Trump-Administration strebt ESA-Ausnahme für Ölförderung im Golf von Mexiko an

Trump-Administration strebt ESA-Ausnahme für Ölförderung im Golf von Mexiko an

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Die Trump-Administration strebt eine Ausnahmeregelung vom Endangered Species Act (ESA) für die erweiterte Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko an. Als Begründung wird die nationale Sicherheit im Kontext des Konflikts mit dem Iran angeführt, was bei Umweltgruppen Besorgnis hervorruft. Diese sehen darin einen gefährlichen Präzedenzfall für zukünftige Projekte zur Förderung fossiler Brennstoffe.

Nationale Sicherheit vs. Artenschutz im Golf von Mexiko

Die Trump-Administration beruft sich auf nationale Sicherheitsbedenken, um eine Ausnahme vom Endangered Species Act (ESA) für die Öl- und Gasförderung im Golf von Mexiko zu erwirken. Dies geschieht vor dem Hintergrund des Konflikts mit dem Iran. Umweltgruppen äußern große Bedenken, da sie einen gefährlichen Präzedenzfall für zukünftige Projekte zur Förderung fossiler Brennstoffe befürchten.

Die genauen Pläne der Administration für den Golf sind noch unklar. Experten betonen, dass ein militärischer Bedarf, der eine spezifische Art gefährden würde, klar dargelegt werden muss, um eine nationale Sicherheitsausnahme zu rechtfertigen. Eine pauschale Ausnahmeregelung könnte den Weg für Öl- und Gasprojekte ohne Rücksicht auf bedrohte Arten wie den Rice-Wal ebnen, von dem nur noch etwa 50 Exemplare im Golf leben.

Steve Mashuda, geschäftsführender Anwalt für Ozeane bei Earthjustice, kommentierte: „Es gibt keine vorstellbare Rechtfertigung, sie zu opfern.“ Er fügte hinzu: „Es ist mehr als rücksichtslos, auch nur in Erwägung zu ziehen, das Aussterben von Meeresschildkröten, Fischen, Walen, Rochen und Korallen zu ermöglichen, um die Taschen der Ölindustrie auf Kosten der Öffentlichkeit weiter zu füllen.“

Der "God Squad" und seine Geschichte

Die Ausnahmeregelung soll vom Endangered Species Committee, auch bekannt als „God Squad“, geprüft werden. Dieses Komitee, bestehend aus sechs hochrangigen Bundesbeamten und einem Vertreter der betroffenen Bundesstaaten, kann über das Schicksal einer Art entscheiden. Innenminister Doug Burgum soll das Komitee einberufen.

Das Komitee wurde 1978 ins Leben gerufen, um Projekte vom ESA ausnehmen zu können, wenn keine Alternative die gleichen wirtschaftlichen Vorteile in einer Region bieten würde oder es im nationalen Interesse liegt. Es macht es illegal, geschützte Arten zu schädigen oder zu töten.

In seiner 53-jährigen Geschichte hat das Komitee nur dreimal getagt und lediglich zwei Ausnahmen erteilt. Die erste erfolgte 1979 für den Bau eines Damms am Platte River in Wyoming, dem Lebensraum des Schreikranichs. Das letzte Treffen fand 1992 statt, um Holzeinschlag in den Lebensräumen des Fleckenkauzes in Oregon zu erlauben, wobei dieser Antrag später zurückgezogen wurde.

Präsident Donald Trump forderte bei seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar, dass das Komitee vierteljährlich zusammentreten solle, um die Entwicklung heimischer Energie zu erleichtern. Das geplante Treffen wäre jedoch das erste des Komitees unter seiner aktuellen Amtszeit.

Rechtliche Auseinandersetzung und Verfahrensfragen

Die Umweltgruppe Center for Biological Diversity reichte letzte Woche Klage ein, um das Komiteetreffen zu blockieren. Sie argumentiert, dass mehrere Voraussetzungen für ein solches Treffen nicht erfüllt wurden, darunter die Antragstellung innerhalb von 90 Tagen nach Abschluss einer biologischen Stellungnahme, die die Gefährdung einer bestimmten Art feststellt. Zudem müsse die Anhörung öffentlich sein und von einem Verwaltungsrichter geleitet werden.

Die Klage des Center for Biological Diversity wird am Freitag von Bezirksrichter Rudolph Contreras vom District of Columbia verhandelt. Contreras, ein von Obama ernannter Richter, hat in der Vergangenheit bereits gegen die Trump-Administration entschieden.

Das US-Justizministerium erklärte in einer gerichtlichen Einreichung, dass die gesetzlichen Anforderungen nicht gelten, da Verteidigungsminister Pete Hegseth nationale Sicherheitsbestimmungen geltend mache. Hegseth habe die Ausnahme für „alle Öl- und Gasexplorations- und Erschließungsaktivitäten im Golf von Amerika“ beantragt, die von Bundesbehörden überwacht werden.

Das Justizministerium argumentiert, dass das Center for Biological Diversity nicht im Vorfeld zukünftiger Maßnahmen des Komitees klagen könne. Es versichert zudem, dass relevante Aufzeichnungen am Dienstag öffentlich gemacht und das Treffen live gestreamt werde, was die Anforderung einer öffentlichen Anhörung erfülle.

Expertenmeinungen und wirtschaftliche Implikationen

Experten äußern Bedenken hinsichtlich der Begründung der nationalen Sicherheit. Patrick Parenteau, emeritierter Professor an der Vermont Law and Graduate School und Mitverfasser der Kriterien für das Komitee, merkte an: „Der Endangered Species Act stoppt die Öl- und Gasentwicklung nicht, Punkt. Das tut er nicht. Warum braucht man also eine Ausnahme?“

Parenteau sieht die Berufung auf nationale Sicherheit als Versuch der Administration, „im Grunde zu sagen, wir wollen nicht, dass der Endangered Species Act die Entwicklung fossiler Brennstoffe behindert, und wir werden alle Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass dies nicht geschieht.“

Auch die Wirksamkeit einer solchen Ausnahme zur Bewältigung der Ölpreisschocks infolge des U.S.-Iran-Konflikts wird von Experten hinterfragt. Michael Gerrard, Direktor des Sabin Center for Climate Change Law der Columbia University, erklärte: „Das Bohren neuer Offshore-Öl- und Gasquellen dauert Jahre.“

Gerrard fügte hinzu: „Es ist unklar, ob dies das Bohren neuer Bohrlöcher ermöglichen wird, die noch nicht gebohrt wurden.... Es ist schwer vorstellbar, dass dies die iranische Krise lösen würde, es sei denn, diese zieht sich lange hin.“ Er vermutet, dass es sich hierbei hauptsächlich um „Messaging“ handelt.

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