Trump droht JPMorgan Chase mit Klage wegen "Debanking" und dementiert Fed-Angebot

Trump droht JPMorgan Chase mit Klage wegen "Debanking" und dementiert Fed-Angebot

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Donald Trump hat angekündigt, JPMorgan Chase wegen angeblichen "Debanking" nach den Ereignissen vom 6. Januar 2021 zu verklagen. Gleichzeitig dementierte der ehemalige Präsident Berichte, er habe Jamie Dimon, den CEO von JPMorgan Chase, den Posten des Federal Reserve Vorsitzenden angeboten. Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die Spannungen zwischen Politik und Finanzwelt.

Klageandrohung gegen JPMorgan Chase

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat am Samstag angekündigt, JPMorgan Chase innerhalb der nächsten zwei Wochen zu verklagen. In einem Social-Media-Post erklärte Trump, die Bank habe ihn nach dem Protest am 6. Januar 2021 am US-Kapitol "fälschlicherweise und unangemessen entbankt". Er bezeichnete den Protest als "korrekt für diejenigen, die protestierten" und wiederholte seine Behauptung, die Wahl sei "manipuliert" gewesen.

Vorwürfe des "Debanking"

Trump wirft JPMorgan Chase vor, ihm nach seiner ersten Amtszeit die Annahme von Einlagen verweigert zu haben, ohne Beweise vorzulegen. Er behauptete in einem CNBC-Interview im August, er sei persönlich von Banken diskriminiert worden. Im August unterzeichnete Trump eine Executive Order, die Banken verpflichtet, Finanzdienstleistungen nicht aufgrund religiöser oder politischer Überzeugungen zu verweigern – eine Praxis, die als "Debanking" bekannt ist.

JPMorgan Chase erklärte damals, Konten nicht aus politischen Gründen zu schließen. Bank of America, ebenfalls von Trump genannt, kommentierte Kundenangelegenheiten nicht, begrüßte jedoch klarere Regeln von Regulierungsbehörden. Donald Trump Jr. äußerte im Juni letzten Jahres, seine Familie habe aufgrund dieser Schwierigkeiten den Einstieg in die Kryptowährungsbranche erwogen.

Trumps Sicht auf die Bankenwelt

Die Familie Trump hat in der Vergangenheit wiederholt Vorwürfe gegen Finanzinstitute erhoben, die angeblich die Zusammenarbeit aufgrund ihrer politischen Ausrichtung verweigerten. Trump präsentiert den "Debanking"-Streit als zentral für seine "Operation Chokepoint 2.0"-Erzählung. Er behauptet, die Bank habe jahrzehntelange Beziehungen ohne faire Ankündigung beendet. Eine Sprecherin von JPMorgan Chase, Trish Wexler, sagte: "Es ist unser Privileg, mehr als 80 Millionen Amerikaner zu bedienen, und wir stimmen zu, dass niemandes Konto jemals wegen politischer oder religiöser Überzeugungen geschlossen werden sollte."

Dementi zu Fed-Chef-Angebot

Parallel zur Klageandrohung wies Trump einen Bericht des Wall Street Journal vom Mittwoch zurück, wonach er Jamie Dimon, dem CEO von JPMorgan Chase, vor Monaten bei einem Treffen im Weißen Haus den Posten des Federal Reserve Vorsitzenden angeboten habe. Trump bezeichnete diese Aussage als "völlig unwahr" und betonte, ein solches Angebot sei nie gemacht worden. Laut dem Journal-Bericht hatte Dimon den Vorschlag als Witz aufgefasst.

Trump kritisierte das Wall Street Journal für mangelnde "Faktenprüfung" und fragte, warum die Zeitung ihn nicht kontaktiert habe. Er dementierte auch, Dimon den Posten des Finanzministers angeboten zu haben, und lobte den amtierenden Finanzminister Scott Bessent für seine "fantastische Arbeit". Jamie Dimon selbst stellte klar, dass "es kein Jobangebot gab" und er die Dinge jetzt "besser gehandhabt" sehe, als er es hätte tun können.

Jamie Dimons Haltung zur Fed-Unabhängigkeit

Jamie Dimon hat wiederholt vor politischer Einmischung in die Zentralbank gewarnt. Er argumentiert, dass eine Erosion der Unabhängigkeit der Federal Reserve Marktfolgen haben könnte, indem sie Inflationserwartungen anhebt und die Zinsen in die Höhe treibt. JPMorgan Chase hat sich als prominenter Kritiker der strafrechtlichen Ermittlungen des Justizministeriums gegen den aktuellen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell positioniert.

Trump verteidigte seine Kampagne gegen Powell und sagte: "Ich denke, es ist in Ordnung, was ich tue. Und wir haben eine schlechte Fed-Person." Auf Dimons Warnungen zur Fed-Unabhängigkeit entgegnete Trump: "Ich denke, er liegt falsch. Wir sollten niedrigere [Zins]sätze haben. Jamie Dimon will wahrscheinlich höhere Sätze, vielleicht verdient er so mehr Geld." Powell selbst behauptet, die Fed werde ins Visier genommen, weil sie Trumps Forderungen nach niedrigeren Zinsen nicht nachgekommen sei.

Markt- und politische Implikationen

Die Klageandrohung und die anhaltenden politischen Spannungen könnten die Finanzmärkte beeinflussen. Die Aktien von JPMorgan Chase sind in der vergangenen Woche um etwa 5 % gefallen, obwohl die Bank die Erwartungen für ihr viertes Quartalsergebnis und ihren Umsatz übertroffen hatte. Die Amtszeit des derzeitigen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell endet am 15. Mai, was die Debatte um die Besetzung des Postens zusätzlich anheizt.

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