühren und Kosten dürfen 0,1 % nicht überschreiten. Zudem dürfen die Anlagen keine Hebelwirkung (Leverage) nutzen, was typischerweise den Einsatz von Schulden oder Krediten zur Steigerung der Rendite beinhaltet. Laut Daten von Morningstar Direct vom Anfang Dezember könnten diese Kriterien auf etwa 186 Investmentfonds und ETFs zutreffen. Obwohl die Website trumpaccounts.gov ein Beispielkonto mit Anteilen an Nvidia und Tesla zeigt, werden die tatsächlichen Investitionen in Indexfonds erfolgen.
Beiträge und jährliche Limits
Das Finanzministerium und der Internal Revenue Service (IRS) haben am 2. Dezember 2025 die Mitteilung 2025-68 herausgegeben, die erste Parameter für die Einrichtung, den Betrieb und die Berichtspflichten von Trump Accounts festlegt. Das IRS hat zudem Kommentare bis zum 20. Februar 2026 angefordert und angekündigt, dass weitere Vorschriften erlassen werden.
Es gibt fünf Arten von Beiträgen, die in ein Trump Account eingezahlt werden können:
- Beiträge aus dem Pilotprogramm der Bundesregierung (gemäß IRC Section 6434).
- Qualifizierte allgemeine Beiträge.
- Arbeitgeberbeiträge.
- Qualifizierte Rollover-Beiträge.
- Beiträge aus anderen Quellen (wie dem Kontobegünstigten, seinen Eltern oder anderen Personen).
Die Beiträge sind im Allgemeinen auf insgesamt 5.000 US-Dollar pro Jahr für einen bestimmten Kontobegünstigten begrenzt, wobei dieser Betrag nach 2027 inflationsbereinigt wird. Es gibt jedoch Ausnahmen von diesem jährlichen Gesamtbetrag für "befreite Beiträge", zu denen unter anderem Pilotprogramm-Beiträge und qualifizierte allgemeine Beiträge gehören.